Warpstone 12

"Nanu, rezensiert der jetzt auch schon Zeitschriften?" mag man da fragen, wenn man den Titel hier sieht, aber ich denke, diesmal lohnt es sich wirklich, denn was die zwölfte Ausgabe des englischen Warpstone-Magazine hier abliefert, das kann man fast schon als Quellenbuch bezeichnen.Aber zunächst mal gilt mein ehrlicher Dank den Jungs von WOF, ich nehme an, die wissen warum...
Aber für die, die es nicht wissen, erst einmal die Antwort auf die Frage "Was ist denn bitte das Warpstone-Magazine?"

Auf dem Cover steht "THE INDEPENDENT MAGAZINE FOR WARHAMMER FANTASY ROLEPLAY", und ich denke, das sagt schon fast alles aus. Es ist eine Zeitschrift über WFRP, die nicht wie beispielsweise Hogwash von Hogshead herausgegeben wird, aber viel nützliches Material enthällt. Letzterers trifft zumindest auf die mir vorliegende Ausgabe 12 zu, die anderen elf habe ich nämlich leider nie bekommen...
Das ganze beginnt noch sehr "Zeitschriftenartig" mit ein paar Rezensionen (Marienburg: Sold down the River und Something Rotten in Kislev für das Rollenspiel, Warhammer Armies: Vampire Counts für das Tabletop - wobei hier auch auf eine Verwendbarkeit für das Rollenspiel geachtet wird) sowie den "Warpstone Fragments", was quasi eine Newsseite darstellt.
Dann geht es aber auch schon los mit dem spieltauglichen Material:
"Madman or Prophet?" von John Foody beschäftigt sich mit Prophezeiungen, Omen und ähnlichem und wie man sie gut in einer Kampagne verwenden kann - ein interessanter Artikel.
"The Correspondent" ist eine regelmäßige Kolumne von Tim Eccles und beschäftigt sich diesmal mit dem Thema "Women in the Old World". Ganz nützlich, schließlich gab es dazu bisher kaum Informationen, aber ich konnte bisher auch ganz gut ohne Leben...
Der nun folgende Artikel, "Off the Shelf" ist dann wieder etwas WFRP-Externes, und beschäftigt sich mit dem "Tod" des Magazins Visions sowie der Zukunft der unabhängigen Rollenspielmagazine - ein Thema, das jeden interessieren sollte. Dieser Arikel stamm wieder aus John Foodys Feder.
Jetzt kommen aber die wirklichen Highlights: "Thralls of Darkness" stammt aus Vidar Edlands Feder und beschäftigt sich mit den "Gods of Chaos and those that follow". Dieser Artikel liefert einem endlich ein paar Details zu den Chaosgöttern Nurgle, Slaanesh (heißt hierzulande seltsamerweise Slaneesh...), Khorne, Tzeentch, der gehörnten Ratte, Malal und Khaine, inklusive Informationen über die Organisation der Kulte, bekannte Kulte sowie typische "Chaos Gifts" für die einzelnen Götter. Außerdem wird noch versucht, dem Leser dabei zu helfen, das Chaos zu verstehen. Sieht man mal von dem Fehlen von Zuvassin und Necoho aus Something Rotten in Kislev ab ist dieser Artikel in allen Belangen gelungen und für jeden Warhammer-Spieler, eher aber für den Spielleiter, ein Muß!
"Live by the Book" von Richard Lorio II befaßt sich mit den Bibliotheken der Alten Welt. Wenn ich daran denke, wie oft meine Spieler schon auf der Suche nach Informationen in die Bibliothek gerannt sind, ein sehr nützlicher Artikel. Und quasi als Sahnehäubchen werden noch die Berufe des Schreibers (Akademiker)und des Biblithekars (fortgeschrittener Beruf) vorgestellt, inklusive der neuen Fertigkeiten "Book Repair" und "Library Research".
Die in Vidar Edlands "Tomes of Magic" vorgestellten Bücher wird man hingegen in keiner Bibliothek finden.
Bei den "Tomes2 (Dt.: "Wälzer") handelt es sich um unglaublich mächtige, magische Bücher. Inspiriert von H.P. Lovecrafts Cthlhu-Mythos sind diese Bücher nicht einfache Zauberbücher, sie haben selbst eine gewisse Macht.
Zu den illustren Werken, die hier erwähnt werden gehören "The private Manuscript of Etelka Herzen" (Tod auf dem Reik-Kenner sollen hellhörig werden...) sowie ein Buch namens "The Neconomicon" (Jetzt dürften auch die Lovecraft-Fans hellhörig werden...), und es ist genau wie bei Lovecrafts Neconomicum nicht ungefährlich, ein solches Buch zu lesen.
Der Warpstone bietet ein eigenes System zur Darstellung der Bücher an: es wird für jedes Buch angegeben, wie schwer es zu lesen ist, wieviele BES-Tests der Leser pro Tag machen muß (bei Etelkas Manuskript sind es ganze 30 (!)) und was für Geisteskrankheiten man von welchen Büchern bekommen kann. Da findet man sogar einige neue Sachen: Astrophobia, die Angst vor Sternen, dem Mond und der Astrologie beispielsweise, oder "Alignment Change".
Der geneigte SL bekommt sogar noch ein paar Abenteuerideen an die Hand gegeben - ein äußerst nützlicher Artikel!!

