Bloodsport 4 – Dark Kumite

Früher bedeutete Kumite Ehre. Aber ich sehe, dass Kumite hier Tod bedeutet. Ihr habt es verkommen lassen zu einem ... blutigen Sport!
- aus Bloodsport 4 – Dark Kumite

Zur Handlung:
Verbrecher Schreck sollte eigentlich längst tot sein, gilt als hingerichtet. Dennoch taucht er plötzlich wieder auf und verbreitet Unheil, weshalb Cop John Keller nicht nur auszieht, ihm das Handwerk zu legen, sondern auch, um zu klären, was wohl überhaupt vorgefallen ist.
Er stößt auf ein illegales Kampfturnier, welches mit Insassen des Todestraktes gefüllt wird, das titelgebende ‚dunkle Kumite‘. John lässt sich einschleusen, denn nur so kann er an den Drahtzieher, den finsteren Verbrecher Caesar, Dingfest machen.

Zur Umsetzung:
Willkommen. Willkommen zu einer weiteren Runde von „Die Seele vs. Trash-Geschenke“. Unser heutiges Untersuchungsobjekt, welches auch, wie so oft im Genre, von Schnitti, dem Mann mit der Lizenz zum Szenendiebstahl, bearbeitet worden ist, ist der nunmehr vierte Teil einer Reihe, die mal recht gut angefangen hat.
„Bloodsport“ lockte anno 1988 die Zuschauer mit Jean-Claude van Damme ins Kino, belohnte diesen Mut aber auch mit einer passabel geschriebenen und überdurchschnittlich gespielten Martial Arts-Klamotte.
Dass vom damaligen Blattgold-Glanz nicht mehr viel bleibt, wenn man B-Movie-artig bereits Teil vier erreicht hat, muss man eigentlich nicht einmal sagen. Seit dem zweiten Teil hat Daniel Bernhardt (war u.a. in „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolutions“ zu sehen) die Hauptrolle inne und verkörpert den Cop John Keller, der hier definitiv in eine Geschichte von unvorhersehbarer Idiotie gerät.

Traut man dem Backcover, so erfährt man etwa, dass Keller „von Schreck zum Witwer gemeuchelt“ wurde und nun in „rechschaffener Wut“ dem „Gladiatorenkampfzirkus“ auf die Spur kommt; das stimmt sogar, anders als die Längenangabe von ca. 100 Minuten, denn der Film endet irgendwann nach 85 Minuten bereits.
Auch die Inszenierung ist komisch. So wechselt Regisseur Elvis Restaino konstant zwischen zwei Extremen der Langeweile. Normale Interaktionsszenen sind öfters von absolut abstrusen Perspektiven durchzogen, die jedoch keinerlei Sinn oder Zweck erfüllen. Die Actionszenen sind dagegen so undynamisch geschnitten, dass selbst eine Sendung Musikantenstadl mehr Spannung bietet.
Geschnitten ist dabei aber, wie angedeutet, sowieso eines der Zauberworte des Films, denn alle irgendwie brutalen Szenen sind in der vorliegenden DVD-Edition entfernt worden. Das wäre ja tendentiell noch recht egal, würden nicht Verlierer im „Dark Kumite“ eigentlich vor allem dadurch aussortiert, dass sie im Ring sterben.
So muss man dann eben die Kämpfe anschauen (schlimm genug, dröge wie sie sind) und im Anschluss raten, wer gewonnen hat – zumeist eben der, der auch weiterhin im Film vorkommt.

Dumme Namen, dummer Plot, es klingt ja schon wie eine Trash-Perle. Die Realität sieht dabei freilich anders aus, denn der Film leidet an dem Schlimmsten, was einem solchen Titel passieren kann: er ist auch nicht ungewollt ulkig geraten. Schlimm sind alleine schon einige der eher experimentell zu nennenden Kameraeinstellungen, die der Film hat, wenn auch nicht sinnvoll nutzt.
Die meisten Sprüche gibt es am Anfang, die Turnierkämpfe am Ende – nur leider herrscht dazwischen recht stark die Langeweile vor. Die einzige Rettung scheint der „Warden“ des Knastes zu sein. Bei dem hat es in der deutschen Synchro nämlich nicht einmal bis zu einem übersetzten Titel gereicht, von seiner furchtbaren Stimme nebst Text mal ganz zu schweigen. Das Nitpicking ist dann das zweite Standbein, denn Manöver à la „Er zieht das Hemd aus, trägt es im Closeup wieder und geht wieder ganz oben ohne in der Totalen weiter“ gibt es am laufenden Meter.

Dennoch, ein Action-B-Film, der aber nicht trashig genug ist, dass man über ihn lachen kann, das ist wie ein Auto ohne Räder – es funktioniert auf rein technischer Ebene erstmal, aber es gibt kein Vorankommen. Somit ist der Film über weiteste Strecken einfach langweilig.
Dafür ist die DVD sogar recht passabel geworden. Anders als auf der Hülle behauptet liegt der Film sogar in 5.1 vor, das Bild ist ebenfalls zumindest unterer Durchschnitt. Typisch von VHS-Band gezogen scheint es, doch wer schon Gurken wie „Die Forke des Todes“ schauen musste, der lächelt hier doch nur einmal müde. Es gibt dann noch den Originaltrailer, eine unvermeidbare und nutzlose Slideshow, Filmografien und einige Texttafeln mit Background, was zwar nicht toll ist, aber mehr, als man normalerweise vorfindet.
Trotzdem ist hier halt keinesfalls eine Empfehlung gegeben. Nicht nur, weil der Film nicht gut ist, sondern vielmehr, weil er nicht schlecht genug ist. Dann doch lieber noch mal Teil 1 gucken, der hatte wenigstens einen Hauch von Qualität...


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