DUDU – Box

"Ich bin Dr. Hyänimus!"
aus Ein Käfer geht auf's Ganze

Und wieder widmen wir uns im Spätsommer des Trashs dem Kapitel Deutschkult. Nachdem ich mir neulich die Lümmel von der ersten Bank vorgeknöpft habe, wird heute ein neues Kapitel Filmgeschichte aus deutschen Landen aufgeschlagen. Während Walt Disney Productions mit seinen Herbie-Filmen ziemliche Knüller landete, dachte sich Allroundtalent Rudolf Zehetgruber: „Das kann ich auch!“ Prompt setzte er seine Idee in die Tat um, schnappte sich einen gelben VW-Käfer, setzte sich in den Regiestuhl und spielte in allen fünf Filmen die Hauptrolle.

Film 1: Ein Käfer geht aufs Ganze
In Tansania findet jährlich die East-African-Safari statt, eine der härtesten Rallyes der Welt. Daran nimmt unter anderem Graf deLaMotte teil. Dem hat seine Mama einen Rennwagen gekauft, welcher im letzten Jahr in den USA alle wichtigen Rennen gewonnen hat. Der Graf staunt nicht schlecht, als ein schrottreifer VW-Käfer mit der Nummer 53 auf der Tür und in der Farbe Weiß auf den Hof gerollt wird. Er findet aber keinen Gefallen an dem beseelten Auto und verschenkt ihn an den Dschungelstreuner Ben (Regisseur Rudolf Zehetgruber, hier unter seinem Pseudonym Richard Lynn). Der hat sich schon immer ein Auto gewünscht und heizt nun fröhlich mit dem Ding durch den Busch. Aber weil seine Busenfreundin Daktari Jo (Kathrin Orginski), welche eine Tierklinik betreibt, keine Kohle hat um Medikamente zu kaufen, will Ben die East-African-Safari gewinnen, damit die wilden Tiere in Afrika Medizin haben. Boah, was für'n Plot.

Kurzkritik:
Tja, öhm, irgendwie ist der Film doof. Die Gags sind nur selten lustig, es wird zuviel Archivmaterial von wilden Tieren in den Film gebuttert und die Schauspieler sind irgendwie voll egal. Vielleicht hätte ich schon beim Vorspann kritisch werden müssen, als verkündet wurde, dass dieser Film in Co-Produktion mit der Tansania Tourist Corporation und der Hallmarks Hotel-Gruppe entstanden ist. Der zweitschlechteste Film der Reihe.

Schulnote: 4


Film 2: Ein Käfer gibt Vollgas
Dudu und sein Besitzer Jimmi Bondi (Zehetgruber, diesmal als Robert Mark) sind auf den Weg nach Portugal. Schon an der Algarve machen sie Bekanntschaft mit ein paar finsteren Gangstern, welche hinter ein paar Druckplatten her sind um falsche Dollars drucken zu können. Eine der Druckplatten ist im Besitz von Plato (Joachim „Blacky“ Fuchsberger), welcher eigentlich Polizist ist, aber sich ebenfalls als Gangster ausgibt, um an die andere Platte zu kommen. Plato, in Begleitung von Tamara Schibulski (Heidi Hansen) tut sich mit Jimmi Bondi und Dudu zusammen, um den Falschmünzern das Handwerk zu legen.

Kurzkritik:
Der zweite Teil der Reihe ist für mich der absolute Höhepunkt. Die Story ist okay, das Auto kann mal was, die Spezialeffekte sind na ja, die Schauspieler sind gut und man kann auch lachen. Gibt nicht viel mehr dazu zu sagen.

Schulnote: 2


Film 3: Ein Käfer auf Extratour
Dudu und Jimmi („Robert Mark“) haben sich in der Schweiz einer Stock-Car-Gruppe angeschlossen. Aber der böse, böse Ivan Leskovich (Carl Möhner) haut mit der Kasse ab. Jimmi und sein Kumpel Aldo Regozzani (Sal Borgese) machen sich mit Dudu auf, um dem Ivan das Geld wieder abzuluchsen.

Kurzkritik:
Es gibt gewohnte Kost. Dudu macht Sachen, die Schurken sind blöd und unsere Helden retten den Tag. Was will man mehr?

