Star Wars – Power of the Jedi

You must learn the ways of the force...
vom Backcover von Power of the Jedi

Das Erscheinen dieses Buches war ebenso notwendig wie, nach der Veröffentlich von The Dark Side in der ersten Edition, unvermeidlich. Allerdings ist wider aller Spekulation kein The Light Side daraus geworden, sondern vielmehr ein generischer Quellenband über alle Themen, die einen Jedi so quer durch alle Epochen bewegen. Zumindest in der Theorie schon einmal.

Das Cover jedenfalls ist ebenso passend wie hübsch, wenn auch für die Reihe untypisch, geraten. Im Hintergrund sehen wir die Jedi-Reihe, wie man sie von den AotC-Promo-Postern kennt, davor stehen in erwartungsvoller Pose der junge Obi-Wan, Yoda, Mace Windu und Luke Skywalker (in seinem Farmjungenoutfit (!)), allesamt mit gezogenem Lichtschwert. Sieht ganz hübsch aus, vor allem dank angepasster Farben wirkt es sogar verwunderlich harmonisch.
Das Backcover bietet ebenfalls die Jedis am Horizont, hier wurden allerdings keine Charaktere in den Vordergrund, sondern als Wasserzeichen in den Hintergrund gesetzt. Links der alte Obi-Wan, rechts Qui-Gon Jinn, dazwischen Adi Gallia und Ki-Adi-Mundi.
Das Innenartwork ist von den gewohnten Stilen und der gewohnten Qualität, wobei in diesem Band noch deutlich mehr Filmfotos Verwendung finden als in den neuen Bänden der Reihe. Das gefällt mir persönlich sehr gut, führt zwar zu einem etwas wirren Gesamtbild zwischen gezeichneten und fotografierten Illustrationen, sieht dafür aber für sich genommen jeweils gut aus.

Das Buch gliedert sich insgesamt in sieben Kapitel, verzichtet auf einen "Kommt alles rein was übrig ist"-Index, wie ich sie in letzter Zeit öfter gesehen habe und beginnt, nach kurzer Einleitung, mit der "History of the Force". Auf sechs Seiten beginnt alles bei den frischen Studenten der Macht 25.000 Jahre vor der Schlacht bei Yavin und schildert dann knapp alles, von dem Erstarken der Sith bis hin zu Luke Skywalkers Jedi-Akademie und dem Einfall der Yuuzhan Vong.
Natürlich gibt es in Teilgebieten genauer informierende Bücher; so sollten Sith sicherlich die Informationen von The Dark Side hinzuziehen und Spieler in der NJO brauchen einfach das The New Jedi Order Sourcebook, so knapp wie die Informationen zu dieser Epoche hier aufbereitet werden. Aber für einen generellen Überblick und weitaus mehr Details zu den ganz frühen Jahren ist man hier schon genau richtig.

Kapitel 2, "Playing in the Light", bietet das pure Regelpaket, sauber abgepackt und verstaut. Sechs neue Force Skills, neun neue Force Feats, fünf Prestigeklassen (Force Warrior, Jedi Healer, Jedi Instructor, Jedi Scholar und Jedi Weapon Master) sowie mit der 'Healing Trance' und 'Sense Surroundings' zwei neue Machttechniken werden angeboten – hat mir alles gefallen.

Nicht zuletzt, da man im Anschluss schon bei Hintergrundinformationen angelangt ist und im dritten Kapitel mit allem vertraut gemacht wird, was man zum Spielen einer Jedi-Kampagne wissen muss.
Was sind die Regeln für einen Jedi? Wie mache ich aus ihnen gute SCs oder NSCs? Wie wird ein Jedi trainiert und wo liegt der Unterschied zwischen einem Jedi während des Aufstiegs des Imperiums oder nach dessen Fall?
Viele interessante Themen, auf 24 Seiten ausreichend behandelt.

Es folgen zehn Seiten "Equipment". Drei Lichtschwert-Typen, eine Rüstung, zwei Macht-spezifische und zwei normale Ausrüstungsgegenstände, acht Raumfahrzeuge inklusive dem XJ X-Wing und dem Jedi Justice Cruiser sowie zwei Artefakte: ein archaisches Lichtschwert und ein Holocron.
Ebenfalls ein sehr rundes Kapitel, das sinnvolle Ergänzungen macht und welches dadurch punkten kann, dass die neuen Objekte in diesem Kapitel auch wirklich, samt und sondern, für Jedis sind.

