Barbarian

Een gespannen land opereert in de schaduw van het kwaad. Een donker herrschap regeert en duldt hierbij geen tegenspraak. Degene die het tegen dit heerschap op durft te nemen zal in plaats van stijder een legends worden... Kane de Barbarian is een eenzame strijder zonder leider. Als zijn geliefde prinses Gretchen wordt gekidnapped, trekt hij te strijde en gaat op reis om zijn geliefde te redden uit de handen van de gemene Lord Munkar. Met zijn wil te overwinnen, wint Kane vele veldslagen en overwint hij schijnbare onoverwinnelijke obstakels. Toch leert hij ook de waarde van vriendschap en liefde kennen. Als Kane een weg baant naar het kasteel van Munkar moet zijn sterk hart en gepierd lichaam het opnem en in een man tot man gevecht met de meest zwarte magische kracht ooit gekend...
- aus Barbarian

Alles begann, als ich mit meiner Freundin in Holland war. Eine lustige Eigenschaft der Holländer ist es, dass sie in jedem Laden, völlig egal was er sonst auch verkaufen mag, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch DVDs und Videos vertreiben und so kam es, dass meine Freundin in einem Ramschladen auf ein Werk aus der Großfamilie der Barbarenfilme stieß, das schon durch die Aufmachung seiner DVD-Hülle und den verdächtig niedrigen Preis einen vergnüglichen Abend mit einem grottenschlechten Film versprach. Dies hier ist die Geschichte davon, wie wir nicht enttäuscht wurden...

Der Streifen entspringt, wie schon erwähnt, des Genres "Barbarenfilm", stammt jedoch nicht aus der frühpostconanen Zeit, sondern dem Jahre 2003, als Amy Rusell und John O'Halloran den dreifachen Mister Universum Michael O'Hearn und eine Kameraausrüstung nach Russland entführten, um dort ein Meisterwerk des grausigen Trashs zu drehen, das für mich konkurrenzlos alle Rekorde hält in den Kategorien furchtbare Ausstattung, peinliche Darsteller und Zuschauer-starren-mit-offenem-Mund-und-fragen-"Hat-der-da-gerade..?"
Die Story des Films ist schnell erzählt: Da ist der Barbar Kane, der sinnlos mit seinem Anderthalbhänder durch das Land streift und Pappsteine spaltet. Als er gerade eine junge Frau aus den Händen irgendwelcher Halunken rettet und als Belohnung mit ihr schlafen darf, weist ihn eine gruslig geschminkte Hexe auf einen Missstand im Königreich hin: Der böse Lord Munkar (sic!) hat die Macht an sich gerissen und will die drei Elemente Amulett des Lebens, Schwert der Gerechtigkeit und Kelch der Magie in seinen Besitz bringen, wobei ihm nur noch Schwert und Amulett fehlen. Zu diesem Zweck hat er die Prinzessin Gretchen (sick!) in seine Gewalt gebracht, die irgendwo im Schloss das Amulett versteckt hat.
Kane macht sich unverzüglich auf den Weg. Da ist es nur gut, dass er untgerwegs das Viech Wooby aufgegabelt hat, grandios gespielt von einem kurzgewachsenen Russen in einem grausligen Chewbacca-Kostüm, das er sich dem Aussehen nach selbst aus Teppichresten und Cornflakespackungen zusammengetackert hat. Da seine schauspielerischen Fähigkeiten durch die unbewegliche dumm glotzende Wookie-Maske komplett blockiert sind, versucht er, das mit nervigen, blöden Kommentaren in einer jaulenden Zeichentricktierstimme den ganzen Film über zu kompensieren.

Kane ist inzwischen auf eine Amazone gestoßen, die den Aufbewahrungsort des Schwerts der Gerechtigkeit kennt und mit Kane schläft. Ein paar peinliche Schergen in Orkgummimasken und Pappkostümen später haben sie das Schwert und reiten weiter zum alten König, um sich weitere Instruktionen und den Mitstreiter Zigrid abzuholen. Der Plan sieht dann vor, in die Burg einzudringen und Gretchen zu befreien. Die Hexe schickt Kane und Gretchen noch einen Traum, damit beide trotz räumlicher Trennung nochmal schnell miteinander schlafen können, dann geht es weiter.

Die Amazone schleicht sich in Munkars Harem ein, Wooby verschwindet im geräumigen Tunnelsystem des Schlosses, um Kuchen zu klauen und die ganze Aktion zu koordinieren, Kane und Zigrid schleichen sich im großen Turnier der besten Kämpfer ein. In den nächsten Minuten wechseln sich nackte Frauen und Bilder von Zweikämpfen ab, dann vergiftet Zigrid Kane, um das Schwert zu klauen. Kane wird aber von Wooby gerettet. Dass Munkar mit Hilfe von Zigrid Schwert und Amulett kriegt und sich in ein grausliches Monster mit mastixüberkippten Orkmaske verwandelt kann trotzdem leider nicht verhindert werden. Da Kane aber alle Bösen umbringt, ist der Film dann zu Ende.

Soweit zur Story. Der Film ist sehr gelungen inszeniert und es ist lobend zu erwähnen, dass der Regisseur sich größte Mühe gegeben hat, den Trashfaktor selbst in kleinsten Details hochzuhalten: Schnittfehler, Tonfehler, Anschlussfehler, Achsensprünge, Beleuchtungsfehler und Kontinuitätsfehler tragen dazu ebenso bei wie das blecherne Klingen der Waffen, die völlige Abwesenheit von schauspielerischem Können, die Tatsache dass keiner der Hauptdarsteller je etwas anders als diesen Mist gedreht hat, dass alle Sprechrollen anscheinen (schlecht) nachsynchronisiert wurden, obwohl der Film in Englisch gedreht wurde und dass sämtliche Frauen im Film mit etwas besetzt wurden, was hundert Prozent des Testpublikums für Prostituierte hielt (und es gab in dem Film mehr Haremsdamen als restliche Schauspieler insgesamt...). Alles andere sieht aus wie aus einem LARP entsprungen.

Auf der anderen Seite steckt zumindest etwas Geld in dem Film, die schöne Landschaft kriegt das schlechte Bild nicht kaputt und die Kampfchoreographien sind sogar überdurchschnittlich für einen Film dieser Klasse.

Zur DVD selbst ist zu sagen, dass das Bild schlecht und der Ton, obwohl in DTS und DBS 5.1 verfügbar, ebenfalls schlecht ist, was ich jetzt aber einfach mal auf die Aquisitionsgerätschaften schiebe. Außer Trailern für weitere schlechte Filme ("Fire over Afghanistan" oder "Firefight") und niederländischen Untertiteln enthält die Silberscheibe nichts.

An der Hülle ist vielleicht noch bemerkenswert, dass der Schauspieler im ganzen Film weder die Kleidung, noch die Frau, noch die Waffen noch die Stadt noch das Reiterheer hat, die auf dem Cover zu finden sind, dass die Bildkomposition aber absolut dreist vom Titelbild von "The Scorpion King" geklaut ist.

Da es noch keine deutsche Version gibt, ist "Barbarian" bisher nur im Ausland in englischer Sprachfassung erhältlich. Die billige Aufmachung sollte schon von ganz allein Freunde guter Filme abschrecken, wer aber auf furchtbare Trashfilme steht, kann, gerade bei dem Spottpreis zu dem dieses Schätzchen verkloppt wird, bedenkenlos zugreifen und seine Sammlung um dieses Juwel mit absoluter Schrott- und Lachgarantie erweitern.


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