nWoD - Storyteller‘s Screen

Imagine a world where the truth is obscured and all is not what it seems. That works well for players, but can be a disaster for the Storyteller! This Storyteller Screen lays out vital rules for the Storyteller to reference at a glance.
vom Backcover von WoD: Storyteller‘s Screen

Erst sollte es ihn ja gar nicht geben, doch massive Nachfrage hat die Herzen der Weißen Wölfe erweichen lassen und so kam er dann im April 2006 doch noch auf den Markt: der Spielleiterschirm für die generische WoD.
Da die Rezensionen zu „Werewolf: the Forsaken“ und „Mage: the Awakening“ bei uns in das Ressort von [scimi] fallen, liegt somit, nach dem zu „Vampire: the Requiem“, jetzt der zweite Schirm der „neuen Machart“ bei mir auf meinem Werktisch.

„Neue Machart“ heißt, dass auch dieser Schirm ohne Begleitbuch erscheint, dafür aber für sich genommen in beeindruckender Verarbeitung. Die Panels des Schirms entsprechen von ihrer ganzen Verarbeitung, vom Druck bis hin zur Dicke, den Buchdeckeln eines typischen Hardcoverbuches. Sehr massiv, sehr standfest und nebenbei auch ziemlich Resitent gegen unerwartet auftretende Winde. Anders als noch bei dem Schirm zu den Blutsaugern ist hier zudem die Pfalz zwischen den Deckeln weicher, was bedeutet, dass sich dieser hier bequem in alle Richtungen falten und formen lässt und nicht selbstständig wieder zuklappt, wie es sein Vorgänger noch machte.
Das wuchtige Werk ist außen farbig und innen schwarzweiß und bietet auf der Spielerseite sogar die gewohnte Mischung aus mattem Druck mit glänzenden Designelementen. Zu sehen bekommen sie so eine Collage aus den Covern des WoD-Grundbuchs, „Antagonists“, „Mysterious Places“, „Chicago“, der „Armory“ und einem unförmigen Klecks, auf der dann ein paar der zugegebenermaßen schönsten Bilder der Reihe glänzend montiert wurden. Und nee, das „Ghost Stories“-Cover habe ich nicht darauf entdeckt. Überhaupt muss ich sagen, eine Schönheit ist der Schirm nicht gerade geworden. Die Collage wirkt bisweilen lieblos arrangiert (ganz besonders an dem unschön harten Rand zwischen dem „Places“- und dem „Antagonists“-Cover sowie in der unpassenden Einbettung des stilistisch herausfallenden Chicago-Covers).

Die Spielleiterseite ist dagegen optisch noch weitaus schlimmer. Die schlampigen Versäumnisse, die sich in der „Armory“ angedeutet hat, erreichen hier ihren Höhepunkt. Wie kann es denn sein, dass bei gerade mal 18 Überschriften gleich drei unterschiedliche Schrifttypen verwandt werden? Und zwar ohne erkennbares Konzept? Warum sind die Fließtexte teilweise mit Serifen, teilweise ohne gesetzt?
Warum müssen bei derart wenigen Bereichen gleich vier Stück mitten in den Knick zwischen dem (von innen her gesehen) linken und mittig linken Panel gedruckt sein? Und warum sind die aus der Reihe so bekannten Trennlinien der Textkästen nicht nur samt und sonders von einem hässlichen, grauen Kopierrand umgeben, sondern auch noch insofern „falsch“ gebraucht, als dass es hier, anders als in allen bisher erschienenen Büchern, keine optische Unterscheidung von oberer und unterer Leiste gibt? Obschon beide Typen verwendet werden, nur dann eben jeweils unten und oben? Und warum ist die Schrifttype der „Morality“-Tabelle fast doppelt so groß wie der Text an anderer Stelle?
Gerade im Hinblick darauf, dass das bisher doch nicht der Fall war und bei den anderen Schirmen auch nicht so laienhaft gemacht war, ist das sehr ärgerlich und führt insgesamt einfach zur Abwertung.

