Dark Heresy - Haarlock #2 - Damned Cities

 

Nachdem die Abenteuertrilogie für Dark Heresy um den Freihändler Haarlock und sein mysteriöses Erbe mit Tattered Fates bereits sehr frei und auch qualitativ hochwertig begann, knüpft Damned Cities nicht nur daran an, sondern legt noch einen drauf!

Die Aufmachung ist bei allen drei Bänden der Abenteuertrilogie gleich. 72 farbige Seiten im Hardcover, sehr viele Illustrationen von hohem Niveau und auch viel brauchbares Kartenmaterial, alles in bombiger Verarbeitung. Das sollte man für die 25 Dollar aber auch erwarten können.

Die Spielercharaktere werden diesmal nach Sinophia Magna geschickt, um eine Reihe rätselhafter Morde aufzuklären, die im Zusammenhang mit Haarlock stehen könnten. Den Charakteren stehen nun einige Ermittlungen in einem der heruntergekommensten Gegenden des Sektors bevor, die sie sowohl in die Reihen des dekadenten und abgewirtschafteten Adels, wie auch den völlig versifften Arbeiter- und Armensiedlungen in der Hauptstadt des Planeten führt. Sie werden groteske Mechanik-Konstruktionen voller barockem Glanz sehen, einen alten Turm Haarlocks besuchen und eine große Menge schräger und zwielichtiger Gestalten dabei treffen.

Die Lokalitäten wie auch Charaktere sind wirklich sehr toll beschrieben und bleiben bei den Spielern haften, wenn es dem SL gelingt, diese so heruntergekommen zu beschreiben, wie es den Autoren gelungen ist. Doch die Stimmung ist kein Selbstzweck, sondern stützt die Handlung des Abenteuers sehr gut. Eine Handlung, die sich die Spieler im Übrigen Schritt für Schritt selbst erarbeiten müssen. Wo der erste Band noch eine grobe Unterteilung genoss, bietet Damned Cities dem Spielleiter vor allem Orte, NSCs und Informationen die jeweils dort erlangt werden können. Damit wird es für den Spielleiter sehr wichtig, das komplette Szenario gut vor Augen zu haben, um auf die Aktionen der Spieler reagieren zu können.

Aber das wird schwierig, denn die Ordnung im dem Band ist eine Katastrophe. Plotelemente, Plätze und NSCs sind über das gesamte Buch verstreut, an relevanten Orten sind keine Verweise auf passende Elemente, etc. Damit machen die Autoren es dem Spielleiter unnötig schwer. Zwar haben sie viel interessantes Material geschaffen, jedoch ist es ihnen nicht gelungen, es so zu präsentieren, dass man es auch sinnvoll nutzen kann, was für so ein freies und investigatives Abenteuer einen unnötigen Bremsklotz darstellt.

Insgesamt ist Damned Cities aber ein großartiges Modul, das die Kombinationsgabe und die ermittlerischen Fähigkeiten sowohl der Spieler wie auch der Charaktere fordert und mit einigen sehr erinnerungswürdigen Orten, Geschehnissen und Figuren aufwartet. Wenn doch nur die Nutzbarkeit des Buches direkt am Tisch besser wäre, so stünde einer uneingeschränkten Empfehlung nichts mehr im Wege.


Name: Damned Cities 
Verlag: Fantasy Flight Games
Sprache: englisch
Autor: Alan Bligh und John French
Empf. VK.: 24,95 Dollar 
Seiten: 72 farbig, Hardcover 
ISBN: 978-1589945517{jcomments on}

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