Risiko - Evolution

Risiko gilt nicht umsonst als einer der Klassiker und Urväter unter den Strategiespielen. Mit über 50 Jahren auf dem Spielebuckel entwickelten sich im Laufe der Zeit unzählige Varianten und Editionen. So kann man heutzutage neben unserer Welt auch Narnia, Mittelerde oder das Star-Wars-Universum erobern. Regelerweiterungen und verschiedene Varianten sollten das Spiel über die Jahre hinweg interessanter gestalten. Aber man fing doch immer wieder unter den gleichen Voraussetzungen an.

Dies will nun die vorliegende Version mit dem Untertitel „Evolution“ ändern. Denn im Gegensatz zu anderen Spielen, die lediglich mehrere Varianten oder Siegbedingungen anbieten, verändert sich Risiko: Evolution wirklich dauerhaft mit jedem neuen Spiel ... zumindest mit den ersten 15. Denn danach ist es durchevolutioniert!

Das Spiel selber kommt in schnieker Kofferoptik daher, mitsamt Tragegriff. Schon mal sehr praktisch zum Transportieren. Im Deckel verbergen sich dann auch vier versiegelte Umschläge, die man erst nach den entsprechenden Bedingungen öffnen darf. Zwei weitere versiegelte Fächer finden sich im Inneren, die noch mehr Änderungen bereithalten, wenn man die entsprechenden Ziele erreicht hat. Der Spielplan ist auch der alte, die Welt in ihrer typischen Risikoaufteilung wie wir sie kennen. Dazu gibt es aber noch einen Nebenplan auf dem die Gebiets-, Missions- und Ereigniskarten, sowie Münzen und Siegpunkte abgelegt werden. Vorweg sei an dieser Stelle schon mal ein wichtiger Unterschied zum traditionellen Risiko erläutert: Denn nicht die komplette Vernichtung eines Gegners steht hier im Mittelpunkt, sondern das Erringen von Siegpunkten. Das erfordert natürlich ein anderes Taktieren als üblich, sorgt aber auch dafür, dass nicht direkt zu Beginn ein Spieler komplett ausscheidet und für den Rest nur vom Rand aus weiter zusehen darf.

Jede der fünf Fraktionen, die den Spielern zur Verfügung stehen, ist nicht nur farblich voneinander unterschieden, sondern auch individuell gestaltet. Dies ist insofern wichtig, da jede dieser Fraktionen – die Mechanischen, Enklave des Bären, Imperiale Balkanier, die Khan Industrie und Sahara Republik – auch unterschiedliche Eigenschaften aufweist, die im Laufe des Spieles erweitert werden können. Bereits vor dem ersten Spiel muss man sich entscheiden, welche Eigenschaft die eigene Fraktion erhalten soll, denn diese bleibt für immer bestehen und kann nicht mehr geändert werden. Das Spiel wird somit seinem Namen also bereits am Anfang gerecht, da einmal getroffene Entscheidungen unwiderruflich sind. Nicht nur die einzelnen Fraktionen erhalten nach und nach Eigenschaften die von Dauer sind, auch die Regeln selber haben Lücken in die, nachdem gewisse Bedingungen erfüllt wurden, neue Zusätze eingeklebt werden. Karten werden dauerhaft aus dem Spiel entfernt und tauchen nie wieder auf ... also auch nicht in einem späteren Spiel. Die Entscheidungen, die getroffen werden, sind in diesem Fall wirklich endgültig.

