Crime Scene - Sheriff‘s Office - Red Pine Hollow

„Mysterious stories unfold in this small sleepy town. As members of the Sheriff‘s Office, you will unveil dark secrets in every corner. Things are not as they seem in Red Pine Hollow.
Your role is to investigte.“{jcomments on}
- vom Backcover von Sheriff‘s Office: Red Pine Hollow

Mal wieder hat es ein Band der „Crime Scene“-Reihe auf meinen Stapel geschafft, wenn auch dieses Mal einer mit einem sehr langen Titel: „Sheriff‘s Office: Red Pine Hollow“. Äußerlich handelt es sich sonst erst einmal um einen durch und durch gewöhnten Vertreter, wenn auch eine auffällig hässlichen. Das Cover ist mal wieder von Shaun Thomas und Lee Moyer, wobei der Erstgenannte auch viel Innenartwork geschaffen hat. Stilistisch ist beides, Umschlagsbild wie Innenartwork, ganz okay, schafft es aber an keiner Stelle über generisches Fanzine-Niveau hinaus. Es schien mir diesmal mehr Bilder zu geben als noch in „The Feds“, doch auch dieses Mal werden Bilder dann und wann recycled.
Gelbes Absperrband auf dem Umschlag und zerknitterte Papierblätter im Hintergrund der Innenseiten bestätigen weiter, was man schon ahnte: alles beim Alten. Neu ist allerdings der teilweise ausnehmend schlechte Druck. Graustufenbilder wirken allesamt gepunktet wie mit einem Rasterdrucker erstellt, gerade Thomas‘ Bilder weisen zudem ein richtig ekliges Moiré-Bild auf, also eine Art unfreiwilliges Kastenmuster in den Grauflächen.
Das ist unschön, wirkt unprofesionell und kann so mit des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts einfach nicht mehr gebracht werden. Zusammen mit der durchgängig serifenlosen Schrift hat man hier wirklich ein Design geschaffen, dass geradezu schreit „Lass mich liegen! Lies mich nicht!“.

Habe ich aber trotzdem getan und muss sagen, inhaltlich ist der Band einmal mehr auf dem gemeinhin hohen Niveau der Reihe. Allerdings hat man sich hier mal wieder etwas mehr Freiheit genommen und liefert, neben gewohnten, knackigen Fakten, in Textkästen auch gleich noch Anregungen mit, wie man Red Pine Hollow in Richtung Twin Peaks, American Gothic oder gar Buffy gebogen bekommt.
Das ist sehr nett und zeigt, dass man bei Hogshead sogar mal etwas lockerer schreiben kann; Überschriften à la „Things That Go ‚Awallawallawallawallawalla‘ In The Night“ sind definitv neu in der Reihe. Wer‘s dagegen Bierernst mag und lieber „Großstadtrevier“ spielen will, der ignoriert die Kästen eben. Ein guter Kompromiss, denke ich.

Gegliedert ist der Band in eine Einleitung, acht Kapitel, einen Appendix, das Charakterblatt und entsprechend die vorgeschriebenen OGL-Texte am Ende. Zur Einleitung ist dabei nichts Weltbewegendes zu sagen, allerdings kann man ruhig einmal lobend erwähnen, dass es der erste Band der Reihe ist, bei dem mich die opening fiction irgendwie gebannt hat.

Das erste Kapitel dann befasst sich auf acht Seiten mit der „Town of Red Pine Hollow“. Man kriegt die Geschichte der in Oregon situierten, fiktiven Stadt vorgestellt, ein paar Worte zum umliegenden County geboten und zuletzt schon einmal einen Überblick über Örtlichkeiten und Personen dort geboten. Ein guter Einstieg.
Das zweite Kapitel, „Character Classes“, ist dagegen dann mal wieder d20 in Reinkultur. State Trooper, Deputys, Detectives, Sheriffs, Park Ranger auf der einen, Felons und Gang Members auf der anderen Seite werden spielbereit geliefert, wie man das so in etwa auch schon aus anderen Bänden kennt.
Keine Frage, dass da dann auch im dritten Kapitel erneut „Skills and Feats“ präsentiert werden. Was im PHB steht, wird ausgeklammert, alle Neuzugänge dagegen detailliert beschrieben, oft mit Wurfbeispielen und anderen Anregungen. Eilige Leute wurden zudem mit einer Tabelle bedacht, was dazu führt, dass man diesen zweiteiligen Regelwust Gott sei Dank auf knappern 24 Seiten abhandeln kann, bevor es dann tatsächlich für den Rest des Bandes nur noch Hintergrundinformationen gibt.

