Alien aus der Tiefe, Das

Bob: The danger is gone! The danger is OVER!!
aus Das Alien aus der Tiefe

Willkommen zu einer weiteren Ausgabe unseres medizinischen Beraters.
Heute wollen wir uns wieder einmal einem aktuellen und nicht minder brisanten Thema widmen. Sie werden es sicherlich schon am Titel erkannt haben - es geht um den Alienbefall.
Wie Sie sicherlich wissen, kommen sie lautlos, aus dem All, von fremden Planeten oder von bekannten Planeten. Sie kommen um zu erobern, zu zerstören und um uns zu unterwerfen.

Ja und manchmal kommen sie auch aus der Tiefe, wie eben bei unserem vorliegenden Patienten. Allerdings muss ich sagen, ist der Titel leider eine Fehldiagnose eines etwas schlampig arbeitenden Kollegen gewesen. Das Backcover erweckt zwar auch diesen Eindruck, aber dazu später mehr. Werfen wir doch erst einmal einen Blick in die Krankenakte.

Die Krankenakte:
Eine erste Diagnose ergab zwar ein in Grundzügen richtiges Bild der Krankheit, allerdings wurde diese viel schlimmer dargestellt als sie in Wirklichkeit ist.
Zwei Umweltschützer machen sich zu einer Insel auf, auf der ein Chemiekonzern ihrer Meinung nach irgendwelche gefährlichen Substanzen entsorgt. Soweit so gut. Aber im Gegensatz zum Backcover stammt das titelgebende Alien nicht aus der Tiefe und wurde auch nicht durch den ausbrechenden Vulkan aufgeweckt, vielmehr es kam vollkommen normal aus dem Weltraum (wenn man hierbei von normal sprechen kann). Als nun einer der beiden Umweltschützer festgenommen wird, macht sich seine Kollegin mit Hilfe des Schlangenfarmers Bob daran ihn zu befreien.
Mittlerweile ist aber auch das Alien aktiv geworden und in die Anlage des Chemiekonzerns eingedrungen und dezimiert in seiner langsamen Art und Weise dessen Besatzung. Die einzige Bedrohung geht hier auch nur von dem Alien aus und nicht (wieder eine Fehldiagnose des Backcovers) durch den ausbrechenden Vulkan, dieser ist für den Rest des Filmes vollkommen uninteressant.

Der Eingriff:
Wo soll man bei einem solchen Film also nun anfangen, sehen wir uns am besten zu erst einmal die Darsteller an, diese verraten einem oft schon sehr viel über die vorliegende Krankheit.

Und auch hier ist unsere erste Vermutung richtig, so stammen sie allesamt aus der B-Film Riege. Die aus den USA stammende Marina Giulia Cavalli, hier als Umweltschützerin Jane, spielte sich bravourös durch mehrere italienische Trashfilme und tut dies immer noch. Zusammen mit Luciano Pigozzi, als Dr. Geoffrey und den meisten vielleicht noch aus einem früheren Patienten - nämlich: Yor - bekannt, ein Hoffnungsloser Fall, zumindest war dieser Film bis jetzt sein letzter.
Erwähnenswert ist dann noch Charles Napier, Colonel Kovacks, in seiner Paraderolle als engstirniger Militäroffizier. Über den zweiten Hauptdarsteller, der Schlangenfarmer Bob, läßt sich leider nicht viel sagen, da dies der zweite und letzte Leinwandauftritt von Daniel Bosch war - hier hat einer die Symptome rechtzeitig erkannt und gewußt wann er aufhören mußte, sehr lobenswert.

Aber wer war nun eigentlich der Überträger der Krankheit? Eine Frage, die sich sehr leicht beantworten läßt, ist er uns doch auch schon bekannt, nämlich niemand geringerer als Antonio Margheriti auch bekannt als Anthony M. Dawson. Dieser zeichnete sich unter anderem auch für den bereits erwähnten Yor verantwortlich.

Aber auch der Film an sich zeigt alle Anzeichen eines unaufhaltsamen Befalls. Das Alien ist zwar riesig aber vollkommen lethargisch und agiert mit der Gewandtheit einer fußkranken Ameise, gerade der Schlußkampf offenbart seine vollkommen Bewegungsunfähigkeit. Aber ich möchte potentiellen Zuschauern ja nicht den Spaß verderben.
Herrlich sind auch die Modellaufnahmen des ausbrechenden Vulkans. Ja, im Jahre 1989 mußte man sich noch etwas einfallen lassen, da einem die Möglichkeiten der Computeranimation verwehrt waren.

Alles in allem zeigt dieser Film in seiner Gesamtheit wie ein ordentliches Stück Trash aussehen sollte: die Schauspieler sind vollkommen hölzern und die Hauptdarstellerin vollkommen unfähig. Na gut, bis zum Schluß, aber bis dahin nimmt man ihr die harte Umweltschützerin nicht wirklich ab - aber egal das Alien wirkt ja auch nicht wirklich bedrohlich.

Der kleine Silberling an sich bittet zumindest die Überraschung der englischen und deutschen Tonspur sowie einigen Extras, bestehend aus einer Slideshow, Filmographien, Werbematerial und einer Trailershow.

Weitere Behandlung:
Was soll man zu einem solchen Fall noch sagen, eigentlich ein Patient unter Tausenden. Die Krankheit ist nicht wirklich als tödlich zu bezeichnen, aber eben immer noch eine Krankheit. Für Zwischendurch sicherlich nicht die schlechteste Wahl, wenn man noch einmal ein gutes Stück End-Achtziger-Horror-Trash sehen möchte, aber dann immer in Begleitung von Freunden damit man gemeinsam darüber lachen kann. Denn die Löcher in der Handlung sind schon gewaltig.


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