Phase X #5

Phase X hat sich mit den ersten vier Ausgaben bereits als hochwertiges Magazin für Phantastik im deutschsprachigen Raum etablieren können. Mit der fünften Ausgabe widmet sich der Atlantis Verlag, bzw. der Herausgeber Holger M. Pohl dem Schwerpunktthema „Technik und Magie“, die öfter zusammen auftauchen, als man zunächst glauben sollte.

Den Anfang macht der bekannte Darkover-Zyklus von Marion Zimmer Bradley, der Fantasy- und Sci-Fi-Elemente über zig Bände immer stärker miteinander verknüpft. Dem Artikel gelingt es gut, die nicht leicht nachzuvollziehende, da nicht chronologisch geordnete Reihe, für den Leser verständlich aufzubereiten. Nach einem kurzen Ausblick auf eher unbekannte, aber sehr lesenswerte Romane, wird die immer stärker fortschreitende Industrialisierung der Scherbenwelt beleuchtet und durch ein Interview mit dem Illustrator Paul Kirby abgerundet. Eine interessante, aber kaum bekannte Serie sind die Harold-Shea-Romane der Mathemagier. Das faszinierende an den fünf Romanen der Reihe sind die wissenschaftlichen Charaktere, die mit einer magischen Welt konfrontiert werden und diese sachlich angehen. Der Bericht macht auf jeden Fall einmal Lust darauf, ein paar der alten Romane aufzustöbern und sich mit ihnen auseinander zu setzen. Eine sehr eigene Art der Fantasy hatte schon immer Neil Gaiman, dessen Neverwhere-Reihe den Leser in eine Unterwelt verschlägt, in der Magie ganz anders funktioniert, als man es von der schwertschwingenden Fantasy kennt. Neben künstlichen Menschen wie Golems, Homunculi und Automaten widmet sich das Magazin noch ausführlich Comics. Neben den anspruchsvollen Ex-Machina-Comics, die sich vor allem mit der politischen Dimension von Superhelden auseinandersetzen, wird auch die Verknüpfung von Technik und Magie in Mangas und Animes sehr ausführlich vorgestellt. Ein längerer und auch sehr kritischer Artikel beschäftigt sich daraufhin noch mit den Spiderman-Comics von Babylon-5-Schöpfer J.M. Straczynskis, der die Serie sieben Jahre lang betreute. Abschließend zum Thema der Ausgabe, wird dann noch intensiv auf die Roboter und Androiden eingegangen, ohne die viele SciFi-Szenarien nicht vorstellbar wären. An Rollenspieler richten sich die letzten Artikel der Ausgabe. So werden in „Bäm! - Fürchterlicher Feuerball“ die Faszination und die Welten von World of Warcraft vorgestellt, das sich in diversen Medien breit gemacht hat. Die deutsche Rollenspielszene wird in ihrer Gesamtheit unter dem Schatten des Todes von Gary Gygax auf fast zehn Seiten beleuchtet. Zum Abschluss wird dann die Möglichkeit eines überlichtschnellen Antriebs für Raumschiffe diskutiert, der in zahllosen SciFi-Romanen zwar Standard, aber nach Einstein eigentlich unmöglich ist.

Wie gewohnt sind die Artikel allesamt umfassend recherchiert, informativ und sehr gut zu lesen. Den Autoren gelingt es immer wieder Interesse an den vorgestellten Themengebieten und Medien zu wecken. Die Artikel machen einfach Lust auf mehr und begeistern den Leser für die vorgestellte Sache, ohne dabei reißerisch oder unkritisch zu sein.

Die optische Gestaltung ist auch weiterhin eher zweckmäßig und schlicht, wenn auch nicht hässlich. Leider muss man aber wieder einmal das Cover so bezeichnen, denn der dürre Roboter, der in einem Hexenkessel rührt, aus dem ein Drache steigt, mag zwar zum Thema passen, sieht aber nicht gerade einladend aus.

Von den optischen Schwächen abgesehen, ist Phase X nach wie vor inhaltlich ein hervorragendes Magazin und eigentlich unverzichtbar für jeden deutschen Phantastik-Fan!


Name: Phase X #5  
Verlag: Atlantis Verlag - Guido Latz  
Sprache: deutsch
Autor: Holger M. Pohl (Hrsg.) {jcomments on}
Empf. VK.: 6,90 Euro 
Seiten: 114
ISBN: 978-3941258006

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