Hunter - Innocent

Let He Without Sin Cast the First Stone
vom Backcover von Hunter Book: Innocent

Öfter mal was Bekanntes steht auch diese Woche wieder auf dem Plan, wieder haben wir ein Dings-Buch der WoD vor uns, wieder ist es Hunter. Nachdem wir nun schon Verteidiger und Eremiten hatten, geht es nun den Unschuldigen ans Leder: das „Hunter Book: Innocent“ steht auf dem Prüfplan.

Optisch haben wir es mit Bewährtem zu tun. Der Coverstil gleicht dem aller bisherigen Bücher zu den Creeds, diesmal sehen wir einen Mann mit großer Brille, haufenweise Bücher im sich scharend, ein Modellflugzeug neben seinem Kopf hängend, diversen Unfug vor sich stehen habend und düster in die virtuelle Kamera guckend.
Nein, das Motiv macht nicht wirklich Sinn, aber man erkennt, wer gezeigt ist: Bookworm55, sicherlich einer der namhaftesten offiziellen NSCs.
Das Innenartwork ist … gewohnt. Einige Bilder sind höchstens dazu geeignet, den Betrachter noch einmal daran zu erinnern, wie Galle schmeckt, einige sind okay und einige weniger sind sogar richtig klasse, stimmungsvoll und düster. Was man so erwartet.

Ebenfalls die Erwartungen erfüllend ist die Eröffnung mit Auszügen aus einer neuen Ecke des Hunter-Nets, diesmal „Vitalis“ getauft. Hier tummeln sich also die hier thematisierten Hunter, wenn man hier schon feststellt, was nahezu für das gesamte Buch gelten wird: irgendwie kriegt man hier kaum was Neues geboten...
Es beginnt eine Predigt eines Mantras, welches ich am Ehesten noch mit „Sie sind monströs, aber doch keine Monster“ umschreiben würde … und die endet erst irgendwo im vierten Kapitel, dem Letzten der Intime-Kapitel des Buches.
Selbst die Kurzgeschichte, in den bisherigen Büchern eigentlich immer eine recht fesselnde Erzählung ohne literarische Ambitionen aber mit einem guten Maß der Inspiration, zieht hier nicht wirklich.
Keiner der Berichte weckt im Leser wirklich das Interesse, einen Innocent zu spielen, denn ihr Standpunkte ist nun mal naiv, daran kann auch die tausendfache Beteuerung alle „postenden“ Innocents nichts ändern.
Der WoD-Kenner weiß, dass Vampire nicht gerade das Gute im Menschen suchen, weiß um das physische Gefahrenpotential eines Werwolfs sowie um die geistige Macht eines Magus, selbst wenn einige von ihnen eben im Rahmen „nett“ sind, so sind sie alle irgendwo doch keine Menschen mehr und die meisten Ambitionen ihrerseits dienen sicherlich nicht der Menschheit.
Vor allem fragt man sich aber auch die ganze Zeit, wie man einen Innocent manierlich in die eigene Chronik einbauen will, denn hey, eine Kooperation mit Avengern ist undenkbar, ein Defender wird bald mit ihm anecken können, Judges laufen ihrer Auffassung klar entgegen und selbst die Visionarys sehen sie nur mit Vorbehalt.

Das vierte Kapitel ist es dann in erster Linie, was das Buch vor einem Absacken in „Ausreichend“ oder darunter bewahrt, denn einerseits wird hier wieder eine düsterere Atmosphäre gewoben, vor allem durch die abschließenden Postings, andererseits wird der Metaplot weiter vorangetrieben.
Bookworm55 darf mehr tun, Fyodor beginnt erstmalig wirklich große Taten zu vollbringen und dergleichen mehr faszinieren den Leser dann schließlich doch noch etwas.

Der Regeln in Kapitel fünf sind dagegen mal wieder herzlich unnötig gewesen. Neue Archetypen, neue Kräfte, ein paar Infos zum Spielen eines Innocents … wieder nichts was fasziniert, nicht mal wirklich etwas, wovon ich dachte „Wäre cool, das mal einsetzen zu können“.
Gleiches gilt auch für das abschließende sechste Kapitel. Von den vorgestellten Beispielcharakteren (Community Matron, Recovering Burnout und Street Kid) kann nur der Zweite einigermaßen faszinieren, die namhaften Hunter zum Abschluss sind interessant, aber deren Nutzen ist, wie immer, eher begrenzt.

Was bleibt also festzuhalten?
„Hunter Book: Innocent“ ist bisher das Schwächste der Reihe, denn es versagt an zwei ganz essentiellen Punkten: weder fasziniert es den Leser wirklich, noch macht es Lust, die Creed zu spielen.
Es bringt den Metaplot etwas voran und vertieft einige NSCs, mehr aber auch nicht.
Nach den bisher so hervorragenden Büchern eine Enttäuschung. '


Name: Innocent 
Verlag: White Wolf {jcomments on}
Sprache: Englisch
Autoren: Philippe Boulle, Ken Cliffe und Adam Tinworth
Empf. VK.: 14,95 US-Dollar 
Seiten: 96

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