Ben Hur

Ben Hur: „Almost at the moment he died, I heard him say, „Father, forgive them for they know not what they do.“
Tirzah: „Even then.“
Ben Hur: „Even then. And I felt his voice take the sword out of my hand.“
aus Ben Hur

Zur Handlung:
Der Film erzählt die Geschichte des Fürsten Judah Ben Hur (Charlton Heston) welcher zur Zeit Christi in Judäa lebt. Als sein alter Jugendfreund Messala (Stephen Boyd) als römischer Tribun nach Jerusalem kommt, währt die Wiedersehensfreude nur kurz. Da nicht alle Einwohner Judäas mit den römischen Besatzern einverstanden sind, fordert Messala Ben Hur auf ihm einige Namen von Leuten zu verraten, welche nicht mit den Römern zufrieden sind. Da Ben Hur nicht zum Verräter an seinem Volk werden möchte, zerbricht die alte Freundschaft. Die Lage verschlimmert sich, als ein loser Dachziegel vom Dache des Hauses Hur fällt und dabei den römischen Stadthalter verletzt. Um sich an Ben Hur zu rächen, lässt Messala ihn als Sklave auf die Galeeren schicken und steckt seine Mutter Miriam (Martha Scott) und seine Schwester Tirzah (Cathy O´Donnell) ins Gefängnis. Während einer Seeschlacht rettet der Sklave Ben Hur dem Kapitän der Galeere, Quintus Arrius (Jack Hawkins), das Leben, woraufhin dieser ihn adoptiert. Doch Ben Hur kann mit seinem neuen Leben als Römer nicht viel anfangen. Noch immer ist er voll von Hass auf Messala und kehrt zurück nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin macht er die Bekanntschaft mit Scheich Ilderim (Hugh Griffith). Dieser gibt Ben Hur einen wertvollen Tipp wie er sich an Messala rächen kann. Messala nimmt jedes Jahr ungeschlagen am Wagenrennen teil. Da es kein Gesetz in der Arena gibt und viele dabei getötet werden, wäre dies für Ben Hur die geniale Gelegenheit sich an Messala straffrei zu rächen.

In Jerusalem angekommen, erfährt Ben Hur dass seine Mutter und Schwester im Gefängnis gestorben sind. Aus blindem Hass nimmt Ben Hur das Angebot des Scheichs an und nimmt mit dessen Rennpferden am Wagenrennen teil. Und tatsächlich verunglückt Messala bei diesem Rennen tödlich. Auf dem Sterbebett erzählt er Ben Hur, dass seine Verwandten nicht tot sind, sondern sich im Tal der Aussätzigen befinden, da sie im Gefängnis Lepra bekommen haben. Trotz Messalas Tod stirbt der Hass in Ben Hur nicht. Er gibt Rom die Schuld am Schicksal seiner Verwandten und Messalas, da Rom ihn verdorben hat. Kurz darauf wird Jesus gekreuzigt. Ben Hur erkennt in ihm den Mann wieder, welcher ihm auf dem Gewaltmarsch zu den Galeeren Wasser zu trinken gab und ihm so das Leben rettete. Nachdem Jesus gestorben ist und das Leid und die Sünden aller Menschen auf sich genommen hat, verschwindet der Hass in Judah Ben Hurs Leben, und seine Mutter und Schwester sind von der Lepra geheilt. Ende.

Zur Umsetzung:
Nachdem der Roman Ben Hur von General Lew Wallace bereits 1907 und 1925 verfilmt wurde, wagte sich Metro-Goldwyn-Mayer 1959 an eine Neuverfilmung. Und diese Neuverfilmung kann sich für wahr einen der besten Filme aller Zeiten nennen. An diesem Film stimmt einfach alles. Die Schauspieler sind alle sehr gut gecastet, die Kameraführung ist exzellent, die Filmmusik von Miklós Rózsa sucht seinesgleichen und auch sonst ist in diesem Streifen alles Oberklasse. Am besten gefällt mir an Ben Hur, dass der Film trotz der spannenden und actiongeladenen Sequenzen niemals das Menschliche aus den Augen verliert. Diese superbe Symbiose zwischen Monumentalkracher und Drama macht diesen Film auch fast 50 Jahre nach seiner Uraufführung noch immer sehenswert. Trotz aller Lobeshymnen die ich hier schreibe, sollte der geneigte Leser dennoch im Auge behalten, dass der Film nicht mehr modernen Sehgewohnheiten entspricht. Er ist verdammt lang (213 Minuten!) und die Geschichte wird sehr einfühlsam und detailliert erzählt. Ebenso sucht man wilde Kamerafahrten hier vergebens und auch der Schnitt ist eher gemütlicher Natur. Es ist ungefähr so, als würde man mit jeder neuen Kameraeinstellung ein Gemälde sehen. All dies führt dazu, dass viele Menschen diesen Film heute als langatmig und auch langweilig empfinden. Dies ist er nun wirklich nicht. Man merkt ihm in diesen Punkten halt sein Alter an. Aber wer diesen Film an solchen Äußerlichkeiten misst und daran seine Qualität beurteilt, hat den Film in meinen Augen nicht verstanden.

