Envoyer 2007/04

In der April-Ausgabe des Envoyers stehen die Zeichen auf Untergang! Wie uns das Cover bereits verrät, enthält der Envoyer das Light-Regelwerk für das Endzeit-Rollenspiel Heredium, von dem auch die Illustration auf dem Titelblatt stammt. Wobei es eher die abgespeckte Version des eigentlich Light-Regelwerks ist, welches immerhin 172 Seiten umfasst und unter www.heredium-rpg.de zum kostenlosen Download bereitsteht.

Aber zurück zum eigentlichen Envoyer! Auf 82 Seiten erwartet den Leser eine Tour quer durch die breite Palette der Rollenspielangebote. Neben einigen News findet man noch Rezensionen zu Rollenspiel-Quellenbüchern, die amüsanten Weltenretter und eine uninformative und wirre Kurzvorstellung des PC-Spiels Bounty Bay Online. Besonders auffällig sind drei Interviews in einem Heft. Ein Interview mit Lukas Frese, dem Zeichner für Heredium und Künstler des Covers der vorliegenden Ausgabe, ein Interview mit einem bayrischen LARP-Verein, der bei einem Schlittenrennen den Preis für das beste Kostüm erhalten hat und ein Interview mit Günter Merlau vom LAUSCH-Verlag. Obwohl keines der drei Interviews wirklich zu überzeugen vermag, ist das letzte besonders misslungen. Obwohl es mit fünf Seiten so lang ist wie die beiden anderen zusammen, tritt hier die fiktive Gestalt Caine als weitere Person hinzu. Was offenbar amüsant sein sollte, verkommt zu einem peinlichen Herumgealbere, so dass man weder etwas interessantes über die Hörspiele zu Caine oder ihren Macher erfährt, geschweige denn unterhalten wird. Dass der Envoyer in der Einleitung des Artikels auch noch als “Enviyer” aufgeführt wird, fällt da kaum noch auf. Ebenfalls wenig geistreich ist die enthaltene Kurzgeschichte, die weder einen Fokus findet, was sie nun eigentlich darstellen möchte, noch den vermeintlichen Hauptcharakter interessant darzustellen vermag. Vielmehr wirkt die Kurzgeschichte wie die Ausarbeitung eines Rollenspielcharakters. Die Spielleitertipps zur Verwendung von Cliffhangern sind allgemein gehalten und wohl nur für völlig unerfahrene Spielleiter nützlich.

Weite Teile des Envoyers sind, wie bereits erwähnt, den Kuzregeln zum Endzeitrollenspiel Heredium gewidmet. Zur Welt wird kaum ein Wort verloren, und nur anhand der Regelauszüge lässt sich leider nur wenig zu dem Spiel an sich sagen; die Illustrationen sind allerdings sehr gut. Einen weiteren großen Teil des Heftes wird von dem Midgard-Abenteuer “Mord auf hoher See” eingenommen. Das Abenteuer hat die Intention, eine Seereise für Spieler interessanter zu gestalten. Dabei kommen zwar sehr viele gute Ideen zum tragen, doch wirkt die Häufigkeit der Geschehnisse doch bisweilen etwas konstruiert. Das Abenteuer ist aber ziemlich gut, um einzelne Elemente zu entnehmen und in eigenen Abenteuern zu Seereisen einzubauen. Die Umarbeitung in eine andere Fantasywelt sollte problemlos möglich sein, so dass jeder Spielleiter einer Fantasywelt einen Blick riskieren sollte.

Das Layout des Envoyer ist wie gewohnt zweckdienlich und schlicht, wird aber durch die Qualität der Zeichnungen zu Heredium aufgewertet.

Der vornehmliche Grund, diesen Envoyer zu erstehen, ist das gelungene Midgard-Abenteuer, da die Heredium-Regeln ausführlich und kostenlos im Netz zu beziehen sind und der Rest der Ausgabe leider doch qualitative Mängel aufweist.


Verlag: FZ Werbung / Redaktion Envoyer
Herausgeber: André Wiesler{jcomments on}
Sprache: deutsch
Empf. VK.: 1,80 Euro
Seiten: 82
ISBN: -

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