Drakensang Online

Ich hatte vor einigen Monaten die Gelegenheit via Buffed.de an einen Key für den geschlossenen Drakensang-Online-Test zu gelangen und mir das Spiel in einer frühen Phase anzusehen. Inzwischen ist das Spiel in der offenen Beta und für jeden zugänglich, weswegen ich ein paar Worte darüber verlieren werde. Drakensang Online wird zwar noch von Radon Labs entwickelt, allerdings wurden diese nach den Offline-Drakensangs von Bigpoint aufgekauft, dem internationalen Marktführer für Browserspiele. Auch wenn die Drakensang-Spiele recht erfolgreich waren und das erste sogar den ersten deutschen Computerspielpreis gewann, blieb der internationale Erfolg aus und damit auch die weitere Finanzierung der Reihe. Neben dem Ende von Radon Labs in seiner alten Form und dem Wechsel des Spiels in eine browsergestützte Onlinevariante, ging auch die DSA-Lizenz aus diversen Gründen dahin. Auch wenn die meisten mit dem Namen Drakensang ein Spiel in Aventurien verbinden, so spielt Drakensang Online in einer eigenen Spielwelt Duria, die jedoch auch nach gut bürgerlichem Mittelalter mit Fantasy aussieht.

Zum Einsatz kommt die aus Drakensang bekannte Nebula-Engine. Nur jetzt im Browser via Java. Und meine Güte, sieht das Spiel gut aus! Nicht nur für ein Online-Rollenspiel im Browser, sondern allgemein! Auch wenn man bei der Auflösung Abstriche machen muss, so sind Detailreichtum und vor allem die Beleuchtungseffekte bemerkenswert gut. Auch der Sound der einem durch Schreie der Gegner oder Musik entgegenschallt ist nett, nur leider haben die NSCs keine Sprachausgabe, um die Welt abzurunden.

Bevor man aber in die Spielwelt eintauchen kann, steht erst einmal die Wahl der Spielfigur. Gerade einmal zwei Klassen stehen aktuell zur Verfügung: der Drachenritter und der Zirkelmagier, jeweils als Frau oder Mann. Dazu kommen ein paar wenige Modifikationsmöglichkeiten wie Größe und Haartracht. Während der Ritter der klassische Nahkämpfer mit Nehmerqualitäten ist, kämpft der Magier lieber aus der Distanz. Das Spiel läuft in klassischer Diablo-Manier ab: aus der isometrischen Vogelperspektive steuert ihr euren Avatar mit Mausklicks durch die Welt und sobald Gegner auftauchen, klickt man so lange auf diese, bis sie tot umfallen und hoffentlich Schätze fallen lassen. Diese sammelt man ein, um den eigenen Charakter besser auszustatten und zusammen mit den Erfahrungspunkten und den dazugehörigen Levelaufstiegen besser zu werden. Damit das Ganze nicht zu langweilig wird, führen einen Quests durch die Spielwelt. Auch wenn die meisten Quests sich auf simples „Geh dort hin!“ oder „Erschlage X von Y“ bzw. „Sammle X von Z“ ein beschränken, haben sich die Texter doch Mühe gegeben, diese Aufgaben und die Questgeber mit entsprechendem Charakter zu versehen. Leider gibt es auch nur selten mal einen Gegenstand für eine abgeschlossene Aufgabe, wodurch ein gutes Stück Potential vergeben wird. Die Gegnervielfalt ist dabei in den aktuell fünf Gebieten zwar nur okay, allerdings befindet sich Drakensang Online auch noch in der Beta… auch wenn man bereits Geld für Gegenstände ausgeben kann.

