D&D 3 - Hero Builder's Guidebook

Give your Character every advantage
- vom Backcover von Hero Builder's Guidebook

Die Feencon 2004 ist vorbei und ich besitze dank diesem Rollenspielertreffen endlich das Buch, das ich schon immer wollte: Das Hero Builder's Guidebook.

Dieses Buch ist zugegebenermassen schon etwas älter und stellt eine der ersten Publikationen der Küstenmagier nach dem Erscheinen der dritten Edition dar. Das Buch beschäftigt sich, wie der der Name bereits erahnen lässt, mit der Ausgestaltung von Spielercharakteren. Und zwar auf Ebene ihrer Werte UND ihrer Persönlichkeit. Ob dieser Spagat gelungen ist, wollen wir jetzt mal im Verlauf dieser Rezension herausstellen.

Mit dem Cover von Brom, das einen jungen Mann zeigt, der ein Banner und ein Schwert hält, das er von einem sterbenden alten Mann erhalten hat, in eine Richtung weist. Sieht gut aus und passt sogar irgendwie zum Inhalt. Ansonsten zeigt sich das Buch layouttechnisch durchaus gewöhnlich. Graue Balken an den Aussenrändern, Zierleiste mit Kapitelname oben, dazu zweispaltiger Text und ab und zu mal ein Infokasten im Aussenrand.
Mit 64 Seiten nicht gerade umfangreich und dazu mit einem Preis von etwa 15 Dollar auch nicht billig.

Wie bei der Charaktererschaffung kommt das Buch direkt nach einer kurzen Einleitung zum Auswürfeln der Attribute und was man dabei alles machen kann. Hinweise wie "Dein Charakter bist nicht du" oder "Schwache Charaktere zu spielen ist eine Herausforderung die sehr viel Spaß machen kann" stehen sich hier bereits Powergaming-Tips gegenüber. Denn direkt am Anfang darauf hingewiesen zu werden, das man mit einer ausgewürfelten drei am besten einen Halb-Ork nimmt und diesen Wert dann seiner Intelligenz zuweist, da sie trotz Intelligenz Malus von -2 des Halb-Orks nicht unter drei sinken kann, dann hat das mit Rollenspiel nicht viel zu tun.

Das zweite Kapitel ist mit 24 Seiten auch gleich das größte und befasst sich mit der Kombination aus Rasse und Klasse. Hier ist zu jeder der sieben Rassen und elf Klassen eine ausformulierte Kombination angegeben. Man kann mit einem kurzen Blick herausfinden ob diese Kombination sinnvoll ist, regeltechnisch wie hintergrundsgetreu. Dabei ist gerade der Teil mit dem sinnvollen Hintergrund fehl am Platze. Stellenweise wird allgemein gesprochen, teilweise auf die Welt Greyhawk verwiesen. Das Elfen in dieser Welt normalerweise keine Barbaren sind, mag ja sein, aber in vielen Kampagnensettings die ich kenne, ist das durchaus möglich, bis fest in den Charakter der Welt integriert. Neben dem Rassenvorteil und dem Rassennachteil m Hinblick auf die Kombination mit einer Klasse findet man noch den Hinweis auf die Wichtigkeit der Attribute. Den einzig nützlichen Beitrag den ich bei jedem dieser Kombinationsmöglichkeiten gefunden habe, waren die sehr kurzen Hinweise auf Varianten, wie der Verschollene beim menschlichen Barbaren, oder dem Stadtdruiden der Gnome. Insgesamt aber ein sehr überflüssiger Teil, der einem Neuling im besten Fall Tips gibt seinen Charakter zu optimieren.

Im Kapitel zur Geschichte des Charakters kann man sich dann entscheiden, ob man die einzelnen Punkte lieber auswürfelt oder aussucht, schließlich "bestimmt der Spieler, nicht der Würfel über die Geschichte des Charakters". Was dann folgt sind jede Menge Tabellen zur geographischen Herkunft, Familie, Religionszugehörigkeit, Ausbildung, etc. Ob man das braucht, sei mal dahingestellt. Die Umsetzung ist allerdings als gelungen anzusehen.

Das nächste Kapitel über die Gesinnung des Charakters ist dagegen eine Mischung aus lustiger Unterhaltung und Nutzen. Denn man kann hier einen Multiple Choice-Test machen. Nach jeder Frage folgt eine Antwortmöglichkeit, welche die Gesinnung beeinflusst. Am Ende zählt man seine Punkte in gut, böse, rechtschaffend, chaotisch und neutral jeweils zusammen und der Wert mit dem höchsten Punktestand ist dann die Gesinnung.

Wenn man seinem Charakter einen bestimmten Touch geben möchte oder ihn in eine besondere Laufbahn dirigieren will, so hilft einem das vorletzte Kapitel. Eigentlich ist das Kapitel aber nur eine Beschreibung wie man seinen Charakter auf die beste Art maximieren kann. Mit Rollenspiel hat das wenig zu tun, eher mit Powergaming. Das ist zwar nicht unbedingt die schlechteste Art zu spielen, aber sie wird von vielen gehasst oder gemieden. Wer aber DnD mit der Intention spielen will, einen optimierten Charakter für einen Berufsweg zu haben, findet hier passende Hilfe.

Der Appendix und eigentlich das letzte Kapitel des Buches widmet sich einem sehr essentiellen Teil eines jeden Charakters: seinem Namen. Es gibt neben der umfangreichen Namensliste für die verschiedenen Rassen auch einige für Neulinge sicher hilfreiche Tipps. So sollte man Fantasycharakteren keine Namen geben die es auch in der eigenen Umgebung geben könnte (es sei den man will gezielt satirisch vorgehen, siehe Tim den Zauberer) oder auf Namen verzichten die aus bekannten Vorlagen stammen (wie Conan oder Merlin).

Insgesamt gesehen ist das Buch doch besser gewesen als ich es mit immer gedacht hatte. Ich hatte mit einem schonungslosen Powergamerbuch gerechnet, aber das ist es nicht geworden. Das Buch krankt aber eigentlich genau daran. Es kann sich nicht entscheiden ob es nun Rollenspiel oder Charaktermaximierung unterstützen will. Teile von beidem sind in dem Buch vorhanden, aber nichts konsequent. Das und das ein dicker Teil des Buches einfach praktisch keinen Nutzen haben ziehen zusammen mit dem zu hohen Preis die Wertung runter. Nicht das schlechte Buch das ich erwartet hätte, aber bei weitem nicht so nützlich das man es haben müsste.


Name: Hero Builder's Guidebook 
Verlag: Wizards of the Coast 
Sprache: amerikanisch
Autoren: Ryan Dancey, David Noonan, John D. Rateliff 
ISBN: 0786916478
Empf. VK.: 14,95 US-Dollar 
Seiten: 64 s/w Softcover{jcomments on}

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