Black Adder, The Complete

"Now I need a cunning plan."
- aus Black Adder

Britische Comedyserien haben es hierzulande, ob ihres Humors, bekanntermaßen etwas schwieriger. Sei es Monty Phytons Flying Circus, Fawlty Towers oder auch Red Dwarf, schafften sie den Sprung ins deutsche Fernsehen so wurde der Wortwitz oftmals mit der Synchronisation leider nicht immer herübergerettet. Auch der etwas andere Humor, oftmals als britisch-schwarz umschrieben traf wohl nicht immer den Sinn eines jeden Deutschen.
Aber besonders für Kenner und Liebhaber eben jener Gattung ist auch das vorliegende Exemplar sicherlich längst kein Geheimnis mehr. Es handelt sich um die britische Comedyserie The Black Adder, erdacht von Richard Curtis und Rowan Atkinson der auch gleich die Hauptrolle übernahm.
Rowan Atkinson spielt dabei immer wieder einen Vertreter des englischen Adelsgeschlechtes der Black Adders, jeweils in unterschiedlichen Zeitepochen. Sein ständiger Begleiter Baldrick wird dabei immer wieder von Tony Robinson verkörpert, zudem erscheinen aber auch immer wieder einige englische Schauspieler in verschiedenen Rollen in den wechselnden Zeitepochen. So ist Black Adder nicht nur eine vergnügliche und unterhaltsame Comedyserie sondern zugleich auch noch ein nette Reise durch die englische Geschichte.

Die einzelnen Seasons sind mit ihren jeweils sechs Episoden immer noch recht kurz gehalten, zudem gibt es noch drei TV-Special (The Cavalier Years, A Christmas Carol, Back and Forth) die zwar mit der eigentlichen Serie nichts zu tun haben aber sich zwischen den jeweiligen Seasons einordnen lassen und eine nette Ergänzung zur Serie darstellen.

1485 – 1498:
Diese Jahre umfassen den ersten Teil der Serie und erzählen von den Anfängen. Hier ist Lord Black Adder noch lange nicht der schlagfertige und selbstbewusste Typus seiner Familie sonder ein heimtückischer Emporkömmling der aus versehen den König ermordet und so seinem Vater auf den Thron hilft. Alls ihm auch noch prophezeit wird er würde eines Tages König werden setzt er alles daran diesen seinen Traum mit allen Mittel in die Tat umzusetzen. Zur Seite stehen ihm dabei sein Diener Baldrick und Lord Percy.

Von der Stammbesetzung der kommenden drei Seasons finden sich hier neben Rowan Atkinson lediglich Tony Robins als Baldrick und Tim McInnerny als Lord Percy, dafür gibt der renommierte Shakespearmimme Brian Blessed Black Adders Vater. Trotzdem legt diese erste Staffel einige Grundsteine für den weiteren Verlauf der Serie, so wird Rowan Atkinson in allen weiteren Teilen immer wieder in die Rolle eines Black Adder schlüpfen während Tony Robinson immer wieder seinen Diener Baldrick mimt. Auch der Schluss der einzelnen Staffeln endet, wie hier, fast immer mit dem tatsächlichen Tod der Black Adders, eben typisch britisch.

1558 – 1603:
Das England der Renaissance unter der Herrschaft von Queen Elizabeth I. Lord Edmund Black Adder ist ein Günstling der Königin und versucht immer wieder gut in ihren Diensten zu stehen, was allerdings oftmals an dem Widerstand von Lord Melchett scheitert und daran das die Königin die etwas unangenehme Angewohnheit hat unliebsamen Leuten den Kopf abschlagen zu lassen.

Hier sehen wie Rowan Atkinson als gerissenen aber auch schlagfertigen Lord Black Adder wie er sich auch in den folgenden drei Staffeln geben wird, die Widrigkeiten die sich ihm in den Weg legen resultieren eher aus den Stolpersteinen die ihm seine Gegner zwischen die Beine werfen.
Außerdem ist hier auch erstmals die gesamte Stammbesetzung der Staffeln zwei bis drei versammelt. Miranda Richardson, bekannt aus dem TV-Film Merlin oder etwa Tim Burtons Sleepy Hollow, gibt hier Queen Elizabeth I. Der bekannte englische Komiker aber auch renommierte Schauspieler Stephen Fry (Wilde, Gosford Park) ist als Lord Melchett zu sehen und Hugh Laurie (Stuart Little) hat in zwei Gastrollen einen Auftritt.