Teilweise allerdings mit Regelversatzstücken, wenn es etwa im vierten Kapitel um das „Equipment“ geht. Gerade mal drei Seiten und großteilig Waffen, aber ein Sheriff-Band ohne Handschellen-Beschreibung wäre auch wieder irgendwo unvollständig.
Danach geht es dann mitten hinein in das titelgebende Kapitel: „Sheriff‘s Office: Red Pine Hollow“. Zwei Seiten allgemeine Beschreibung und sieben Seiten mit NSCs werden hier geboten. Klar, wer den Sheriff selber verkörpert, der braucht das nicht unbedingt, aber trotzdem ist die Fülle an Informationen pro Person recht hoch und jeder einzelne Charaktere bringt mehrere Plothooks mit sich. Einmal mehr: vorbildlich.
Im sechsten Kapitel geht es um „Local Personalities“, von denen elf Stück auf zwölf Seiten beschrieben werden. Immer mit relativ viel Background, Stats und zwei Plothooks.

Danach wird es dann spezieller. Kapitel sieben führt uns in die Red Pine Hollow Mens Correctional Facility, die gibt es nämlich auch. Das Schema bleibt auch hier gleich: Etwas mehr als eine Seite allgemeine Beschreibung, sowie zwei NSCs auf zwei Seiten.
Der letzte Abschnitt widmet sich dann noch den „Criminals and Troublemakers“ der Region. Sieben Seiten, fünf Einträge mit insgesamt elf Abenteuerideen sollten auch den letzten Dorfsheriff eine ganze Weile auf Trab halten können.

Appendix A listet die wichtigsten Eckdaten der Geschichte von Red Pine Hollow in den letzten zwanzig Jahren auf, der Charakterbogen bietet abschließend keine großen Überraschungen und die OGL ... nun, ist die OGL.

Abschließend ist „Crime Scene – Sheriff‘s Office: Red Pine Hollow“ einer der besten Bände der Reihe geworden. Anders als „Police Investigation“, „Forensics“ oder „The Feds“ ist es ein konkreter Szenarioband und daher natürlich gleich wesentlich spielorientierter aufgezogen. Zwar fehlt das klassische Szenario am Ende des Bandes, aber dafür waren auch weißgott genug andere Anregungen enthalten. Schön sind auch die Mystik-Kästen, die auch den Fans von „Crime Scene: Supernatural“ oder ähnlichen Ansätzen endlich mal wieder was Futter bieten.
Es gibt natürlich ein paar Ärgernisse. Der Band sieht recht unschön aus, sollte anno 2005 einfach etwas opulenter daherkommen. Auch ist er recht dünn, was für sich genommen noch ganz okay wäre, aber daher wird mal wieder der größte konzeptionelle Haken der Reihe deutlich.
Jeder Crime Scene-Band ist ein Standalone, neben dem man nur noch das PHB braucht. Das bedeutet aber auch, dass in jedem Band wieder die Skills stehen, Feats eingeführt werden und dergleichen. Das verschwendet wertvolle Seiten.

Da aber gerade dieser Teil im vorliegenden Band sehr geballt und kurz daher kam, sehr viele schöne Ideen und zahlreiche spannende Spielabende mit natürlichen und übernatürlichen Widersachern vorgestellt werden und das Setting an sich so nett geraten ist, kann man den Band definitiv zu den guten Rollenspielbüchern zählen.


Name: Crime Scene – Sheriff‘s Office: Red Pine Hollow 
Verlag: Hogshead Publishing 
Sprache: Englisch
Autoren: Ian Hunt, mit Ian Sturrock
Empf. VK.: 18,95 US-Dollar 
Seiten: 80 Seiten

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