Crow, The

People once believed, that when someone dies a crow carries their soul to the land of the dead.
But sometimes something so bad happens, that a terrible sadness is carried with it and the soul can't rest.
Then sometimes - just sometimes - the crow can brin that soul back to put the wrong things right.
- aus The Crow

Manchmal fallen einem gewisse Dinge einfach auf. Da fällt einem auf, dass der kommende Film „Catwomen“ im Ansatz dem von „The Crow“ nicht so unähnlich ist. Da fällt einem auf, dass „The Crow“ nur noch 7,99 EUR auf DVD kostet. Da fällt einem auf, dass Thomas bereits Teil vier der Reihe um die Wiederkehr einer gequälten Seele entgegenfiebert. Da fällt einem auf, dass die DORP zwar den Dritten, aber niemals den ersten Teil der Filmreihe rezensiert hat. Da fällt einem auf, das plötzlich ganz unvermindert Freizeit vom Himmel gefallen ist und dann denkt man sich irgendwann: Warum eigentlich nicht?

Also setzt man sich an den Rechner und schreibt eine Rezension zu einem Film, den vermutlich jeder Besucher dieser Seite schon mindestens einmal gesehen hat, das ist aber kein Grund die Rezension nicht zu schreiben, sondern vielmehr ein Grund diese Lücke zu stopfen. Wie stehen wir denn sonst da? Doch kommen wir endlich zum Film.

Zur Handlung:
Einen Abend vor Halloween, in der so genannten Devil's Night, wird dem Leben des jungen Musikers Eric Draven und seiner großen Liebe Shelly Webster durch eine geistesgestörte Schlägertruppe ein ebenso brutales wie sinnloses Ende gesetzt.
Diese Devil's Night kehrt Eric Draven von den Toten zurück, nur für ein paar Tage um Rache zu nehmen an seinen, aber ganz besonders an den Mördern und Vergewaltigern Shellys. Erbarmungslos sucht findet und tötet er sie einem nach dem anderen und ist dabei weder sonderlich zimperlich noch unkreativ. So zieht er eine Spur von Gewalt und Tod hinter sich her, durch die auch der größenwahnsinnige Top Dollar und dessen nicht minder kranke Halbschwester auf ihn aufmerksam werden.
Beim lesen der obigen Zeilen gewinnt man schnell den Eindruck, dass es sich hierbei um eine simple Rächergeschichte handelt. Gibt es vielleicht etwas, was diesen Film aus der Maße der stumpfsinnigen Rachefilme erhebt? Ja. Der Protagonist ist tot und daraus erwachsen einige Konsequenzen, die bei näherer Betrachtung den Film empor heben: Ein Mann, der im Leben ein Durchschnittstyp war wird nach seinem Tod zu einem unerbittlichen Racheengel. Ein Toter tritt in das Leben der Lebenden (sic!) und verändert es grundlegend. Sei es der Polizist Polizist Albrecht oder die kleine Sarah sowie deren Mutter Darla. Gleichzeitig wird die Geschichte einer Liebe erzählt die über den Tod hinaus geht und Eric kann erst ruhen, wenn er weiß, dass den Mördern seiner Geliebten Gerechtigkeit widerfahren ist.
Bei seinem Rachefeldzug durch die ganze Stadt geht Eric dabei selbst derart unmenschlich, brutal und cool, auch im Sinne von kühl, zu Werke, dass man als Zuschauer kaum zu dem Schluss gelangen kann, dass dies der richtige Weg ist auch wenn man Eric zu jeder Minute des Films sehr gut versteht und den Peinigern von einst ihr grausames Schicksal doch irgendwie gönnt. Vielleicht ist ein wenig Selbstreflexion angebracht.
Doch trotz allem, was man aus der Story rausholen kann, wenn man denn will man kommt nicht umhin zuzugeben, dass der Film seine Qualität in erster Linie durch die ausgezeichnete Inszenierung gewinnt.

Umsetzung:
Der Film ist ein optisches Meisterwerk. Niemals vorher und niemals nachher, auch nicht in den beiden Sequels, wobei eigentlich auch nur „Crow II“ wirklich darum bemüht war, wurde die Stilrichtung (sic!) „Gothic“ derart gewaltig auf celluloid gebannt. Der ganze Film lebt und atmet diese Atmosphäre, diese fast romantische Geschichte der Liebe, die über den Tod hinaus geht, die Inszenierung der Krähe als Wegbegleiter toter Seelen und nicht zuletzt das gesamte Gebaren Erics fügen sich hier nahtlos aneinander und werden durch zahlreiche weitere Symbole unterstützt.
Die Stadt in der Eric lebte ist ein finsterer Ort, was sich nicht nur in dem hemmungslosen Treiben der Schergen Top Dollars zeigt, sondern auch in der gesamten Darstellung. Der Film ist betont in dunklen Tönen gehalten und ständiger Regen sowie Nebel tun ihr übriges um das Bild der düsteren Metropole zu zeichnen. Nur an manchen Stellen wird die drückende Farbgestaltung durch den Einsatz „echter“ Farben durchbrochen, etwa wenn der Himmel über der Stadt in ein tiefes Orange getaucht ist, was den Gesamteindruck, den die Stadt erweckt allerdings nicht durchbricht, sondern unterstrichen oder in wenn Bilder von Erics Erinnerungen an seine schreckliche letzte Nacht unter den Lebenden gezeigt werden.
Es gibt vieles was an der technischen Inszenierung hervorzuheben wäre, so auch der außergewöhnliche Soundtrack, und in dieser Masse kann man einfach nur zu dem Schluss kommen, dass der Film das Bild das er zeichnen will perfekt darbietet.
Die Schauspieler stehen dem jedoch in nichts nach allen voran Brandon Lee, der in der Rolle des Eric Draven exzellent aufgeht und dem pathetischen, coolen Toten perfekt Leben einhaucht. Doch auch die Nebenrollen machen ihre Arbeit außergewöhnlich gut allen voran Michael Wincott als wahnsinniger und müder Top Dollar.

Der Film gelangte zu trauriger Berühmtheit dadurch, dass der Hauptdarsteller Brandon Lee während den Dreharbeiten unter tragischen Umständen ums Leben kam, was auch hier nicht unerwähnt bleiben soll, da wohl kaum ein Film derart vom Tod seines Hauptdarstellers derart ständig begleitet wird wie dieser. Kein Wunder bei der Inszenierung und Thematik des Films.

Fazit:
Wie ich eingangs schon erwähnte hat den Film ohnehin wohl bereits fast jeder, der diese Zeilen liest gesehen und daran habt ihr auch gut getan. „The Crow“ ist ein Film den man gesehen haben sollte, schon alleine wegen der rundum gelungenen Inszenierung und dem eindrucksvollen Spiel des viel zu jung verstorbenen Brandon Lee.
Die wenigen, die ihn noch nicht gesehen haben sollten diese Bildungslücke unbedingt füllen und denjenigen, die ihn nicht selbst besitzen kann auch nur uneingeschränkt zum Kauf geraten werden ... erst recht bei einem Preis von lumpigen 7,99 EUR.


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