Was also haben wir nun an Tabellen geboten? Das linke Panel bietet die Wertetabellen für Nahkampfwaffen und Rüstung, mitten in den Knick wurden die Schadenstabellen für Strom-, Feuer und Giftschaden gedruckt, sowie die Attribute Use Chart. Die ist besonders toll und stellt in einer Matrix die neun Attribute dar, geordnet nach Mental, Physical und Social in der Horizontalen und Power, Finesse und Resistance in der Vertikalen. Das haben wir ja schon mal immer nicht gebraucht.
Gleiches gilt auch für die „Instant Action Results“-Tabelle die noch mal erklärt, was Dramatic Failures, Failures, Successes und Exceptional Successes so regeltechnisch genau sind. Die gibt es nämlich auf dem linken, mittig angebrachten Panel, auf dem ansonsten nur noch die Fernkampfwaffen Platz gefunden haben.
Mittig rechts finden wir die Übersicht über den Kampfablauf, die Zusammenfassung der Grappling-Regeln sowie zwei weitere Kandidaten der Kategorie „Was‘n Quatsch“, denn einerseits eine Tabelle mit Beispielmodifikatoren von Proben und eine weitere mit der tollen Erläuterung, dass die vier Stufen von Verbergen Widersachern Würfelabzüge von -1 bis -3 geben und das Ziel danach eben als „komplett verdeckt“ gilt. Toll.
Das letzte, das rechts außen liegende Panel bietet noch die Extended Actions, die Feats of Strength-Tabelle, einer ebenfalls nutzlose „Firearms Summary“ (die uns vor allem erklärt, dass man alle Schüsse auf Dexterity + Firearms ablegst und die Modifikatoren von – bis -3 reichen), beispielhafte Objekthärten, besagte gigantisch große Morality-Tabelle und die zugegebenermaßen nützlichen Manifestation Modifiers. Oh, und mal wieder einen Copyright-Kasten. Nicht nur, dass diese Abschnitte komplett verschwendeter Raum sind, den man auch sinnvoll hätte nutzen können – warum hier sogar noch der umfassende Kasten her musste, der auch gleich noch die alten Systeme V:tM, W:tA und M:tAsc komplett mit abdeckt, sei mal ganz offen gelassen.

Vergleicht man diesen Schirn nun mit dem der Vampire, so wird man dann noch schnell stutzig. Warum? Von den hier gegebenen 18 Kästen gibt es 13 Stück in dieser Form auch auf dem Vampirschirm. Einzig dort nicht zu finden sind die nutzlose „Attribute Use“-Tabelle, die Instant Action-Übersicht, die Beispiel-Modifikatoren, die „Concealment Details“, die „Firearms Summary“, die „Manifestations“ sowie, in der gegebenen Form die „Object Durability“.
Man sollte dabei dann noch erwähnen, dass der Inhalt der „Concealment Details“ bei den Vampiren 1:1 auch in einer einzigen Zeile der Kampfregelübersicht erläutert wird (und dort auch noch auf dem WoD-Schirm auftaucht) und anstelle Objekthärten hier beim „Requiem“-Schirm sogar eine ganze Beispielobjekt-Übersicht stand.
Weiterhin fand man dort eine Tabelle mit den Werten von Sprengstoffen, die auf dem WoD-Schirm einfach ersatzlos gestrichen wurde, ebenso wie dort noch Platz für eine Doppelung der Feuerschadentabelle war (nicht, dass das an sich gut gewesen wäre), eine riesige Frenzy- und die Aura-Tabelle, Schaden durch Sonnenlicht und einige andere Details mehr.

Kurz und gut: der WoD-Schirm vergeudet Platz, und das nicht zu knapp. Die anderen Schirme der WoD-Systeme bringen auf der gleichen Fläche einfach mehr unter und bietet zudem ja noch die systemspezifischen Abschnitte, die es hier gar nicht mal zu füllen gegeben hätte.
Ich meine, selbst die Steigerungskostentabelle mit den Erfahrungspunktmultiplikatoren fehlt auf dem neuen WoD-Schirm komplett.
Man fragt sich auch einfach, warum die „Ranged Weapons Chart“ auf dem V:tR-Schirm weniger als ein halbes Panel, hier dann sogar fast ein ganzes einnimmt. Das Schlimmste aber ist: der Schirm der Vampire war nicht mal wirklich gut!

Insgesamt hat sich der neue Schirm für generische WoD-Spieler als ziemliches Debakel gemausert. Er ist nicht schön, wenn auch grundsolide verarbeitet. Die Spielleiterseite ist im Layout offenbar das Werk eines Praktikanten oder so gewesen und begeht einige Fehler, die man einfach anno 2006 nicht mehr machen sollte – der Druck in den Knick des Schirmes etwa.
Vor allem aber fehlen einfach wichtige Tabellen auf dem Schirm, ohne dass deren Platz – oder eben auch der Platz der weggefallenen subsystemspezifischen Bereiche – irgendwie sinnvoll genutzt worden sei.
Somit erhält man einen solide verarbeiteten Sichtschutz, der aber auch für Spieler reiner WoD-Runden weniger Informationen bietet als seine theoretisch spezialisierteren Gegenparts und mutmaßlich immer genau die Tabellen nicht hat, die man gerade braucht.
Ein verhältnismäßig fairer Preis und ein gewisser, grundlegender Nutzen bei massiver Verarbeitung retten ihn vor dem „ungenügend“, dennoch kann ich nicht anders als den „World of Darkness Storyteller‘s Screen“ durch und durch mangelhaft zu nennen.


Name: WoD: Storyteller‘s Screen 
Verlag: White Wolf 
Sprache: Englisch
Autoren: N/A{jcomments on}
Empf. VK.: 14,99 US-Dollar 
Seiten: 4 Panels

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