Blood – The Last Vampire

"As far as we know, she's the only remaining original!"
- David in Blood – The Last Vampire

Zur Handlung:
Das Mädchen Saya ist ein Mitglied einer Sondereinheit, die sich auf das Vernichten von Dämonen spezialisiert hat. Das Besondere an ihr: sie selbst gilt als der letzte echte Vampir auf der Erde.
1966 wird sie kurz vor Halloween undercover auf der Yokota-Luftwaffenbasis eingesetzt, wo sie feststellen muss, dass zwei ihrer Klassenkameraden Monster sind und gerade einen Überfall auf die Krankenschwester des Geländes planen. Ein weiteres Monstrum macht zudem den örtlichen Rotlicht-Bezirk unsicher.
Letztlich kämpfen die beiden Parteien dann gegeneinander.

Zur Umsetzung:
So, nach visionären Bilder, grandioser und innovativer Technik und hintergründigen Geschichten dachte ich mir, es wäre mal genau die richtige Zeit, um mal eine etwas andere Art von Anime herauszukramen. Pure Action.
Man muss voraus schicken, dass auch "Blood – The Last Vampire" eine Manga-Adaption ist, die hier von Kenji Kamiyama und Katsuya Terada vorgenommen wurde. Unter der ausführenden Produktion von Mamoru Oshii hätte aus dem ursprünglichen Stoff eine drei Teile umfassende OVA-Serie werden sollen, wie es etwa bei "Read or Die" geschehen ist. Leider hat das Budget nicht gereicht, weshalb Regisseur Hiroyuki Kitakubo nur den mittleren Teil der Handlung umsetzen konnte.
Dass das natürlich die Handlung des an sich recht interessanten und gut durchdachten Mangas völlig zerlegt hat bedarf gar keiner Erwähnung, daher muss man das obige "pure Action" durchaus nahezu wörtlich nehmen. Es ist nicht so schlimm wie bei "M.D. Geist", welchen wir ein anderes Mal hier besprechen werden, d.h. es gibt immer noch eine Handlung, der man folgen kann, aber diese zerfällt in Unbedeutsamkeit je weiter der Film fortschreitet. Der "Film", das sind im Übrigen rund 45 Minuten (gegenüber der Angabe von 80 Minuten auf der US-DVD), insofern muss zur Handlung nicht mehr viel gesagt werden.

Zeichnerisch kann der Film trotz starkem Computereinsatz zwar nicht mit Meisterwerken wie "Metropolis" oder "Ghost in the Shell: Innocence" mithalten, sieht aber dennoch sehr gut aus. Sehr detaillierte Animationen, schön gezeichnete Charaktere und optische Effekte wie das Hitzeflimmern in einem brennenden Gebäude erfreuen das Auge. Leider ist der Bruch zwischen den im Computer generierten Szenarien und den gezeichneten Figuren oft sehr deutlich zu sehen. Nicht weil die Effekte schlecht sind, sondern eher, weil sie zu "photorealistisch" sind. Das ist schade und wirkt daher oft nicht wirklich aus einem Guss, ist aber natürlich immer noch besser als ein effektiv schlecht gemachter Stil.

Das Design dagegen ist recht cool geraten. Gerade Saya ist ein sehr eindrucksvoller Charakter, der den Archetyp des "Schulmädchens" so richtig nicht erfüllt. Angefangen bei ihrer schwarzen Schuluniform ist an ihr einfach alles dunkel und düster. Ihre Bewegungsabläufe gefallen zudem sehr gut, gerade mit ihrer Katana macht sie eine rundum gute Figur. Gerade wenn sie mit ihrem Blick in das Krankenzimmer gestürmt kommt und auf eine Mitschülerin einhackt, wirkt das einfach sehr imposant.
Die restlichen Charaktere bleiben blass, nachdem schon Saya zwar cool, aber definitiv nicht tiefgründig geraten ist. Es gibt die verschreckte Krankenschwester, den harten Soldaten, die gedrillten Agenten und derlei Klischees, aber nichts, was irgendwie den Terminus "Charakter" wirklich verdient hat.

Die Inszenierung der Charaktere ist dagegen weitestgehend gelungen, kann damit zwar nicht die nonexistente Handlung kaschieren, macht aber schon Spaß, was wohl auch nicht ganz unwichtig ist.

Interessant ist wohl noch anzumerken, dass gute Teile des Film in englischer Sprache sind, da die Japaner eben Japanisch und die Amerikaner Englisch reden. Das ist wohl kein Wertungskriterium, aber selten genug, um sich eine Erwähnung zu verdienen.
Ansonsten ist der Film auf akustischer Ebene eher schwach, der Score von Yoshihiro Ike bleibt unmerklich und kann einfach nicht mit den Ohrwürmern vieler anderer Filme mithalten. Wohl aber untermalt er die Geschehnisse auf dem Bildschirm recht passend und stört nicht, so dass man hier auch von einem befriedigenden Ergebnis sprechen kann.

Befriedigend, das wäre auch eine angebrachte Note für den Film. Die Handlung ist nicht da, dank der guten Inszenierung macht er aber dennoch Spaß – doch nur für eine kurze Zeit, nach 45 Minuten ist bereits alles vorbei.
Insofern kann man durchaus dazu raten, den Film mal zu gucken, wenn er einem unter kommt; bei Freunden oder in der Videothek etwa. Eine deutsche DVD-Veröffentlichung existiert nicht und ist, meines Wissens, auch nicht angekündigt, weshalb ich von einem Kauf, der dann vermutlich ein UK-Import wäre, allerdings abrate.
Kosten und Nutzen wären da schlichtweg nicht mehr lohnend.

Kein schlechter Film, aber auch kein wirklich guter also.


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