Cobra Against Ninja

Du kannst die Ninja-Herausforderungskarte nicht ignorieren!
- aus Cobra Against Ninja

Zur Handlung:
Ich zitiere erneut ein Backcover:
„Die vier Army-Rekruten David, Kirk, Ben und Chester nehmen Abschied von ihrer Truppe. Ewige Freundschaft haven sie sich geschworen. Eine Freundschaft, die sie sich schon kurze Zeit später gegenseitig beweisen müssen, als sie in üble Geschäfte skrupelloser Glücksspieler hineingezogen werden. Korruption und schnelles Geld rgieren diese brutale Szene. Ein tödlicher Konflikt bahnt sich an............“

Zur Umsetzung:
Werden Filme besser, wenn ihre Backcovertexte mehr als nur typische drei Punkte am Ende ihres letzten Satzes stehen haben? Nun, zumindest bei Best Entertainment scheint man das zu glauben, denn sich den Text erklären. Naja, sollte vermutlich dankbar sein, dass der Text wenigstens ein Ende hat. War bei „Golden Ninja Warrior“ ja nicht so.
Auch quasi neu ist es, dass der Text tasächlich was mit dem Film zu tun hat. Denn tatsächlich geht es in einem der beiden Handlungsstränge um diese vier Ex-Soldaten, die aus der Armee heimkehren und in einen Sumpf des Verbrechens gezogen werden. Es passieren einige dramatische Dinge und irgendwann raufen sie sich zusammen und beschließen, dem Verbrechen ein Ende zu machen. Der Plot ist unglaublich alt, war es auch schon 1987, aber funktioniert prinzipiell.
Dann ist da aber noch der andere Plot. Mittels Ninjaherausforderungskarten (Argh! Diese Schmerzen!) werden da, ja genau, Ninjas herausgefordert. Die kämpfen dann gegeneinander und am Ende ist nur noch einer übrig und daher Chef. Damit jeder weiß, was abgeht, tragen die Ninjas übrigens Stirnbänder, auf denen groß „Ninja“ steht. Ganz großes Kino.
Das hat so richtig gar nichts mit der anderen Handlung zu tun und klammert sich vielmehr an bestimmten Punkten einfach dazwischen. Man hat fast den Eindruck, zwei unterschiedliche Filme zu sehen.

Mit Recht! Denn unter der Aufsicht von Joseph „Golden Ninja Warrior“ Lai und der AAV Creative Unit wurden hier zwei Filme zusammengeschraubt, die eben schlicht nichts miteinander zu tun haben. Das eine ein billiger Martial-Arts-Klopper irgendwo aus Fernost, das andere irgendein Archivfilm mit Legende Richard Harrison, der vermutlich nicht mal zu ersten Mal ausgeschlachtet wird.

Was man dann in den einzelnen Segmenten geboten bekommt, ist in weiten Teilen nicht wirklich schlüssig, da wohl auch der „Armeefreunde“-Plot gekürzt wurde, um zusammen mit dem Ninjakämpfen nicht zu lange zu werden. Insgesamt kann man die Handlung wohl getrost als „Viele Leute hüpfen durch die Gegend und am Ende explodiert ein Boot“ zusammenfassen.
Die gebotenen Choreographien sind okay, aber ziemlicher Durchschnitt und auf dem Niveau klassischer B-Film-Ninja- bzw. Martial Arts-Streifen. Immerhin aber sah man anders als bei „Golden Ninja Warrior“ davon ab, das alles durch eher unmotivierte und vor allem schlecht inszenierte nackte Haut zu strecken, sondern blieb bei dem, was der Käufer sich vom Genre verspricht.

Bleibt die DVD. Typische Best Entertainment-Ware mit rauschigem VHS-Master, das bisweilen so mies ist, dass komplette Balken durch das Bild wandern. Dass es nur 4:3 vorliegt ist wohl ebensowenig erwähnenswert wie der 2.0-Stereo-Ton in Deutsch.
Auch wenig verwunderlich ist es, dass der Film nur gekürzt vorliegt, aber das gilt bisher für jede einzelne Veröffentlichung des Titels im deutschsprachigen Raum.

Insgesamt bin ich auch mit „Cobra against Ninja“ nicht wirklich warm geworden. Wer nun auf das Ninja-Gehoppse mit den lauten Soundeffekten aus den 70ern und 80ern des asiatischen Kinos steht, wird zwar bedient, aber auch nur unter der Prämisse, zwei halbe Filme zu erwerben.
Zugleich ist der Film aber nicht wirklich schlecht genug oder albern genug synchronisiert, um den generischen Trashfan begeistern zu können. Da rate ich nach wie vor eher zu den Action-Dingern aus Amerika, die sind auch schlecht, aber da kriegt man wenigstens noch ganze Filme für sein Geld.


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