Liebesgrüsse aus Moskau

Spiele zu Filmen hatten lange Zeit einen etwas schlechten Ruf. Unoriginelles Spielprinzip, schlechte Umsetzung oder die Grafik suckte einfach. Meist Resultate, die daraus entstanden, dass ein Spiel mit relativ wenig Entwicklungszeit auskommen musste, um auch noch rechtzeitig zum Filmstart in den Läden zu liegen. Allerdings muss ich sagen, dass es mittlerweile besser im Spiele-Film-Bereich aussieht (man nehme nur Peter Jacksons King Kong als Beispiel).
Nun auch bei dem vorliegenden Spiel handelt es sich um eine Versoftung eines Films, allerdings nicht um einen aktuellen, sondern um einen der bereits einige Jahre auf dem Buckel hat.
Doch auch das schein mittlerweiledie Norm zu werden, harrt doch nicht nur die Umsetzung des Paten auf ihre Konvertierung auf eine Konsole, sondern auch der Film Taxi Driver, aber das nur nebenbei.

 

Bereits die letzten Bond Spiele basierten ja schon nicht mehr auf Filmen, sondern auf eigenständigen Stories, wobei jedoch keines in der klassischen Bond-Ära des kalten Krieges angesiedelt war. Also entschloß man sich bei EA und MGM Interactive zu einem Schritt zurück und machte aus dem Film „Liebesgrüsse aus Moskau“ ein neues Bond-Spiel.

Nun gut, anfangs war ich doch leicht skeptisch, hatte ich den Film zwar in recht positiver Erinnerung, aber es wollte mir nicht so recht in den Sinn kommen wie man daraus ein Spiel für die junge Generation machen könnte. Die Probleme, dass der Film wohl für heutige Verhältnisse in Sachen Action doch recht altbacken ist, hatte man wohl auch bei EA erkannt und das Spiel dahingehend etwas aufgepeppt (ich glaube ich habe im ganzen Spiel mehr Russen erschossen als im Film jemals vorkamen, aber egal, Spaß hat es trotzdem gemacht).
Die Handlung orientiert sich zwar am Film wird aber durch mehr Actioneinlagen eben etwas spannender gestaltet. So darf man gleich zu Begin mit dem Jetpack (eigentlich aus Thunderball bekannt – macht aber nichts) böse terroristische Entführer stoppen, ehe dann das eigentlich Bondabenteuer beginnt. Das Jetpack wird im Laufe de Spiels übrigens noch des öfteren zum Einsatz kommen und auch in Istanbul ist deutlich mehr los. Die Kanäle unter der russischen Botschaft sind hier deutlich gefährlicher zu befahren und auch solch rasante Autoverfolgungsjagden durch Istanbul selbst kann ich mich nicht erinnern. Signifikanter Unterschied ist vor allem das die Geheimorganisation (im Film SPECTER) hier als Octopus auftaucht, warum auch immer. Die Filmische Rahmenhandlung wird dabei in Cutscenes erzählt, die in der recht guten Spielgrafik gehalten sind, so dass direkt in das Geschehen hineinbefördert wird, ohne lästige Umschnitte oder Ladezeiten, etwas was dem Spielfluß sehr zu gute kommt. Ach ja auch das Ende ist auch nicht ganz so wie im Film,m beziehungsweise es gibt noch eine Mission zu erledigen, nachdem man Oberst Rosa Klebb besiegt hat, macht aber Spaß.

Auch das ordentliche Waffenarsenal spiegelt, wie die ganze Ausstattung, den Flair der sechziger Jahre wieder und Bonds Gadgets beschränken sich diesmal auf seine Laseruhr (um elektronische Türschlösser zu knacken), den Q-Copter (um schwer erreichbare Passagen zu meistern), Schallmanschetteknöpfe (um Gegner kurzzeitig zu verwirren) und ein Aktentaschengeschütz.
Bei Schußgefechten kann man die Gegner praktischweise anvisieren, um bessere Körperzonentreffer zu erzielen oder wenn möglich ihnen die Granaten vom Gürtel zu schießen (sehr praktisch um kleinere, eng beieinanderstehende Gruppen schnell auszuschalten). Was die Lebensenergie bei Bond selber betrifft, sollte man immer darauf achten, dass man genügend Körperschutz hat, denn nur dieser kann wieder aufgeladen werden, die Lebensenergie jedoch nicht. Natürlich kann man verschieden Dinge als Deckungen ausnutzen und wenn man es schafft sich an die Gegner anzuschleichen oder in einen Nahkampf zu verwickeln und sie mit gezielten Schlägen (richtiger Druck auf eingeblendeten Knopf) schnell außer Gefecht zu setzten.

Abwechslungsreich sind auch die einzelnen Level gestaltet, mal ist man zu Fuß unterwegs, mal mit dem Jetpack oder auch mit dem Auto oder einem Boot. Wobei man hier entweder selber fahren oder ein Geschütz bedienen muss, um sich der Gegner zu erwehren.

Die Steuerung geht dabei recht simpel von der Hand, springen schießen laufen. Abgründe kann man nicht herunterfallen und vor tiefen Schluchten stoppt Bond selbstständig, wenn man nicht die Sprungtaste drück. Alles in allem hat man sich hier schnell eingewöhnt und die einzelnen Level sind selbst auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade zu schaffen.
In den einzelnen Abschnitten kann man für bestimmte Leistungen (Mindestanzahl an ausgeschalteten Gegner, Zeitlimit, höchster Schwierigkeitsgrad und Bond-Moment) Awards bekommen, hat man eine bestimmte Anzahl von Awards kann man noch drei zusätzlich Bonuslevel Freischalten.

Daneben kann man mit bestimmten Fertigkeitspunkten seine Waffen und Gadgets verbessern. Auch findet man unterwegs bondtypische Kleidung (Smoking, Schneeanzug, Tarnanzug für Undercoveroperationen) oder Aktenkoffer, die man mit kleinen Geschicklichkeitsspielen öffnen kann, um mehr Fertigkeitspunkte zu erhalten. Alles in allem wird einem recht viel geboten.

Des weiteren kann man mit erworbenen Punkten aber auch Bonusmaterial freischalten, etwa Trailer oder Konzeptzeichnungen oder aber neue Charaktere für den Mehrspielermodus; hier kann man sich mit bis zu vier Spielern gleichzeitig duellieren.

Alles in allem muss ich sagen das Liebesgrüsse aus Moskau ein rundum gelungenes Bondspiel ist, das es schafft, trotz Modernisierung der Storie den Flair des alten Film irgendwo zu bewahren. Und vor allem eins macht…Spaß.
Ach ja, den Entwicklern ist es übrigens gelungen, Sean Connery als Stimme für Bond zu gewinnen (man kann unter mehreren Sprachen wählen), was einerseits sehr cool ist, andererseits doch manchmal etwas komisch wirkt, wenn er mit seiner doch etwas älteren Stimme (und dem teilweise recht durchscheinenden schottischen Akzent) dem jüngeren digitalen Ebenbild Profil verleiht.


Shooter
XBox (auch für PS2 und GCN erhältlich){jcomments on}
EA

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