Zu Beginn eines Spiels werden nun acht Einheiten und das Hauptquartier auf ein mögliches Startfeld gestellt. Was das mögliche Startfeld in diesem Zusammenhang bedeutet, kann sich auch im Laufe mehrerer Spiele für einzelne Spieler noch ändern. Aus diesem Land heraus startet man nun seinen Eroberungsfeldzug. Dies hat natürlich zur Folge, dass man in der ersten Runde eventuell noch keinen Feindkontakt mit anderen Spielern hat, sondern sich erst einmal durch unbesetzte Länder vorarbeiten muss. Jedoch können in späteren Runden einzelnen Länder Städte mit Bevölkerung aufweisen, die es erst einmal zu erobern gilt bevor man das Land sein eigen nennen darf.
Der eigentliche Spielverlauf ist dabei weitestgehend identisch mit dem Risiko wie wir es kennen. Man zählt seine Länder und Einheiten, eventuelle Boni aus Kontinenten oder Anderweitiges dazu und erhält dementsprechend Verstärkung, die man nun verteilen kann. Sollte man bereits frühzeitig eliminiert worden sein, hat man aber immer noch die Möglichkeit wieder einzusteigen, sollte es noch freie Startfelder geben. Ein Umstand, der sehr praktisch ist, um frühzeitig ausgeschiedenen Spielern noch einmal die Möglichkeit zu bieten wieder mit zu mischen.

Danach kann man in freie Gebiete einmarschieren oder versuchen, gegnerische Länder zu erobern. Das läuft mit den üblichen drei Angriffswürfeln und den beiden Verteidigungswürfeln ab, wie man es aus all den alten Vorgängern her bereits kennt. Für ein auf diese Weise erobertes Land bekommt man eine Karte, die man dazu verwenden kann weitere Einheiten oder Siegpunkte zu kaufen. Dazu liegen einige offene Länderkarten aus, wobei man sich jedoch nur dann eine nehmen kann, wenn man auch das entsprechende Land besetzt hält. Falls dies nicht der Fall ist, hat man noch eine Karte mit einer Währung zur Auswahl. Denn im Gegensatz zum normalen Risiko können Länderkarten aufgewertet werden, sodass man bereits mit einer einzelnen Einheiten kaufen kann. Dies hat aber auch zur Folge, dass manche Länder mehr wert und dementsprechend natürlich auch heftiger umkämpft werden. Daneben können Länder noch durch sogenannte Mankos verstärkt oder abgewertet werden, was es für Gegner schwieriger macht sie zu erobern.

Hat man nun ein Spiel gewonnen, kann man sich mit seinem Namen auf dem Spielplan verewigen. Dies ist in der Hinsicht wichtig, da man in späteren Spielen als vorheriger Sieger einige Vorteile erhält, ebenso kann auf der Rückseite der einzelnen Fraktionskarten festgehalten werden, ob diese gewonnen, eliminiert oder durchgehalten hat. Ebenso können Städte oder auch Kontinente benannt werden, um sich in späteren Spielen Vorteile zu verschaffen. Das allererste Spiel läuft dabei noch ohne große Veränderungen ab, aber bereits mit der zweiten Runde machen sich die einzelnen Evolutionen im Spielverlauf bemerkbar.

Natürlich kostet es ein wenig Überwindung all diese Veränderungen zuzulassen, sei es nun die Beschriftung des Spielplanes oder auch das Vernichten von Karten. Aber gerade dies soll auch den Reiz in den kommenden Spielen ausmachen, allerdings vor allem dann, wenn man es öfters mit den gleichen Leuten spielt. Denn Risiko: Evolution ist sicherlich nichts für Gelegenheitsspieler, diese sollten sich besser an das alte Risiko halten. Für öfters stattfindende Spieleabende mit Freunden stellt Risiko: Evolution jedoch sicherlich eine gelungene Abwechslung dar, die sich auch preislich mit seiner Ausstattung durchaus im vertretbaren Rahmen bewegt.

Mit freundliche Unterstützung des Heidelberger-Spieleverlags.


Name: Risiko: Evolution
Spieler: 3-5
Verlag: Hasbro
Sprache: Deutsch
Autor: Rob Daiau
Spieldauer: ca. 120 Min.
Empf. VK.: 59,95 €
Komplexität: Leicht zugänglich, taktisch und strategisch hoch{jcomments on}

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