1760 – 1815:
Diesmal ist Edmund Black Adder als persönlicher Kammerdiener des eher schwachsinnigen Prinzregenten tätig, während dessen Vater King George sich auch nicht eines besseren Geisteszustandes erfreut versucht Black Adder ständig seine Position zu verbessern um endlich in den Stand zu gelangen den er für sich angemessen hält und zumindest am Schluss gelingt es ihm persönlich auch.

Die Rolle des Herrschers fiel diesmal an Hugh Laurie als unterbelichteten Prinzregenten, während sich die Auftritte von Tim McInnerny (als Scarlet Pimpernel), Miranda Richardson (The Shadow) und Stephen Fry (Duke of Wellington) diesmal auf Gastauftritte beschränken, zudem hat aber auch der mittlerweile aus den Harry Potter-Filmen bekannte Robbie Coltrane einen Gastauftritt.
Auch in der dritten Runde macht Black Adder immer noch eine gute Figur, alleine Rowan Atkinson Vorstellung ist wieder einmal einen Blick wert und auch der Witz ist immer noch so frisch wie in der ersten Staffel , was vielleicht auch an der kürze der einzelnen Seasons liegt.

1917:
Die West Front im ersten Weltkrieg, Captain Edmund Black Adder hockt zusammen mit seine Leuten im Schützengraben und versucht eigentlich nur heil aus dem Krieg wieder herauszukommen. Dabei macht ihm nicht nur Captain Darling das Leben schwer, auch die Befehle von höchster Stele sind nicht immer das verlockendste und zumeist ein Todeskommando.

Mit der vierten Staffel schließt die klassische Serie um das Geschlecht der Black Adders ab, nur 1999 folgte zu Jahrtausendwende noch ein TV-Special. Mit dieser letzten Staffel erreicht auch die Serie was ihren schwarzen Humor angeht sicherlich ihren Höhepunkt und die letzte Folge offenbart auch ein gewisses Maß an Tragik ohne dabei jedoch zu sehr auf das Gefühl zu drücken und eine würdigen Abschluss zu finden.
Auch alle Schauspieler sind wieder einmal versammelt, Stephen Fry als Gen. Sir Anthony Cecil Hogmanay Melchett, Tim McInnerny als Capt. Kevin Darling, Hugh Laurie als Lt. the Honorable George Colhurst St. Barleig, Tony Robinson als Pvt. S. Baldrick und in einer Gastrolle Miranda Richardson als Nurse Mary.
So steuert die Serie mit der gesamten Besetzung auf ein würdiges Finale hin. Eine Serie die sicherlich was sowohl ihren Humor als auch ihre Konzeption angeht ihresgleichen sucht.

Vor allem Rowan Atkinson blüht im Laufe der Serie in seiner Rolle förmlich auf und zeigt das er deutlich mehr kann als ein Grimassenschneidender Mr.Bean zu sein, hier darf er zynisch und manchmal auch richtig böse sein, oftmals ein Opportunist der es trotzdem nicht immer schafft sondern meist kurz vor dem Ziel scheitert.

Ich habe die Serie auf jeden fall genossen und vor allem Leute die bis jetzt nur in den Genuss der deutschen Fassung gekommen sind, wieder mal eine herzlichen Dank an die RTL Gruppe, sollten noch mal eine Blick in die Originalfassung werfen und werden sicherlich eines besseren belehrt werden.
Aber auch allen anderen Freunden des gepflegten britischen schwarzen Humors kann ich die Serie nur wärmstens empfehlen.
Besonders jetzt wo sie auf DVD raus ist und zu einem recht günstigen Preis zu haben ist, das Bild hätte sicherlich noch eine Tick besser sein können aber ist immer noch recht gut auch der Ton geht voll in Ordnung. Lediglich an der Sonderausstattung wurde gespart, denn hier findet sich nämlich nichts. So sind lediglich die Episoden aller vier Staffeln auf jeweils vier separaten DVD’s versammelt.

Dennoch lohnt sich das reinschauen allemal und man wird inhaltlich sicherlich nicht enttäuscht.


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