Ator - Der Unbesiegbare

Ich grüße euch!
aus Ator

Es gibt Filme, die sind dazu geboren Blockbuster zu werden. Internationale Stars, jahrelange Drehs, Budgets in Höhe mancher Entwicklungsländer, etc. Aber es gibt auch andere Filme. Die werden für's Fernsehen produziert, sind billiger und schlechter und mit weniger bekannten Schauspielern. ABER es gibt noch eine dritte Kategorie. In diese fallen dann Filme, deren Budget dem Milchgeld eines Viertklässlers entspricht, deren unfähige Darsteller vermutlich von einer hässlichen Straße aufgelesen wurden und deren Story der Autor wahrscheinlich auf einer Klowand in einem Altersheim las. Diese letzte Kategorie ist vielleicht nicht etwas für jederman, aber sie besitzt doch einen ganz eigenen Charme.

Einen Charme den ich und meine Kameraden durchaus zu schätzen wissen. Deswegen konnten wir es uns auch nicht verkneifen einen Barbarenfilmabend zu veranstalten. Der Hinweis auf die dabei zu erwartenden Pfannkuchen machte das ganze natürlich noch attraktiver und so kam es zu einem Abend mit den Perlen "Einer gegen das Imperium", "Phantom Commando" und eben jenem Film, der mir gerade zur Rezi vorliegt. "Ator - Der Unbesiegbare", ein Mann, stärker als alle Naturgewalten.

1984 im schönen Italien gedreht, steht dieser Film in der netten Tradition der Conan-Plagiate. Natürlich reicht er nicht an diesen Vater der Barbarenfilme heran, bietet aber andere nette Sachen. Den Hauptdarsteller Miles O'Keefe und seine peinliche Fönfrisur zum Beispiel.

Aber worum geht es in dem Film? Der Weise Akronos, ein wahnsinnig intelligenter Mensch, der in einer Höhle unter einem Schloß wohnt und dort Blödsinn redet und blubernde Flüssigkeiten mischt teilt eines Tages seiner Tochter Mila, der schönen Kämpferin mit der Radkappe auf der Brust mit, dass er das "Strahlende" gefunden hätte.
Das hat scheinbar auch der ehemalige Schüler mit dem Hang zum dunklen Schminken Zoran (im Original nur Zor) mitbekommen und greift mal mit seinen Hunnen (?) Akronos Festung an. Die Wächterbarbaren (?) werden schnell niedergemetzelt und Zoran darf mit seinem lustigen Schwanenhelm und seinem lustige angeklepten Bart lustig / böse Dialoge mit seinem alten Mentor halten, der sich aber den gesamten Film nur über Zoran lustig macht.
Mila darf dann unmotiviert durch den Wald rennen, ein paar Minions von Zoran verprügeln und dann angeschossen werden. Noch mit dem steckenden Pfeil torkelt sie dann in Ators Höhle. Ator ist nicht nur Barbar mit toller Frisur, sondern auch Gelehrter und Alchimist. Und weil man seine Höhlenmiete nicht alleine tragen will, nimmt man sich einen Höhlenzimmergenossen: Thong! Nachdem die beiden ihre Heilkünste an Mila zeigen durften, indem sie ihr Blätter auf's Gesicht legen, runternehmen und wieder auf's Gesicht legen, läuft diese dann mit einem Knutschfleck an der Stelle herum, an der eigentlich eine Wunde sein sollte. Aha.
Nach einem kurzen Test, ob sie tatsächlich die Tochter von Akronos sei, bei dem sie dann einen Teil der gemütlich blau beleucheten Höhle hochjagen darf, macht sich das Trio auf den Weg um Akronos zu retten und den bösen Zoran zu vermöbeln.
Nach einer unmotivierten Prügelszene mit Unsichbaren (in der Ator glücklicherweise spontan einen Umhang spendiert bekommt) und einer noch seltsameren Opferungs- und Vermoschszene mit Urmenschen, kommen die Helden auch direkt in die Subquest des Films. Interessant ist übrigens das Unsichtbare und auch Höhlenmenschen in der gleichen Höhle wie Artor und Thong wohnen, die nur immer etwas anders beleuchtet wird.
Ators altes Dorf, ein paar Strohhütten auf Stelzen in einer Kiesgruppe, das er bereits im ersten Teil von dem Joch eines Spinnengottes befreit hat, wird nun von dem Kult eines Schlangengottes tyranisiert. Als Ator versucht den Dorfältesten zum Widerstand zu überreden, wird er von diesem vergiftet und pennt ein. Beim Wiedererwachen kommen auch schon die Jungs vom Schlangenkult, der Dorfälteste bietet Ator und die Tochter von Akronos an, denn Thong hat sich mal wieder vorher verpisst. Der Anführer des Schlangenkults lässt sich erst garnicht auf solche Geschäfte ein und brennt das Dorf nieder.
Nächste Szene. Ator im Tempel des Schlangengottes, Zoran erscheint, beschenkt den Priester mit Jungfrauen und Juwelen, verschwindet wieder. Dann kommt das übliche Befreien durch den Sitekick Thung, das metzeln der Kultisten und schlußendlich auch die Ermordung des Schlangengottes. Oder sollte man sagen der putzigen Handpuppe, die alles in ihrer Grube frisst, bis auf die Schädel ihrer Opfer? Egal, dieses niedliche Stofftier wird schlußendlich doch durch den heldenhaften Ator erknuddelt.
Was auch immer. Nach Beendigung der Subquest machen sich die drei zum Schloß von Akronos auf um den bösen Zoran endlich zu vermoschen.
Nach einem unmotivierten Flugsequenz mit einem Paraglider samt Hunnen-auf-Zinnen-mit-Granaten-wegbomb-Sequenz von Ator, schleichen sich Thong und Mila in die Festung Neu Schwanstein samt bayrischer Flagge, wie Ators Flugsequenz eindrucksvoll belegt.
Viel lustiges Gekämpfe später darf Ator dann auf Zoran treffen und alle typischen Helden Klischees erlegen. Der Böse fragt den Helden, ob er zwei Waffen bräuchte, Ator schmeißt eine weg und Zoran hat dann zwei Schwerter. Guter Barbar. Wie nicht anders zu erwarten wird dann Zoran besiegt und Ator darf als Held von dannen reiten...

Aber der Film hört da noch nicht auf, denn Akronos darf noch in einer Endsequenz erzählen, was alle befürchtet hatten. Das "Strahlende" ist nichts anderes als Atomenergie, die den Menschen gutes, wie auch schlechtes bringen kann. Aha. Der moralische Zeigefinger. Wie passend in einem Barbarenfilm.

An dem Film ist alles, aber auch so wirklich alles trashig. Die Schauspieler sind lachhaft, die Kulissen unpassend und die Dialoge zum wegschmeißen. Aber er macht Spaß, so richtig Spaß! Aber eben nur für Fans des Trash- und Barbarenfilms.


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