Matrix Reloaded

Merovingian: I love French wine, like I the French language. I have sampled every language, French is my favorite. Fantastic language. Especially to curse with. Nom de dieu de putain de bordel de merde de saloperie de connard d'enculé de ta mère. It's like wiping your arse with silk. I love it.
[...]
The Architect: I am the Architect. I created the matrix. You have many questions, and although the process has altered your consciousness, you remain irrevocably human. Ergo, some of my answers you will understand, and some of them you will not. Concordantly, while your first question may be the most pertinent, you may or may not realize it is also the most irrelevant.
[...]
Agent Smith: I killed you, Mr. Anderson. I watched you die.... with a certain satisfaction, I might add. Then something happened. something that I knew was impossible, but it happened anyway. You destroyed me, Mr. Anderson. After that, I understood the rules, I knew what I was supposed to do, but I didn't. I couldn't. I was compelled to stay, compelled to disobey. And now, here I stand because of you, Mr. Anderson. Because of you, I'm no longer an Agent of this system. Because of you, I've changed. I'm unplugged. A new man, so to speak. Like you, apparently, free.
Neo: Congratulations.
Agent Smith: Thank you.
- aus Matrix Reloaded

Zur Handlung:
Die Maschinen beginnen, sich mit riesigen Bohrmaschinen durch die Oberfläche herab nach Zion zu bohren – eine ernsthafte Bedrohung für die Reste der Menschheit.
Grund genug für Neo, Trinity und Morpheus in Aktion zu treten, denn nun, wo Neo erkannt hat, dass er der Auserwählte ist, heißt es: zurückschlagen.
Doch nicht nur aktualisierte Agenten, auch Agent Smith ist zurück – und kann sich duplizieren! Und auch der Merowinger – ein mysteriöses Programm mit mysteriösen Absichten.

Zur Umsetzung:
Es gibt Rezensionen, die fließen geradezu aus dem Fingern über die Tastatur auf den Schirm und fallen geradezu leicht. Die vorliegende Rezension zum zweiten Teil der Matrix-Trilogie ist keine davon.
Lange habe ich meine eigene Meinung abgeklopft, denn viele Faktoren spielen mit ein. Der Film selbst war enorm gehyped seinerzeit, sollte eines *der* Highlights des Kinojahres werden, wurde im Vorfeld endlos mit Lob überschüttet – und hat nahezu alle Zuschauer maßlos enttäuscht.
Jetzt kam der dritte Teil in die Kinos und alle hackten auf ihm herum, es war geradezu ein Trend aller Magazine oberhalb von Bravo oder Bild, „Revolutions“ zu verreißen.

Mir gefiel Letzterer aber eigentlich wieder halbwegs gut, und als ich dann die DVD von „Matrix Reloaded“ in den Player schob war schon abzusehen, das der Grad, der zwischen Objektivität, persönlicher Enttäuschung und „modischem Verriss“ liegt, schmal sein würde.

Nun, versuchen wir es dennoch mal...

„Matrix Reloaded“ ist als Mittelteil der Trilogie gedacht, endet auch in einem „Fortsetzung folgt“, was dann der dritte Teil aufgreifen soll – hat aber dennoch eine Spieldauer von 133 Minuten.
Da aber „The Matrix“ anno '99 vor allem durch seine sensationelle Kämpfe in Zeitlupe (welche ich mittlerweile selbst in Serien wie „Charmed“ oder „Die Einsamen Schützen“ schon sehen konnte, ja, was man ja mittlerweile sogar auf Sat.1 bei der Fußballübertragung geboten bekommt) wirklich begeistern konnte, musste man sich natürlich etwas einfallen lassen, um diese lange Spieldauer (sowie den dritten Teil) vernünftig rechtfertigen zu können.

Diverse Stilmittel wurde bemüht, und leider gehen viele davon nach hinten los.
Sicherlich noch sehenswert ist die im Vorfeld endlos gelobte Verfolgungsjagd auf dem Highway, welche einige wirklich atemberaubende Einstellungen (und teils auch echte Stunts) beinhaltet.
Der Rest der Actionszenen, die rein quantitativ gegenüber dem ersten Teil zugelegt haben, leidet leider an einem sehr einfachen Problem: sie sind zu lang!
Nahezu jede Szene fängt gut an, bietet ein gewisses Maß an Dramatik und eigentlich auch immer ein paar coole Moves ... und geht dann noch fünf Minuten weiter. Sicherlich die Tiefpunkte sind dabei der Kampf von Neo gegen hunderte, geklonte Agent Smiths (der gerade aufgrund dieses Gegners dem Begriff Monotonie eine neue Bedeutung gibt und stellenweise von den SFX her noch sehr unausgereift wirkt) sowie der Kampf des Auserwählten gegen die Schergen es Merowingers in dessen Schloss, der zwar an sich ganz nett ist, aber wenn irgendwann schon die fünfte Klingenwaffe Einsatz findet, fragt man sich doch, warum Neo nicht mal anfängt und seine Gegner nicht nur verhaut, sondern auch dezimiert.
Überhaupt fehlen auch irgendwie die Feuerwaffen des ersten Teils. Neo beschränkt sich darauf, seine Gegner zu verhauen und auch Morpheus greift irgendwann zur Katana – warum nur?

