Once Upon A Time In Mexico

Agent Sands: El, you really must try this because it's puerco pibil. It's a slow-roasted pork, nothing fancy. It just happens to be my favorite, and I order it with a tequila and lime in every dive I go to in this country. And honestly, that is the best it's ever been anywhere. In fact, it's too good. It's so good that when I'm finished, I'll pay my check, walk straight into the kitchen and shoot the cook. Because that's what I do. I restore the balance to this country. And that is what I would like from you right now. Help keep the balance by pulling the trigger.
El Mariachi: You want me to shoot the cook?
Agent Sands: No. I'll shoot the cook. My car's parked out back, anyway.
- aus Once Upon A Time In Mexico

Zur Handlung:
Der Präsident von Mexiko geht öffentlich gegen den Drogenbaron Barillo vor – was sich dieser aber nicht bieten lassen will und seinerseits daher einen Staatsstreich plant. Dem CIA-Agenten Sands ist es wiederum ganz recht, dass der Präsident verschwindet, aber er will nicht Barillo an der Spitze des Landes sehen, weshalb er sich an jene legendäre Person wendet, sie man nur als El Mariachi kennt, einer lebenden Legende, der man nachsagt, einen Gitarrenkoffer voll Waffen mit sich zu führen.
Doch noch weit mehr Leute wollen sich an diesem Spiel beteiligen...

Zur Umsetzung:
"El Mariachi" war der erste Film von dem mittlerweile recht berühmten Regisseur Robert Rodriguez, unter anderem persönlicher Freund von Quentin Tarrantino. Vornehmlich mit unbekannten Gesichtern mit kleiner Kamera und kaum vorhandenem Budget gedreht, hat der Film über einen Mariachi (Gitarrenspieler), der unfreiwillig zum Killer wird, schnell enorme Popularität erlangt. "Desperado" war eine Art Remake und zugleich Sequel des Films und konnte mit Antonio Banderas diesmal einen sehr coolen, sehr eindrucksvollen Protagonisten aufweisen. Dies spaltete sicherlich irgendwo die Gemüter, denn wo "El Mariachi" eben ein kleiner Film gewesen war, war "Desperado" bis ins Mark gestyled, was nicht jedem zusagte.

Nun hat sich Robert Rodriguez ein drittes Mal in sein eigenes Paradigma begeben, nicht zuletzt um, wie er selber sagte, einmal die neue digitale Filmtechnik auszuprobieren, die er sich von George Lucas schmackhaft machen ließ.
Was jedoch zunächst einmal Erwähnung verdient, ist die Besetzung. Zunächst einmal haben sich auch hier wieder nahezu alle typischen Gesichter eines Rodriguez-Films eingefunden. El Mariachi wird wieder von Antonio Banderas gespielt, souverän und sehr elegant. Salma Hayek schlüpft ebenfalls erneut in die Rolle der Carolina, wenn ihr Anteil auch geringer ist als noch in "Desperado". Auch Danny Trejo (bekannt aus vielen Nebenrollen in Filme wie xXx, From Dusk Till Dawn oder eben auch diversen anderen Rodriguez-Filmen) darf sein vernarbtes Gesicht wieder zeigen.
Doch auch viele neue Gesichter erfreuen den Betrachter. So wird Drogenbaron Barillo von Willem Dafoe gespielt, sein Gehilfe Billy von Urgestein Mickey Rourke, wohingegen die Action-erprobte Eva Mendez eher zu den kommenden Gesichtern zählt und Sänger Enrique Iglesias ein überraschend gelungenes Debüt als Freund vom Mariachi gibt.
Deutliches Highlight der Neuzugänge ist aber sicherlich Johnny Depp – der spätestens seit "Fluch der Karibik" zu den beliebtesten Schauspielern überhaupt zählende Mime gibt auch hier wieder eine Rolle der Sorte, die er am besten kann. Der CIA-Agent Sands ist verschroben und sehr eigentümlich und geradezu süchtig nach dem mexikanischen Gericht Puerco Pibil. Er trägt unglaublich augenzwinkernde T-Shirts ("I'm with stupid", "CIA" und andere) und hat durchweg perfekt sitzende Dialoge; schlicht: ein Highlight.

