Dark Heresy - Haarlock #1 - Tattered Fates

Tattered Fates ist der erste Teil der Abenteuertrilogie für Dark Heresy um das Vermächtnis des Freihändlers Haarlock, der einige seltsame Artefakte und unermessliche Reichtümer hinterlassen hat.

Die Produktqualität des Bandes ist, wie bei Dark Heresy auch allgemein, sehr hoch. Zwar finden sich zwischen den beiden Hardcover-Deckeln nur 70 Seiten, doch sind diese durchgängig farbig, sehr gut und stimmig. Auch die Karten sind erfreulich zahlreich und detailliert. Die Verarbeitung ist ebenfalls hochwertig, das man für sein Geld auch einen ordentlichen Gegenwert erhält. Trotzdem sind 25 Euro ein großer Brocken für einen so schmalen Abenteuerband.

Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt, von denen jeder etwa einen Spielabend umfasst. Und wenn Leute die vorhaben, den Abenteuerband noch als Spieler zu erleben jetzt nicht aufhören zu lesen, werden sie sich eine Menge Spaß nehmen.

Der Beginn ist direkt einmal kontrovers. Die Spieler beginnen fast nackt und ohne ihre liebgewonnene Ausrüstung in einer brenzligen Situation. Sie wurden von der Verbrecherorganisation Beast House wegen obskurer Gründe entführt und sollen entsorgt werden. Die Spielercharaktere müssen sich dann durch die industrielle Unterwelt eines unbekannten Planeten kämpfen und bevor sie an die Oberwelt gelangen, finden sie nicht nur einen wichtigen NSCs, sondern auch viele weitere Infos sowie eine weiterführende Aufgabe.
Der zweite Teil dient dann vor allem der investigativen Arbeit, in welcher die SCs sich durch die Stadt arbeiten und Informationen suchen. Informationen, was mit ihnen geschehen ist und auch Informationen zu einem besonderen Ereignis, das bald bevorsteht und das nicht unbedingt im Sinne der Inquisition sein dürfte. Das kann jedoch nur während einer großen Feier verhindert werden, an der die Spielercharaktere auch irgendwie teilnehmen müssen, wofür das Abenteuer mehrere Wege bietet.
Auf der Feier angekommen beginnt das dritte Kapitel. Hier müssen die Spieler das verwirrende Haus erkunden, während um sie herum dekadente Adlige feiern und die Stunde der finalen Konfrontation immer näher rückt. Am Ende gibt es dann nicht nur eine besondere Sternenkonstellation zu bewundern, sondern auch einen Kult abzuwehren, ein altes Übel zu besiegen und ein Artefakt zu bergen.

Der Abenteuerband richtet sich klar an erfahrene SLs, da jedes der Kapitel nur über einige Szenarien und NSCs verfügt und den Spielern sowie dem SL sehr viele Freiheiten lässt, ob und in welcher Reihenfolge diese Punkte, wenn überhaupt, abgearbeitet werden sollten. Dabei sind aber viele Hinweise für den SL gegeben, wie bestimmte Konstellationen funktionieren und welche Infos am Ende herausgekommen sein sollten. Dieses Format ist für kreative SLs und für eigentlich alle Spieler zwar angenehmer, bedeutet aber auch mehr Arbeit für den SL als ein lineares Abenteuer. Die zahlreichen faszinierenden NSCs und auch die ganzen Orte, zu denen die Spieler reisen können, motivieren den SL aber ungemein, diese Orte mit Leben zu füllen und zu benutzen.

Auch wenn sich der Abenteuerband eher an erfahrene SLs richtet, so ist der Schwierigkeitsgrad für die Spieler eher moderat und nur für Anfängercharaktere fordernd. Die Spieler meiner Gruppe hatten kaum Probleme mit den Herausforderungen fertig zu werden. Erst als ich die finale Konfrontation mehr ans Gruppenniveau angepasst hatte, kamen sie ins Schwitzen. Das ist etwas verwunderlich, da das Vorgängerabenteuer The House of Dust and Ash aus dem Disciples of the Dark Gods-Quellenbuch knüppelhart ist und bei uns zu starkem Verlust von Schicksalspunkten geführt hat.

Tattered Fates ist ein hervorragender Abenteuerband und legt die Messlatte für die nächsten beiden Bände sehr hoch. Wer Dark Heresy spielt und leitet, sollte unbedingt bei diesem Buch zugreifen!


Name: Tattered Fates 
Verlag: Fantasy Flight Games 
Sprache: englisch{jcomments on}
Autor: Alan Bligh und John French
Empf. VK.: 24,95 Euro 
Seiten: 70 farbig, Hardcover 
ISBN: 978-1589945500

Kommentare (1)

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Die GRAUENHAFTE Organisation des Buches führen für mich zu deutlichem Punktabzug. Ich musste das 2 1/2 mal lesen um halbwegs durchzublicken. Es fehlt ganz klar eine Klartext-Zusammenfassung der Plaene und Motivationen der verschiedenen gegnerischen Parteien fuer den SL. Das haette mir eine MENGE Arbeit gespart.

Es nervt ausserdem, dass an keiner Stelle Klartext geredet wird, was es eigentlich bedeutet, wenn die Pilgrims erfolgreich sind, oder WARUM Heron Mask uerbhaupt den Akolythen ganz am Anfang hilft, was es jetzt genau bewirkt, dass Scions anwesend sind, was der Widower mit Ihnen anfangen konnte, was es mit der "besonderen" Komstellation am Schluss auf sich hat und und und. Fuer ein Rollenspiel-Szenario ist es unakzeptabel den SL ueber so viel potentiell wichtige Dinge im Unklaren zu lassen - er wird damit in seiner Aufgabe notfalls zu improvisieren erheblich behindert.

So wie die Dinge stehen kann ich dem Buch nur ganz ganz knappe 2 von 5 Sternen geben.

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