"Ring-a-Ring of Cultists" ist das nächste Kapitel, ein angenehm langes Szenario aus John Foodys Feder. Es erstreckt sich über 13 Seiten - und damit ist es bespielsweise, obwohl in einer kleineren Schrift gehalten, noch immer drei Seiten länger als das Abenteuer Aus den Archiven des Imperators. Es spielt in Altdorf, während eines Shallya-Festes, und es enthällt auch noch recht ansehliche Handouts. Sehr schön!
"The Forum" ist die Leserbriefecke des Magazins und für einen Erstleser wie mich ja nicht so interessant, die direkt darauf folgende Zusammenstellung der "Marienburg Resources" ist es hingegen schon. Marienburg ist ein schöne Stadt, um dort das eine oder andere Abenteuer anzusiedeln - The Dying of the Light macht es schließlich vor - da kann man John Foody und Alfred Nuñez Jr. eigentlich nur dankbar sein. Ihre Übersicht umfaßt die alten Ausgaben des White Dwarf, des Warpstone-Magazines (nicht unbedingt überrachend...), des Hogwash und verweist sogar noch auf eine Website (www.rpghost.com/Marienburg; wer in Marienburg spielt wird sich freuen!
Das letzte Kapitel ist von Spencer Wallace geschrieben, heißt "A Little of This and a Bit of That" und befaßt sich mit den Grundlagen der Chemie in der Alten Welt - etwas, worauf einer meiner Spieler schon seit langem wartet! Dabei driftete das Ganze aber nicht zu sehr aus dem WFRP-Setting heraus, aber es ist nun auch endlich möglich, selber Schießpulver herzustellen. "The good Doctor" bringt das Ganze dann noch in Form eines NSCs in die Nähe der Spieler, und zwei Abenteuerideen sind auch hier das Sahnehäubchen. Noch ein sehr nützlicher Artikel.
Bevor ich nun (endlich?) zum Fazit komme, noch ein paar Worte zum Layout:
Leider kann der Warpstone nicht mir einem Farbcover aufwarten, der S/W-Skaven von Jojn Keane, der das Titelbild ziert, gleicht das aber locker aus. Und sowohl in Innenillustrationen als der Rest des Layouts können voll überzeugen - Hogshead hätten auch nichts besser machen können.

 

Also dann, das Fazit: selten ist es mir so leicht gefallen: KAUFEN!
Für den Preis von gerade mal £3,00 erhält man jede Menge Holz. Ich für meinen Teil habe das 40-seitige Heft verschlungen, und mir kamen schon beim Lesen sehr interessante Ideen. Ich würde diese eine Ausgabe auch glatt mit Aus den Archiven gleichsetzten, aber im Preis-Leistungsverhältnis gewinnt der Warpstone ganz klar.
Und sollten die Macher des Magazines ihre Pläne einmal verwirklichen und ein "Best-of-Warpstone" auf den Markt bringen, dann würde es wahrscheinlich Aus den Archiven des Imperators wesentlich überlegen sein.
KAUFEN!


Name: Warpstone Issue 12 
Art: Magazin 
Sprache: Englisch 
Autor: verschiedene {jcomments on}
Verlag: Warpstone

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