Die Ausstattung der DVDs:
Auf Disc 1 und 2 der 4-Disc-Collector´s Edition findet sich der Spielfilm von 1959 mit neuer digitaler Abtastung von restaurierten 65mm Elementen. Als Bonusmaterial glänzt hier ein Audiokommentar von Filmhistoriker T. Gene Hatcher mit Charlton Heston. Die auf der Packung angekündigte Filmspur nur mit Filmmusik konnte leider nicht auf der DVD ausfindig gemacht werden.
Auf Disc 3 gibt es den Ben Hur Stummfilm von 1925 in der für das Fernsehen restaurierten Fassung mit Filmmusik von Carl Davis.
Auf Disc 4 tummelt sich das üppige Bonusmaterial. Es gibt eine Dokumentation aus dem Jahre 1994 namens: Ben Hur-Ein Epos entsteht, und eine weitere aus dem Jahre 2005 namens: Ben Hur-Das Epos, das Filmgeschichte schrieb, in dem viele Filmleute wie z.B. George Lucas und Ridley Scott erzählen, wie sie Ben Hur erlebt haben und wie der Film ihr Schaffen beeinflusste. Beide Dokumentationen sind sehr sehenswert. Ferner gibt es jede Menge Bilder zu bestaunen, ein paar Probeaufnahmen (u.a. mit Leslie Nielsen als Messala), viele Wochenschauberichte zu Ben Hur aus der damaligen Zeit, die Höhepunkte der Oscar-Verleihung 1960 und ein paar Trailer. Die Ausstattung kann sich sehen lassen.

Das Bild:
Man kann MGM im Nachhinein nur dankbar sein, dass sie 1959 auf das unverschämt teure 70mm-Aufzeichnungsverfahren MGM Camera 65 (auch Ultra Panavision 70; nur insgesamt 11 Filme wurden in diesem Format gedreht) setzten. Die clevere Verbindung des qualitativ sehr hochwertigen 70mm-Films und eines anamorphotischen Objektivs zaubert im Kino ein gigantisches Seitenverhältnis von 2,76:1 auf die Leinwand. Zu Hause auf dem Fernseher gibt das vor allen Dingen sehr dicke schwarze Balken am oberen und unteren Bildschirmrand. Dennoch freut es mich, dass Warner Home Video sich dazu entschieden hat, die DVD von einer brillanten 70mm-Kopie anzufertigen. So kriegt man als TV-Konsument wenigstens eine Ahnung davon wie der Film 1959 im Kino gewirkt haben muss. Da hier die 4-Disc-Collectors-Edition von Ben Hur getestet wurde, soll nicht verschwiegen werden, dass sich das Bild dieser Version zum Teil gravierend von der Erstauflage unterscheidet.

Wie in den Bildern zu sehen ist, haben beide Versionen das korrekte Bildseitenverhältnis von 2,76:1. Dennoch erfasst die Erstauflage nicht den kompletten Bildinhalt. Diesen Makel hat Warner Home Video mit der Neuauflage durch eine technisch bessere Abtastung ausgemerzt. Ebenso wurde die Neuauflage farbkorrigiert, was dem Film einen deutlich homogeneren Look gibt, als wie dies vorher der Fall war. Aber auch aus einem anderen Grund war die Neuabtastung notwendig. Die Kopie von der die Erstauflage erstellt wurde, war schlecht. Durch Bildstandsfehler, andere Alterserscheinungen und zuwenig digitaler Bildkorrektur bewegt sich das Bild immer leicht von Links nach Rechts. In der Neuauflage ist das Bild so ruhig wie es sein soll, wie die beiden animierten Gifs im Vergleich zeigen.

Die beiden animierten Gifs wurden mir von Martin Hart, dem Kurator von www.widescreenmuseum.com freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Das Fazit zum Bild: Für einen so alten Film, absolute Oberklasse.

Der Ton:
Kommen wir zum Ton. Man hört dem Film an, dass er 1959 6-Kanal-Stereo-Sound aufgenommen wurde. Dies führt dazu, dass ohne aufwändige Neuabmischung ein stimmiger 5.1-Mehrkanalton auf der DVD vorliegt, der diesem epischen Film auch den epischen Sound mitgibt, ohne den nostalgischen Charakter des Films zu zerstören. Man sollte zwar keine Soundfeuerwerke a la Gladiator erwarten, aber dafür, dass der Sound unbearbeitet ist, ist er schwer in Ordnung. Den Ton gibt es in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Polnisch, jeweils in Dolby Digital 5.1.
Fazit:
Wer den Film mag und ein wirklich schmuckes Stück DVD in seiner Sammlung haben möchte, muss diese schön gestaltete 4-Disc-Collectors-Edition mit Prägedruckhülle sein Eigen nennen. Wer den Film zwar auch mag, aber auf die schöne Packung, das bessere Bild und die bessere Ausstattung verzichten kann, kann auch zur erheblich billigeren Single-Disc-Edition mit Wende-DVD greifen.


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