Ja, Drakensang Online setzt auf das Konzept „Free 2 Play“. Das heißt, dass jeder der es spielen möchte, dafür nichts bezahlen muss. Das Spiel finanziert sich über einen Itemshop, mit dem angenehme Spielverbesserungen und Beschleuniger erstanden werden können. Dazu ist die spezielle Währung Andermand nötig, die aber auch jeder Spieler neben Kupfer, Silber und Gold bei erschlagenen Gegnern finden kann. Allerdings so selten, dass man nichts Sinnvolles damit erstehen kann. So hat mein Drachenritter bis Level elf etwas mehr als 220 Andermand angehäuft, eine Erweiterung des Inventars um weitere sieben Plätze kostet aber bereits 1600. Neben solchen Erleichterungen und Spielbeschleunigern, gibt es jedoch auch Ausrüstungsgegenstände gegen Geld, die ein gutes Stück besser sind als die Sachen, die man bei erschlagenen Gegnern finden kann. Das hinterlässt insgesamt einen bitteren Nachgeschmack, auch wenn man natürlich selbst entscheiden kann, ob man nun reale Euros investieren möchte.

Ob das Browserspiel dafür passend aufgestellt ist, bleibt dabei auch ein wenig fragwürdig, denn Drakensang Online richtet sich klar an Spieler, die nebenbei mal kurz etwas Spaß haben wollen. Die Charaktere können gerade mal eine Handvoll Fertigkeiten erlernen, deren Anwendung auch nicht sonderlich viel Geschick benötigt und auch die Aufgaben sind einfach zu verstehen, so dass man dort nichts falsch machen kann. Aber so ist das eben in einer Welt, die man mit mehreren Mitspielern teilt und die damit statisch bleiben muss. Gerade bei dieser Orientierung am Gelegenheitsspieler ist es aktuell noch etwas verwunderlich, dass viele Bedienungselemente noch nicht implementiert sind. Questziele und NSCs sind nicht auf der Karte markiert, der aktuelle Queststand wird nur kurz angezeigt, wenn man entsprechende Gegner erschlägt und die Führung durch Aufgaben ist noch etwas holprig, ebenso die Versorgung mit motivierenden Gegenständen für den eigenen Charakter. Diese sind im Übrigen in der Regel direkt nach dem Anlegen am Charakter zu sehen. Wenn man also im Feld eine magische Axt findet und genug sammelbare Kristalle der Wahrheit dabei hat, um sie sofort zu identifizieren, dann kann man sie direkt anlegen und sieht dies auch an seiner Spielfigur. Auch fehlen noch einige Community-Features wie Gilden, oder auch nur Spielerbanken, eine Gruppensuche oder schlicht ein vernünftiger Chat. Gut wäre auch noch ein Feilen am Balancing, oder zumindest verbesserte Anzeigen, um Gegnerstärken oder die Schwierigkeit eines Dungeons im Vorfeld abschätzen zu können. Hier muss dringend nachgebessert werden, falls man sich langfristig am Markt etablieren möchte.

Insgesamt hat Drakensang Online zwar einen guten Start mit der offenen Beta hingelegt. Seit der geschlossenen Beta wurden einige massive Verbesserungen am Spiel hingelegt, um es zugänglicher und runder zu machen. Daher bin ich auch zuversichtlich, dass die Verbesserungen und Erweiterungen am Spiel konstant weitergehen werden. Man sollte sich aber bewusst sein, dass der spielerische Anspruch durch gerade einmal zwei Klassen und eine Handvoll Fertigkeiten nicht sonderlich hoch ist und die Werte beim Stufenaufstieg beispielsweise automatisch gesteigert werden. Wer jedoch mal zwischendurch mal über seinen Browser ein paar Monster umhauen und Schätze sammeln möchte und das sogar kostenlos und vielleicht gemeinsam mit Freunden, der sollte sich Drakensang Online unbedingt einmal ansehen! Man sieht sich auf Duria, grüßt Xoro wenn ihr ihn seht.

P.S.: Das war die Einleitung, vielleicht gibt es ein paar Kontrollbesuche, um die Welt weiter zu erkunden, Änderungen und Erweiterungen zu beschreiben und mehr Eindrücke zu schildern. Würdet ihr euch dafür interessieren? Dann hinterlasst uns einen Kommentar!


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