Perfect World, A

Tom Adler: "Now in a perfect world we’d lock arms and trash the bunshes until he turned up."
Sally Gerber: "In a perfect world, things like this wouldn’t happen in first place."
- aus A Perfect World

Zum Inhalt:
Die Geschichte an sich ist eigentlich recht schnell erzählt. Angesiedelt ist die Geschichte im Amerika der 60-er Jahre, die beiden Sträflinge Butch und Pugh brechen aus ihrem Gefängnis aus und nehmen auf ihrer Flucht den achtjährigen Phillip als Geisel.
Doch schon bald kommen sich Pugh und Butch in die Haare und so sieht sich Butch schon bald in der Situation dass er seien "Partner" erschießen muss und seinen Weg mit Philip alleine fortsetzt.
Auf dieser Reise kommen sich die beiden schließlich näher und es entwickelt sich eine Art Vater-Sohn-Beziehung zwischen den beiden. Verfolgt werden sie jedoch von dem Texas Ranger Red Garnett, dieser versucht die ganze Sache so schnell wie nur möglich über die Bühne zu bringen.

Zur Umsetzung:
Eigentlich eine recht simple Geschichte wenn man sie einmal nüchtern betrachtet, aber darum geht es in diesem Film auch gar nicht so sehr, hier stehen einmal mehr die Charaktere im Vordergrund und gerade diese sind einen näheren Blick wert.

Regie führte übrigens Clint Eastwood, der auch den Part des Texas Rangers Red Garnett übernahm. A Perfect World ist seine 18. Regiearbeit und ebenso wie bei den "Brücken am Fluss" beweißt Eastwood einmal mehr dass er sein Handwerk versteht und durchaus in der Lage ist auch ernsthafte Themen und eine gute Charakterentwicklung in einem Film zu verarbeiten.
Eastwoods Charakter des Red Garnett erinnert in seiner Darstellung ein wenig an seien Vorstellungen aus seinen Spätwestern, aber auch ein wenig an seine grandiose Darstellung aus Leones Dollar-Trilogie. Recht verschlossen und wenig erfreut dass man ihm bei seiner Jagd nach Butch die Hilfe von Sally Gerber aufgedrängt hat macht er sich an die Verfolgung. Er sieht das ganze als Job den er erledigen muss, vielleicht ein wenig nüchtern aber immer mit vollem Einsatz. Für ihn ist die Welt schon lange nicht mehr perfekt, er ist einfach schon zu lange im Dienst und hat dafür eben auch schon zu viel gesehen, aber dennoch glaubt er auch irgendwo noch an das Gute im Menschen – ganz so abgestumpft wie viele seiner Kollegen ist er eben dennoch nicht.

Sein Gegenspieler, der Flüchtige Butch, wird dabei von Kevin Costner gespielt, sicherlich auch kein Schauspieler der einer längeren Vorstellung mehr bedarf. So spielte er sich mal mehr (The Untouchables) mal weniger (Waterworld) erfolgreich durch seine Filme und stellte dabei auch teilweise seine Wandlungsfähigkeit (3000 Miles to Graceland) als Schauspieler unter Beweis.
Und so muss ich zugeben, dass er es auch hier schafft eine wirklich gute Darstellung abzugeben. Butch ist zwar ein flüchtiger Sträfling aber im Gegensatz zu seinem Zellengenossen Pugh kein Ungeheuer. So schafft er es auch dass Phillip in ihm bald so etwas wie einen Freund sieht.
Auf seiner Flucht durch Texas hat er dabei nur sein Ziel Alaska vor Augen, das für ihn noch die perfekte Welt darstellt.

Neben den beiden männlichen Stars steht Laura Dern, den meisten wohl am besten aus "Jurassic Park" bekannt, als recht resolute Sally Gerber Red Garnett zur Seite. Eigentlich eher der Kopfmensch ist dies ihr erster Feldeinsatz und während sie versucht, den Beweggründen von Butch eher durch Nachdenken und Analysen auf die Spur zu kommen verlässt sich Garnett doch eher auf seinen Instinkt. Doch so verschieden wie man anfangs dachte ist man am Ende doch nicht.
Butch Zellengenosse Pugh hingegen, gespielt von Keith Szarabajka (Vampirjäger Holtz aus "Angel"), ist das komplette Gegenteil und so bildet man eher auch eine notdürftige Partnerschaft die schon von Beginn an auf tönernen Füßen steht.

Eine Großteil seiner handwerklich guten Machart zieht "A Perfect World" auch aus der Erzählweise, Eastwood schafft es eine ruhigen Stil aufrecht zu erhalten nur ab und zu unterbrochen von etwas schnelleren Einlagen. Dabei ist das ganze aber keineswegs von Anfang an hochdramatisch oder gar melodramatisch angelegt, einzelne erfreuliche Zwischentöne lockern die Geschichte immer mal wieder auf und sorgen für die perfekte Abwechslung mit ernsteren Augenblicken, untermalt von einer relativ ruhigen und recht unaufdringlichen Musik. Die Grenze zur Komödie oder zum Melodram wird dabei jedoch nie überschritten sondern eine wirklich gute Balance gehalten wie man sie sonst nur selten bei Filmen bewundern kann. Und zum Schluss muss man auch als Zuschauer feststellen das es eben nicht die perfekte Welt ist die einem die Zeit damals vorzugaukeln versuchte, hier bröckelt es an einigen Ecken.

Technisch kann sich die DVD auch sehen lassen, das Bild ist klar und gut und der Ton liegt in Deutsch (Dolby Surround 2.0) und Englisch (Dolby Digital 5.1/Dolby Surround 2.0) vor, sowie nebst einer Menge an Untertiteln.
An Bonusmaterial hat man dafür gespart und so findet sich neben einer kurzen Auflistung des Stabes und der Hauptdarsteller nur noch der Kinotrailer auf der Scheibe.

Fazit:
Ein ruhiger Film, rundherum gelungen und ohne größeres Pathos oder Happy End inszeniert. Sicherlich auch nicht gerade ein Film für die breite Masse aber Freunde und Fans werden gerade solche Perlen sicher zu schätzen wissen. Gerade die gute schauspielerische Leistung aller Beteiligten und Eastwoods gekonnte Regiearbeit machen ihn auf jeden Fall sehenswert.


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