Prinzessin Mononoke

Lady Eboshi: Now watch closely, everyone. I'm going to show you how to kill a god. A god of life and death. The trick is not to fear him.
aus Prinzessin Mononoke

So nach einer etwas längeren Pause komme ich auch endlich noch mal dazu eine Rezension beizusteuern und da ich sah das immer noch einer meiner absoluten Lieblingsfilme aussteht, werde ich mich doch mal sofort darum kümmern, diese Lücke zu schließen.
Dabei handelt es sich um das 1997 entstandene Animemeisterwerk „Prinzessin Mononoke“.

Erschaffen natürlich von keinem Geringerem als Hayao Miyazaki (Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloß), dessen Studio Ghibli in den letzten Jahren schon so manchen wirklich gelungenen Anime zum Leben erweckte, wovon es aber leider nur die Wenigsten zu uns schafften.
Zumindest machte „Prinzessin Mononoke“ da endlich noch mal eine Ausnahme und konnte auch in Deutschland, wenn auch leider nur mit sehr wenigen Kopien und längst nicht überall, im Kino bewundert werden.
So aber für diejenigen, die nun nach der langen Vorrede auch endlich wissen wollen, worum es denn in dem Film geht, präsentieren wir ihnen hier wie üblich die kurze Inhaltsangabe.

Zum Inhalt:
Nur mit großer Mühe schafft es der Krieger Ashitaka den Wildschweindämon zu töten, der sein Dorf angreift. Er geht allerdings nicht ohne Verletzungen aus diesem Kampf hervor. Von dem wütenden Geist verflucht, muss er sein Dorf verlassen, um nach Westen aufzubrechen um herauszufinden, warum der ehemalige Gott sich in einen rasenden Dämon verwandelt hatte. Sein einziger Anhaltspunkt ist eine kleine eiserne Kugel, die ihn schließlich zum Eisenwerk von Lady Eboshi führt. Diese liegt im Kampf mit den Göttern des nahen Waldes, den sie braucht um die Feuer am lodern zu halten, und hofft außerdem darauf, auch die Eisenerze zu erlangen, die in dem nahen Berg unter dem noch dichten Wald verborgen liegen.
Ihre erbittertsten Gegner sind dabei die Gottwölfin Moro und ihr Rudel, zu dem auch das wilde Mädchen San gehört.
Während Lady Eboshi versucht, mit der Feuerkraft ihrer Schusswaffen den mythischen Wesen beizukommen, ist auch der Mönch Jigo in der Gegend unterwegs, um im Auftrag des Kaisers den Gott des Waldes und Herrn über Leben und Tod zu erlegen, damit dieser dem Kaiser ewiges Leben garantieren soll und so gerät Ashitaka letztendlich zwischen alle Fronten bei dem Versuch, den Fluch von sich zu lösen.

Zur Umsetzung:
Hört sich zunächst sicherlich nach typischer Animekost an, doch wer das Studio Ghibli kennt, weiß, dass dem nicht so sein wird und ihn sowohl Qualität als auch Quantität auf höchstem Niveau erwartet.
Miyazaki versteht es nämlich nicht nur hervorragend, eine spannende Geschichte zu erzählen, sondern auch eine gewisse Moral hinein zu weben, die aber keineswegs mit dem üblichen Holzhammer anderer Produktionen präsentiert wird.
Hier hat man es vor allem nicht nur mit zweidimensionalen Comiccharakteren zu tun, sondern durchaus mit Leuten, die Ecken und Kanten haben und die Entscheidungen treffen müssen; vor allem gibt es keine klare Trennlinie zwischen Gut und Böse.
Selbst die anscheinenden Schurken haben menschliche Seiten und eigentlich alle recht gute Motive für ihre Handlungen. Die einzelnen Gruppen treffen hier so hart aufeinander, weil sie überzeugt sind, von ihrem Standpunkt aus das Richtige zu tun.
Hier trägt sich der Kampf „Zivilisation gegen Natur“ mal nicht nur mit der Einstellung aus, das böse Menschen die Natur völlig eigennützig vernichten.

Auch von der handwerkliche Seite kann man sich nicht beschweren, die Zeichnungen sind mit sehr viel Liebe gestaltet und, was man dazu sagen muss, auch noch wirklich von Hand – ein Umstand, den ich dem Studio immer hoch angerechnet habe.
Alle Charaktere wirken zwar immer noch in der ein oder anderen Weise kindgerecht, jedoch nicht kindlich, dies verbietet sich schon von der Story her und so sucht man putzige Disneycharaktere vergeblich.
Dennoch ist der Film nicht todtraurig, vielmehr strebt er eine gekonnte Gradwanderung an, die ihm vorzüglich gelingt.

Das Bild ist gut und der Ton liegt sowohl in Deutsch als auch im japanischen Original vor.
Dazu gibt es noch ein, zwei Trailer und einen kurzen Einblick ins Studio Ghibli. Das ist zwar nicht viel, aber zumindest soll im November 2006 noch eine Special Edition erscheinen, die dann wohl auch etwas mehr Bonusmaterial enthalten wird.

Fazit:
„Mononoke Hime“ (wie der Titel im Original lautet) ist sicherlich ein ganz besonderer Film und auch im immer größer werdenden Animebereich ein kleines Meisterwerk der Zeichtrickkunst, das es zudem noch sehr gut versteht eine Moral zu transportieren.
Persönlich einer meiner All-Time-Favorites aber das soll ja nun jeder selber entscheiden. Von mir allerdings eine ganz große Kauf- und Ansehenempfehlung.


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