Nun überzeugt die Action also nicht, fragt man sich doch, wie es denn dann zumindest um den Plot stellt. Immerhin müssen die Wachowskis doch irgendwas im Sinn gehabt haben, als die die insgesamt 240 Minuten langen Teile 2 und 3 schrieben, oder?
Das Problem liegt wohl darin, dass der Plot des ersten Teiles nie sehr durchdacht war. Er reichte für die Spieldauer, aber weitere vier Stunden könnte er niemals tragen – also wurde er aufgepumpt.
Zunächst einmal in Form von handelnden Charaktere, denn die Zahl der umfangreichen Sprechrollen hat sich gegenüber Teil 1 weit mehr als verdoppelt. Neu an Bord sind also ein neuer Operator nebst Freundin, Seraph, der Wächter des Orakels (cool!), neue Agents, der französelnde Merowinger, seine lüsterne Gespielin Persephone, seine zwei coolen Attentäter, die Zwillinge, der Keymaker, der Architect, the Kid, Mifune, Niobe, Ghost, Konsular Harmann, Lock und viele mehr ... was definitiv schon den dicken Haken hat, das man eigentlich weder so richtig den Überblick erhält, noch wirklich mit einem der Charaktere mitfiebert, da man zu keinem der neuen Charaktere so etwas wie eine Beziehung aufbauen kann.
Das wird sicherlich auch durch ihr Auftreten in der Matrix bedingt, denn bei einer Horde von coolen Typen in langen Mänteln und abgewrackten Zuhältern, allesamt ohne auch nur den Hauch von Mimik, geführt von Neo, Trinity und Morpheus, dem Dreigestirn der Gesichtslähmung, mag man einfach keine Sympathie empfinden.
Und der letzte Haken der Interaktion ist der gesprochene Text, denn die Zeit der coolen, kurzen Phrasen ist vorbei, die Pseudo-Philosophie hat Einzug gehalten. Zur Einleitung habe ich einige Zitate als Beispiel ausgewählt, einfach um das Problem zu verdeutlichen. Die Texte wirken Bedeutungsschwanger ohne Ende, wer aber mal darüber nachdenkt erkennt, dass da eigentlich nur Worte mit vielen Silben aneinander gehangen werden und keine wirkliche Information darin zu finden ist.

Doch so ist der ganze Plot.
Nahezu die gesamte arbeiten unsere Helden daran, den Keymaker in ihren Besitz zu bringen um mit ihm ins Herz der Matrix vorzudringen. Doch das liegt nicht nur irgendwo unter endlosen Prügeleien und intellektuellem Durchfall verborgen, sondern wird am Ende noch dadurch ad absurdum geführt, das die Belohnung für all das ... ein endloser Monolog eines bis dato nie aufgetauchten Charakters ist.

Man merkt es, und ich hoffe, die Zahl der Argumente spricht für sich und bezeugt meine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Film, aber er konnte einfach in keinem Bereich punkten. Die Technik ist nicht perfekt, die Schauspieler spielen nicht gut, der Plot ist nicht da und die Kampfszenen sind nicht spannend.
Ja, selbst die DVD-Umsetzung ist nicht überragend. Zwar ist die Bonusdisc gut ausgestattet und das Bild des Films ziemlich gut, der Ton aber säuft – gerade auf Deutsch – gnadenlos ab. Kein Bass, keine Dynamik, kein Raumklang.

Zwar ist der englische Ton besser, doch selbst wenn das nicht der Fall wäre, sollte man ihm den Vorzug geben: als absolute Krönung ist nämlich auch die deutsche Synchro des Films kurz und knapp 'daneben' zu nennen.

Nein, „Matrix Reloaded“ ist rundum eine Enttäuschung, und wäre der Film nicht in der Videothek gebraucht so günstig gewesen, er wäre wohl nie in mein Regal gekommen.


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