Star Wars - Rebel Strike

Und zur zweiten Rezi meinerseits hier in der Computer- und Videospielecke.
Wie schon bei "Clone Wars" handelt es sich auch bei dem vorliegenden Spiel um einen Titel der Star Wars. Anders als der oben genannt und parallel rezensierte Titel ist "Rebel Strike" allerdings ein Exklusiv-Titel für den Cube und von der unglaublich dienstalten deutschen Spieleschmiede Factor 5 entwickelt.

Der Titel in der dritte einer Reihe, steht jedoch wie schon die Vorgänger inhaltlich für sich selbst. Wie schon in "Roque Squadron" (N64, PC) und "Roque Squadron II: Roque Leader" (GCN) spielt ihr euch entlang der klassischen Filmtrilogie, wobei die Handlung diesmal allerdings nach der Zerstörung des ersten Todessterns einsetzt und mit der Evakuierung des Planeten Yavin beginnt, die man im letzten Teil noch als Bonusmission auf Seite der Imperialen spielen konnte.


Allerdings ist inhaltlich ohnehin etwas mehr Mühe in diesen Titel gesteckt worden. Es gibt eine ganze Reihe Szenen aus den Filmen zu sehen, endlich die Original-Sprachfassung mit auf der Disc (der Vader vom Vorgänger ist ja schon quasi legendär bei uns als Symbol für schlechte Synchros), es wurde etwas mehr Story in das Spiel gewoben und es gibt sogar zwei unterschiedliche Marschrouten, auf denen man das Spiel lösen kann. Zwar führt der sehr arcade-lastige Charakter des Spiels (zu dem wir gleich kommen) dazu, dass man eh beide Wege bestreitet, aber es ist generell nett und ein Aufteilen der Hauptfiguren (hier Wedge und Luke Skywalker) in der Mitte der Handlung ist ja auch typisch für die Filme.

Was aber treibt man denn nun eigentlich?
"Rebel Strike" gibt sich generell als arcadelastige Raumschiff-Simulation, in der man – mal im X-Wing, mal im Snowspeeder – gegen imperiale Schergen antritt und für die Freiheit der Galaxis kämpft. Die Missionen spielen teils auf Planetenoberflächen, teils im weiten All, grundsätzlich steuert man aber halt per Analogstick umher und feuert aus allen Rohren auf die Gegner.
Aufgelockert wird das durch einige dafür dann auch sehr abwechslungsreiche andere Missionen. Sei es, das man auf Tauntauns zwischen AT-ATs auf Hoth entlang reitet, mit einem AT-ST gegen die Feinde stapft oder in einer unglaublich schnellen Sequenz per Speederbike zwischen den Bäumen von Endor entlang rast – das Spiel bietet einem sehr viel und fängt die Szenarien der Filme wohl besser ein, als irgendeiner seiner Vorgänger. Auch Missionen zu Fuß sind nun mit dabei, spielen sich zwar etwas hakelig, sind aber dafür selten und im Schwierigkeitsgrad manierlich ausgeglichen.
Einzig die aus der Untiefe der SNES-Star Wars-Spiele wieder erwachten Jump'n'Run-Sequenzen sind dabei etwas unglücklich. Sie sind aufgrund der Polygon-Grafik nur schwierig zu erkennen, keinesfalls präzise zu steuern und nebenbei auch noch durchaus unfreiwillig komisch, wenn Yoda etwa Luke bei seinem Jedi-Training auf Dagobah innerhalb des Spieles erklärt, er möge doch bitte den A-Knopf rapide drücken, um den X-Wing aus dem Sumpf zu heben.

Generell ist das Gameplay den Vorgänger aber um Lichtjahre voraus. Gerade "Roque Leader" war nun wirklich knüppelschwer und hat mich, schlichtweg weil es unfair war, wohl über Monate genervt, bis ich endlich alle Missionen zufriedenstellend abgeschlossen hatte.
"Rebel Strike" ist noch immer teils recht happig, aber fair. Wenn man irgendwo scheitert, dann nicht, weil man ein todbringendes Skript getriggert hat, sondern weil man zu langsam reagiert hat oder den Level nicht gut genug kannte. Das motiviert, zumal man, wenn man mal wirklich hängt, ja auch dank des zweiten Handlungsweges immer mal wieder an anderer Stelle weiter probieren kann.
Unterstrichen wird dies noch durch eine Grafik, die wohl neue Maßstäbe auf Nintendos Würfel setzt. Gestochen scharfe Texturen selbst aus größter Distanz, farbenfrohe Effekte, real aussehende Explosionen und tausende von Elementen gleichzeitig – man kommt einfach aus dem Starren nicht mehr heraus.

Auch akustisch kriegt man viel geboten. Die berühmten Stücke von John Williams wurden von Chris Hülsbeck sehr schön variiert und ergänzt, so dass man ständig zwischen bekannten und geschätzten sowie überraschend neuen Stücken schwankt.
Die Soundeffekte sind gelungen, vermitteln gut die Atmosphäre und kommen etwa im Fall der aus EP-II bekannten Schallbomben mit einigen feinen Effekten daher. Überhaupt hat das Spiel einen schönen Raumklang – vorbildlich.
Die Sprachausgabe der englischen Fassung ist recht gut geraten und die angeworbenen Sprecher klingen auch in etwa wie ihre Vorbilder von der großen Leinwand, anders als bei der deutschen Fassung, die zwar nicht die Grausamkeit eines "Clone Wars" erreicht, aber trotzdem nicht gut ist.

Bleibt der Multiplayermodus, der erneut ein dickes Lob verdient hat. Neben einigen typischen Modi, etwa einem Deathmatch-Modus oder einem Rennen mit Speederbikes auf Endor, gibt es dort nämlich den kompletten (!) Vorgänger "Roque Leader" als Coop-Modus. Das bedeutet zehn Missionen, die mit aufgebohrter Grafik im Splitscreen-Modus durchkämpft werden können – wow.
Co-Rebell [ego] und ich haben uns bei den Testläufen dort zwar nicht wirklich mit Ruhm bekleckert, aber es macht definitiv eine Menge Laune...

Abgerundet wird das Spiel dann noch durch eine ganze Reihe freispielbarer Extras, darunter ein kurzes Making Of oder etwa auch die ersten beiden Star Wars-Computerspiele (die Allerersten! Atari!) zum Freispielen...

Viele professionelle Magazine haben "Rebel Strike" dafür gescholten, sehr hirnlose Action zu liefern und zudem keine großen Innovationen gegenüber den Vorgängern zu bieten. Beides ist richtig.
Beides stellt für mich einen klaren Pluspunkt dar. Das Gameplay ist unkompliziert und lädt daher zum schnellen losspielen ein, der faire, knackige Schwierigkeitsgrad sowie die freispielbaren Extras sorgen für anhaltende Motivation. Das Spielprinzip ist mittlerweile sehr ausgereift und erheblich im Umfang gewachsen, der Multiplayermodus eine willkommene Ergänzung.
Kurzum: wer "Rebel Strike" kauft, bekommt ein sehr ausgereiftes, umfangreiches Spiel mit einfach nur bombiger Grafik geboten – der wohl beste Titel seiner Art, der mir seit langer Zeit untergekommen ist.


Action
Nintendo GameCube
LucasArts, Factor 5{jcomments on}
Nur für den GameCube erhältlich

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