Kapitel fünf, wo wir mittlerweile angelangt sind, bietet auf 34 Seiten neue Rassen und Kreaturen. Bei den Rassen gibt es von Arkanian über Caamasi und Togruta bis zum Vultan 18 sinnige Ergänzungen, die leider etwas dadurch leiden, dass sie auch mittlerweile in der Ultimate Alien Anthology enthalten sind, wodurch der halbe Abschnitt etwas obsolet ist.
Da die Kreaturenliste in Ultimate Adversaries aber sträflich unvollständig war, weshalb die hier präsentierten acht neuen Kreaturen sicherlich jeden SL freuen werden.
Machtgeister werden auf drei Seiten behandelt, während auf den letzten 12 Seiten des Abschnitts Archetypen quer durch die Jedi-Berufungen bieten.

Kapitel sechs nennt sich zwar "Jedi Traditions", bietet aber 'nur' Stats zu unzähligen Signature-Charakteren. Das beginnt bei Meistern aus grauer Vorzeit (fünf, u.a. Odan-Urr und Vodo-Siosk Baas), geht über sieben Ritter der Alten Republik und drei Verbundene der Halcyon-Blutlinie, über den zwölfköpfigen Jedi-Rat und zehn andere Jedi aus der Zeit bis in die "Gegenwart" vor, wo Ikrit, der Machtgeist von Obi-Wan Kenobi, Cilghal und, aufgemerkt, Kyle Katarn (bekannt aus Jedi Knight-Spielen) beschrieben werden.
Richtig, Lukes Jedi-Akademie wurde 'geschlabbert' und das ist auch der wohl größte Kritikpunkte an dem Buch. Wenn ich schon Stats zu allem kriege, was sich Jedi nennt, warum dann nicht zu dem späteren Luke Skywalker? Wo ist Kyp Durron, der ja durchaus mehrfach im Band Erwähnung findet. Wo Corran Horn? Wo Lowbacca? Warum fehlen Jacen, Jaina und Anakin?
Das ist so sehr unbefriedigend und vor allem ohne ersichtlichen Grund so gemacht, denn das Buch schließt Lukes Akademie ja durchaus etwa in der Zeitlinie mit ein.
Es ist ärgerlich und führt zur Abwertung.

Kapitel sieben letztlich schließt den Band ab und grast nicht, wie ich erhofft hatte, noch die "Nicht-Jedi-Machtnutzer" ab, sondern zeigt "Where the Force is strong". Es ist zwar schon klar, warum in diesem designierten Jedi-Buch etwa die Hexen von Dathomir fehlen, dennoch ist es schade, bleiben sie doch so auf den groben Überflug im Hero's Guide beschränkt.
Das Kapitel selbst ist aber gut, keine Frage. Es werden acht Locations beschrieben, mit Geschichte, Beschreibung, Karte und Abenteuerideen. Dort findet man dann so illustre Plätze wie die große Bibliothek von Ossus, die Jedi-Akademie auf Yavin 4 oder auch das, wiederum aus dem ersten Jedi Knight bekannten, Tal der Jedi auf Ruusan.

Eigentlich hätte, so mein abschließendes Urteil, Power of the Jedi alle Chancen gehabt, ein sehr gutes Buch zu werden – doch leider hat es sie an einigen Punkten vergeben. Während das Fehlen von Nicht-Jedi-Traditionen verständlich und zu verschmerzen ist, so sind es andere Versäumnisse, die schwer ins Gewicht fallen.
Etwa das bereits angesprochene Fehlen von Werten für Charakteren nach dem Fall des Imperiums. "All eras" heißt es auf dem Backcover und wenn ich mal etwa Luke und Mara, die im Grundbuch enthalten sind, ausnehme (was wiederum die Autoren bei Yoda oder Ben Kenobi nicht gestört hat...), so fehlen immer noch unentschuldbar viele Charaktere.
Doch auch andere Fragen bleiben offen – so fehlen etwa auch die sieben Formen des Lichtshwert-Führens vollständig. Die sind ebenfalls im schon genannten Hero's Guide enthalten; gehört hätten sie aber in das vorliegende Buch.
Wer einen Jedi spielen will, der wird an Power of the Jedi nicht vorbeikommen, genauso wie jeder Spielleiter bei Interesse in diesem Buch mehr Informationen findet, als er vermutlich benötigt. Schade ist nur, dass das Buch halt eine gute Abhandlung zum Thema geworden ist und nicht die Ressource zum Thema Jediritter, die es hätte sein können.


Name: Power of the Jedi
Verlag: WotC {jcomments on}
Sprache: Englisch
Autoren: JD Wiker, Michael Mikaelian, Jeff Grubb, Owen K.C. Stephens, James Maliszewski
Empf. VK.: 29,95 US-Dollar 
Seiten: 160

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