Schulnote: 3


Film 4: Das verrückteste Auto der Welt
Jimmi („Robert Mark“) und sein Wunderkäfer helfen ein paar Nonnen, welchen das Geld ausgeht. Um das Geld aufzutreiben nehmen Dudu und Jimmi an der Tour d'Eurotel teil, einem Querfeldeinrennen durch die Schweiz. Natürlich wollen ein paar Bösschurken nicht, dass der Käfer gewinnt. Wird es unseren Helden dennoch gelingen, das Geld zu kassieren?

Kurzkritik:
Der hier vorliegende Film ist durchaus unterhaltsam. Kann man nicht anders sagen. Ein paar Gags zünden aufgrund nachgewiesener Blödheit mal wieder gar nicht, aber ein Rohrkrepierer ist der Streifen nicht. Für mich Platz 2 der Reihe.

Schulnote: 2-


Film 5: Zwei tolle Käfer räumen auf.
Der Handlungsort des Films ist Lanzarote. Das kriegt der geneigte Zuschauer aber erst nach ca. 10 Minuten mit. Denn vorher bekommen wir nur Archivmaterial aus den vorangegangenen vier Filmen zu sehen, in welchen Dudus Tod zelebriert wird. Während Dudu mit El Guancho (Rud Rittberg, alias Rudolf Zehetgruber) durch die Schweizer Alpen auf Lanzarote düst, drängelt ein fieser Mafioso aus dem schönen Örtchen Corleone, welcher seine Feinde am liebsten mit explodierenden Zigarren aus dem Weg räumt, den Käfer in ein Stock-Car-Rennen, wobei Dudu in der Steppe Tansanias seine Karosserie verliert. (So recycelt man Archivmaterial!) El Guancho findet das gar nicht so übel das die Karosserie weg ist, denn unter dem Gelben Blech kommt ein sechs-rädriger Mini-Unimog (oder ein hässliches Mondfahrzeug) zum Vorschein, welcher sich für die Vulkanlandschaft Lanzarotes wohl besser eignet. Ebenfalls mit an Bord ist El Guanchos kleiner Krabben-Roboter Pichu (welcher einem schon beim ersten Anblick auf den Sack geht und eine Stimme hat wie Micky Maus auf LSD). Auf jeden Fall geht jetzt die Handlung los. Finstere Mafiagangster suchen auf Lanzarote nach Nazi-Gold. Dahinter ist auch ein alter Ex-Nazi her und der Herrscher von Lanzarote: Don Fernando Hidalgo (Brad Harris). Es entbrennt ein „spannender“ und „dramatischer“ Kampf ums Gold.

Kurzkritik:
Furchtbar, einfach furchtbar. Wieso ist ein Dudu-Film ohne Dudu in der Dudu-Box? Das ist doch vollkommener Blödsinn. Der kleine Krabbenroboter ist einfach nur doof und nervt echt nur. Dabei ist die Handlung mit dem Nazi-Schatz ist gar nicht mal so übel. Dafür bildet der Film politisch ungemein. So erfahren wir, dass Lanzarote eine Militärdiktatur ist und politische Widersacher in irgendwelche Schwefel-Minen oder so was gebracht werden. Kurzum: Trash erster Güte. Kann man nicht anders sagen.

Schulnote: 5

Die Box:
Kinowelt präsentiert dem Käufer ein manierliches Box-Set mit 5 DVDs. Das Bild der einzelnen Filme geht in Ordnung, könnte aber viel besser sein. Das Bildformat schwankt je nach Film zwischen Vollbild und 1,66:1. Eine 16:9-Optimierung sucht man hier vergebens. Der Ton ist Dolby Digital 2.0-Mono und dementsprechend klingt er auch. Ferner gibt's ein wenig Bonusmaterial, welches meistens aus Trailern und Texttäfelchen besteht. Auf Disc 5 findet sich noch eine Dokumentation über den VW Käfer im allgemeinen.

Fazit:
Fünf Filme für 30 Euronen. Der Trash-Fan und Menschen, welche ein paar Kindheitserinnerungen auffrischen wollen auch. Alle anderen sollten die Box meiden.


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