Soweit es die Seite hinter der Kamera dieses so gekonnt gespielten Films betrifft, so steht da ohnehin nur der Name Robert Rodriguez. Er schrieb das Drehbuch, er führte Regie, er war Kameramann, hat den Film geschnitten und dazu auch noch die Musik komponiert.
Erstaunlich daran ist: alle Jobs hat er gut, wenn nicht sehr gut gemacht!

Zunächst einmal ist das Drehbuch zu loben. Anders noch als bei "Desperado" hat sein neues Werk eine richtig komplexe Geschichte zu erzählen und diese baut er, akribisch und sauber, Schritt für Schritt auf. Sie ist dabei fernab allen Realismus, aber der Titel signalisiert ja schon, was der Film eigentlich ist: es ist eine Legende. Eine Legende voll Action, voll Gewalt (die FSK 18 des Films ist durchaus angebracht) und voll Patriotismus für sein Mexiko.
Die Geschichte erzählt er dabei mit schönen Bildern, imposanter Kulisse, teils schon bewusst überzogener braun-goldener Farbgebung und manchmal erfrischend ungewohnten Schnitten.
Vor allem strahlt der Film aber wieder die Frische aus, die "El Mariachi" noch so sehr auszeichnete. Rodriguez selbst führt das vor allem auf die moderne Technik zu, die Tatsache, dass ihm seine HD-Ausstattung die Möglichkeit gibt, den Film am Set und auch danach sozusagen im Alleingang fertigzustellen; "Once Upon A Time In Mexico" ist dabei klar der Beweis, denn der gesamte Film hat nur sechs Monate Produktionszeit gehabt.

Hier stimmt einfach alles. Wer pure Action erwartet, der wird vermutlich weiterhin "Desperado" für den besseren Film halten, doch wer auch Spaß an einer komplexeren Story und dem Setting hat, von vielen guten Schauspielern ganz zu schweigen, der wird hier sicherlich sehr zufrieden sein.

Unerwartet zufrieden war ich übrigens auch mit dem Bonus-Material der DVD, wobei dieses bei Verleih- und Kaufversion des Films identisch ist. Neben den üblichen Deleted Scenes und Informationen gibt es sechs Filmdokumentationen, von denen zumindest fünf absolut sehenswert sind. Da gibt es eine Doku zum Werdegang des Mariachi, eine Ausführliche über die Spezialeffekte, einen zehn Minuten umfassenden Clip in dem Rodriguez erklärt, wie er den Film trotz geringem Budget so aufwendig wirken lassen konnte, in einem weiteren führt er quer durch sein Privathaus, welches zugleich sein eigenes Studio ist (in seinem Home Video-Charme absolute Spitze!) und, mein persönliches Highlight, eine in Video gefasste Anleitung, wie man das im Film so oft erwähnte Puerco Pibil zubereitet.
Da gefällt nicht nur der Inhalt – und etwa die Doku zum Studio im eigenen Heim ist für jeden Hobbyfilmer sehenswert – sondern einfach auch, dass man viel geboten bekommt, was man so sonst nicht hat; das macht einfach rundum Spaß!
Das HD-Master des Films sorgt für ein zumeist gestochen Scharfes und vollkommen fehlerfreies Bild (1.78:1), der Ton liegt in gutem 5.1-Ton vor, in den Sprachen Deutsch, Englisch und Ungarisch.

Diese DVD ist jedem zu empfehlen, der Lust hat auf einen Cocktail aus Action und Italo-Western, gemischt mit vielen Charakteren mit noch mehr Interessen und abgerundet durch einen guten Banderas und einen hervorragenden Johnny Depp. Die DVD ist sehr schön geraten und bietet einem für eine Single-Disc-Edition sehr viel, so dass man unterm Strich nur sagen kann: wer hier nicht zugreift ist selber Schuld!


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