Frankenstein (1931)

Baron Frankenstein zu Butler: „Give the servants some champagne. This stuff’s wasted on ’em.“
- aus Frankenstein

Die Handlung:
Dr. Henry Frankenstein (Colin Clive) hat eine fixe Idee. Er möchte Leben erschaffen. Er hat sich also ein paar Leichen besorgt, und lässt von seinem buckligen Diener Fritz (Dwight „Renfield“ Frye) ein Gehirn aus der medizinischen Fakultät stehlen. Fritz gehört aber nicht gerade zu den geschicktesten Menschen und lässt versehentlich das Glas mit dem Gehirn fallen. Da er keinen Ärger kriegen will, nimmt er hastig ein anderes, und übersieht, dass es sich bei dem neuen Gehirn um ein „abnormales“ handelt. In einer stürmischen Gewitternacht ist es soweit. Dr. Frankenstein hat aus den besten Leichenteilen und dem Gehirn die „Kreatur“ (Boris Karloff) zusammengebaut.


Gerade als er mit seinem Experiment fortfahren möchte, klingeln seine Verlobte Elizabeth (Mae Clarke), sein ehemaliger Professor Dr. Waldman (Edward „Van Helsing“ Van Sloan) und ein Freund der Familie Victor Moritz (John Boles) an der Tür seines Laborturms, da sie sich Sorgen um ihn machen. Zuerst will er keinen Menschen dabei haben, aber dann obsiegt sein „Mad Scientist“-Gen und er möchte die Störenfriede doch dabei haben, damit sie sehen was für ein Genie er ist. Mit der Hilfe des Blitzes und allerlei merkwürdigen, funkensprühenden Gerätschaften haucht er der Kreatur Leben ein.
Frankenstein ist fasziniert von seiner Schöpfung. Dr. Waldman würde das Geschöpf am liebsten tot sehen. Da Fritz es nicht lassen kann die Kreatur immer wieder mit einer Fackel zu ängstigen, bringt das Geschöpf Fritz um. Nun erkennt auch Frankenstein, dass die Kreatur getötet werden muss. Bevor dies geschieht, taucht Elizabeth in Begleitung von Baron Frankenstein im Turm auf, um Henry mit nach Hause zu nehmen. Da er nun aufgrund der Anstrengungen der letzten Tage nun einen Zusammenbruch erleidet, nehmen die beiden ihn einfach mit. Als Dr. Waldman die Kreatur schließlich töten möchte, bringt die Kreatur Dr. Waldman um und flieht.
Kurz vor seiner Hochzeit erfährt der erholte Henry, dass das Geschöpf in der Nähe des Turms sein Umwesen treibt. Da die Kreatur vor kurzem ein kleines Mädchen ermordet hat, findet sich schnell ein Mob, welcher das Wesen in eine Mühle jagt und diese anzündet. Die Kreatur verbrennt in der Mühle. Oder auch nicht?

Die Umsetzung:
Nachdem „Dracula“ ein echter Kassenknüller war, war der nächste Universal-Schocker schnell beschlossene Sache, und verfilmt werden sollte „Frankenstein“. Im Vergleich zu dem Horror-Vorgänger „Dracula“ gefällt mir „Frankenstein“ um Längen besser. Der Film ist handwerklich besser gemacht und er fesselt einfach mehr. Regisseur James Whale versteht sein Handwerk, das kann man nicht anders sagen. Da wo Dracula-Regisseur Tod Browning mich langweilte, da fesselt mich Whale an die Mattscheibe. Selbstverständlich tut er das nicht, wie dies ein zeitgemäßer Film machen würde. Dafür hat der Film einfach schon zu viele Jahre auf dem Buckel.
Die Schauspieler gefallen mir außerordentlich gut. Hervorzuheben ist ohne Zweifel Boris Karloff, welcher hier wohl seine berühmteste Vorstellung gibt. Obwohl er nichts weiter von sich gibt als der Situation angemessenes Grunzen oder Stöhnen, beherrscht er den Film.
Colin Clive gibt einen Dr. Frankenstein, der zumindest nicht enttäuscht, aber in meinen Augen auch nur in wenigen Szenen so richtig punkten kann. Edward van Sloan schauspielert auf ähnlich gutem Niveau wie in „Dracula“, wobei Dwight Frye seine kongeniale Leistung als Renfield aus „Dracula“ nicht wiederholen kann. Und die anderen Schauspieler sind halt auch in dem Film. Frankenstein ist wie Dracula ein Meilenstein des Horrorfilms und legte ebenfalls den Grundstein für jeden weiteren Frankenstein-Film. Mit Mary Shelleys Roman hat dieser Film nur wenige Motive gemein. Und selbst Kenneth Brannaghs grandiose Frankenstein-Verfilmung mit Robert DeNiro, welche definitiv die vorlagentreueste Verfilmung ist, muss zahlreiche Elemente aus diesem Film (Elektrizität und Leichenklau) aufnehmen, da man dies einfach von einem Frankenstein erwartet.

Die DVD:
Es gibt „Frankenstein“ in mehreren Veröffentlichungen. Es gibt ihn als Einzelversion aus der Classic Monster Collection, zusammen mit den anderen Universal Frankenstein-Filmen in der Frankenstein Legacy Box, sowie mit allen Universal-Horror-Filmen in der Monster Legacy DVD-Collection. Alle diese Versionen sind zu empfehlen. Es gibt Frankenstein auch noch in der Classic Monster Collection-Box, wovon ich jedoch abrate, da diese sehr billig wirkende „Sarg-Box“ wahrlich keine Zierde fürs Regal ist. Technisch sind alle Fassungen identisch. Frankenstein liegt in Schwarz/weißem Vollbild vor. Die Bildqualität ist für das Alter des Films sehr gut und der Ton bietet solides Deutsch und Englisch in Mono. Als Bonusausstattung gibt es eine sehr sehenswerte Dokumentation über die Entstehung des Films namens „Die Akte Frankenstein – Wie Hollywood ein Monster schuf“, einen Audiokommentar mit den Filmhistorikern Rudy Bahlmer und Scott Mac Queen, einen Trailer, eine Fotogalerie und einen Kurzfilm namens „Boo!“, welcher wohl lustig gemeint ist und 1931 vielleicht auch lustig war.
Heute ringt das Ding einem nicht mal mehr einen Schmunzler ab. Sehr guter Film, gute Veröffentlichung. Was will man mehr?

Fazit:
Ein definitiver Must-See-Film in guter Ausstattung.


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