Warlods - Saga of the Storm - Learn to play Set

Warlord – Saga of the Storm ist ein Kartenspiel, das 2001 im Zuge der d20-Welle um die dritte Edition des Rollenspiels Dungeons & Dragons erschien. Die ersten drei Editionen bis 2008 erschienen bei AEG und waren sammelbar. Das heißt, dass man sich Booster mit Karten kaufen musste, ohne zu wissen, was man bekam. Nachdem AEG das Spiel 2008 fallen gelassen hatte, übernahm die deutsche Firma Phoenix Interactive Warlord und brachte die vierte Edition heraus, die nicht mehr sammelbar war, sondern vorkonstruierte Decks anbot. Das Starterset der Söldner und Elfen enthält 100 Karten, wobei jede der beiden Fraktionen 50 der Karten erhält. Zudem ist noch ein zwanzigseitiger Würfel enthalten, denn das Kartenspiel beruht auf dem d20-System. Das unterscheidet es schon einmal von vielen anderen Kartenspielen, in denen der Zufallsfaktor meist nur durch die Handkarten bestimmt wird.

Die Kreaturen haben Angriffs-, Verteidigungs- und Fähigkeitswert, sowie unterschiedlich viele Lebenspunkte. Ein Angriff oder ein Fähigkeitseinsatz läuft so ab, dass man den zwanzigseitigen Würfel schmeißt, den Angriffs- oder Fähigkeitswert addiert und mit einer Schwierigkeit vergleicht, z.B. dem Verteidigungswert bei einem Angriff. Erreicht oder übertrifft das Ergebnis den angestrebten Wert, so hat man die Aktion erfolgreich ausgeführt.

Der Aufbau des Spiels ist auch ungewöhnlich, da es kein Ressourcensystem wie etwa die Länder in Magic: The Gathering gibt, mit dem man neue Kreaturen ins Spiel bringt. Die Kreaturen die man von der Hand ausspielt, werden vom titelgebenden Warlord, also Kriegsherrn, angeführt. Dieser ist als Karte auch auf der Spielfläche vertreten und in der Regel der mächtigste Kämpfer, den man hat. Jedoch sollte man ihn vorsichtig einsetzen, denn das Ziel jedes Spiels ist es, den gegnerischen Warlord zu vernichten. Damit das nicht so schnell passiert, baut man zwei Reihen von schützenden Kreaturen vor ihm auf. Zu Beginn der Partie liegen drei Level-1-Kreaturen in der ersten Reihe, zwei Level-2-Kreaturen im zweiten Rang und im dritten wartet der Warlord. In der Front müssen immer die meisten Kreaturen liegen. Hat ein niedriger Rang mehr Kreaturen als ein vorderer, so liegt ein "illegaler" Rang vor und es muss eine Kreatur nach oben geschubst werden. Dadurch wird die Kreatur jedoch erschöpft, so dass man sie erst in der nächsten Runde einsetzen kann. Neue Kreaturen kommen in einem Rang ins Spiel, das ihrem Level entspricht. Somit müssen sich starke Kreaturen erst einmal ihren Weg nach vorne bahnen, bevor man sie einsetzen kann. Wenn die Kreaturen keine Fernkämpfer sind, so können sie nur im ersten Rang gegen Kreaturen des Gegners im ersten Rang kämpfen.

Die beiden Armeen im Starterset nutzen dies sehr unterschiedlich. Während die Söldner einige sehr starke und zähe Nahkämpfer haben, setzen die Elfen vor allem auf Fernkampfattacken. Die Taktik der Elfen sieht vor, dass sie mit ihren Fernkampfattacken Kreaturen im Rang zwei der Söldner ausschalten, bevor diese in den Nahkampf kommen können. Dazu entstehen zudem illegale Ränge, welche noch stärkere Kreaturen weiter hinten erschöpft, so dass der Spieler der Söldner oftmals nur die schwachen Kreaturen vom Anfang vorne stehen hat. Diese lässt der Elfenspieler natürlich am besten unangetastet und füllt die vorderen Ränge bei sich immer wieder mit schwachen eigenen Kreaturen auf. Sollte jedoch einmal ein starker Kämpfer der Söldner nach vorne gelangen, haben die Elfen ihm nicht viel entgegenzusetzen.

Einem derartig gestaltetem Spielablauf kann man jedoch nur folgen, wenn man die Spielanleitung verstanden hat. Das ist einigermaßen schwierig, denn die Regeln umfassen nur eine Seite und sind oftmals unvollständig oder unverständlich geschrieben. So kamen beim ersten Testspiel konstant Fragen auf, die nicht vom Regelwerk abgedeckt wurden und dann mit "gesundem Menschenverstand" entschieden werden mussten. Eine ausführlichere Anleitung wäre wünschenswert gewesen. Interessanterweise ist die Packung von Warlord ebenso wie die Anleitung zweisprachig in englisch und deutsch, die Karten jedoch nur auf deutsch. So konnte man zwar Geld in der Produktion sparen, vergibt aber wertvollen Platz, den man für weitere Erklärungen hätte nutzen sollen.

Warlord – Saga of the Storm bietet mit den unterschiedlichen Rängen einen interessanten taktischen Aspekt für ein Kartenspiel. Jedoch wird der taktische Aspekt durch den Zufallsfaktor des Würfels wieder reduziert, da eigentlich geschickte Pläne durch ein oder zwei schlechte Würfe zunichte gemacht werden können. Als Einsteigerpaket eignet sich das vorliegende Produkt leider nur bedingt, da die Anleitung mit einer schwarz-weißen DIN-A4-Seiten zu oberflächlich ist und Neulingen zu wenig Hilfestellungen für den Aufbau und Spielablauf bietet.


Name: Warlods - Saga of the Storm - Learn to play Set 
Verlag: PHOENIX Interactive 
Sprache: deutsch
Autor: Arne Reuter
Empf. VK.: 14,95 Euro {jcomments on}
Karten: 100, farbig

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