Book of Bone and Ebony

{jcomments on}Although the Solars alone can wield the mighty power of Solar Circle Sorcery, they are not alone in wielding magic. The Deathlords and their Abyssal slaves can focus the vast power of the Malfeans into the black miracles of Necromancy, evil magic equal to the mightiest wizardry in Creation.
- aus der Beschreibung von Exalted: Book of Bone and Ebony

Wenn ein Rollenspiel schon länger auf dem Markt ist, wie bei Exalted nun einmal der Fall, dann fangen irgendwann Supplements an zu erscheinen, die nicht mehr wirklich unverzichtbar sind und sich eher sehr speziellen Themen zuwenden. Manchmal bieten diese Bücher immer noch interessante Inspirationen für bestimmte Chroniken, oft sind sie leider auch geldmacherischer Schund, den niemand wirklich gebraucht hätte.

Was von beidem jetzt auf das jüngst erschienene “Book of Bones and Ebony” zutrifft, werden wir uns an dieser Stelle einmal näher besehen. Sicher ist auf jeden Fall, dass das Buch nicht für jede Runde großen Nutzen hat: Es versteht sich als das dunkle Pendant zu “Savant and Sorcerer”, in dem die Magie der Underworld näher beschrieben wird.

Auf das Thema des gut über 150 Seiten starken Bandes wird schon mit dem Cover eingestimmt: Unter dem Titel im Knochen-und-Ebenholz-Design prangt ein Covergemälde im Comicstil, auf dem, beschienen von geisterhaft grünen Licht der Well of Udr, gerade die Deathlords (Walker, Lover, Mask, Dowager, Princess Magnificent und der Bishop) gerade das Great Contagion beschwören, das in einer Wolke aus Rauch und Knochen emporsteigt. Auch im inneren finden sich durchweg schön düstere und morbide Illustrationen verschiedener Künstler (u.a. Melissa Uran, Eva Widerman, Ross Campbell, Jim Zubkavich und Joshua Gabriel Timbrook), die dem Buch auch im Inneren einen passenden Look verleihen.
Wer sich dann den Inhalt näher ansieht, wird vielleicht überrascht sein, dass in diesem “Compendium of Necromantic Lore” das Kapitel “Necromancy” nur 30 Seiten einnimmt. Ganz zu meiner Überraschung ist aus dem Buch nämlich nicht einfach eine Spellschleuder geworden, mit der Spieler ihre Abyssals noch stärker aufrüsten können, sondern ein sehr viele Themen umfassender Ergänzungsband zu “Exalted: The Abyssals”, der nicht nur die Abgründigen Exalted bedenkt, sondern auch viel Material zum Spiel mit Heroic Dead und Abenteuern in der Unterwelt anbietet.
Im ersten Kapitel etwa gibt es ein paar zusätzliche Erklärungen zu der gewaltigen Nekropole Stygia, zu ihrer Geschichte und vor allem, welche Abenteuermöglichkeiten es dort für Geister-Charaktere gibt. Auch das zweite Kapitel kommt den Geistern mit neuen Arcanoi zu Gute, die das Sortiment aus E:TA um ein paar praktische Kräfte erweitern, die weniger auf Geisterspuk als vielmehr auf sinnvolle Nutzung in Abenteuern ausgelegt sind.

An den Reliquien und Artefakten im dritten umfangreichen Kapitel dürfen sich Abyssals und Ghosts gleichermaßen bedienen, wobei hier für jede Gelegenheit etwas finden lassen sollte. Danach geht es weiter mit den schrecklichen Kriegsmaschinen, die die Deathlords gegen die Creation loslassen können, neben allgemeinen Regeln zu Bau, Wartung und Bedienung von Fluggeräten, Kampfmaschinen, Untotenheeren und anderem Kriegsgerät finden sich hier auch eindrucksvolle Beispiele aus den Arsenalen der Deathlords, jedes von ihnen einen eigenen Plot wert.
Jetzt erst folgt das Nekromantiekapitel, dass die Tendenz aus dem Abyssal-Buch fortsetzt: Die Spells sind zwar nicht inherent böse, haben aber doch einen gewissen morbiden Touch und beschäftigen sich meist auch mit der Manipulation von Geistern und der Unterwelt. Der Zahl der Spells ist auch nicht so gewaltig wie es bei der Sorcery der Fall ist, dazu ist Necromancy zu spezialisiert.

Am Ende folgt dann noch ein interessantes Kapitel, das sozusagen “Creatures of the Wyld” um die Kreaturen ergänzt, die in der Unterwelt leben. Die Rede ist hier nicht von Tiergeistern oder so etwas, sondern von verschiedenen Wesen, die größtenteils aus den wirren Träumen der Malfeans oder First Age-Experimenten entstanden zu sein scheinen und nun in der Underworld ihre ökologischen Nischen gefunden haben. Da hier natürlich nur besonders gefährliche oder interessante Viecher Platz gefunden haben, bietet das Kapitel zahlreiche Möglichkeiten, das Reisen durch die Underworld oder das Labyrinth noch mit ein paar Zufallsbegegnungen und Gefahren zu spicken. Die Krönung des Kapitels jedoch ist noch ein kurzer Artikel, der mehrere Plotvorschläge macht, was geschehen könnte, wenn die monströsen Maden, die in Mask of Winters Festung Juggernaut herumkriechen, sich plötzlich weiterentwickeln und damit die Pläne des Deathlords gründlich durcheinanderwerfen – oder begünstigen...

Insgesamt lässt sich also schließen, dass das “Book of Bone and Ebony” eine düstere, aber nichtsdestotrotz bunte Mischung von Material ist, das Chroniken, die einen Schwerpunkt auf Abyssals, Geister und die Unterwelt legen, gut bereichern kann. Für Erzähler, die also von der düsteren Seite von Exalted nicht genug kriegen können ist dieser Band eine eindeutige Kaufempfehlung, der stolze Preis des Buchs wird durch die Tatsache wettgemacht, dass hier keine Seite verschwendet wurde und jedes interessante Thema im Bezug auf die Unterwelt irgendwie abgedeckt ist.
Wer mit den Untoten nichts zu tun hat, für den ist der Band wohl eher eine teure Bettlektüre mit wenig praktischen Anwendungsgelegenheiten.


Name: Book of Bone and Ebony 
Verlag: White Wolf 
Sprache: Englisch
Autoren: Peter Schaeffer, Genevieve Cogman, Daniel Dover u.a.
Empf. VK.: 24,99 US-Dollar

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