Man who wasn't there, The

Ed Crane: "Yeah, I worked in a barbershop. But I never considerd myself as a barber. I stumbeld into it."
- aus The Man who wasn't there

Die Coen Brüder sind den meisten sicherlich ein Begriff (zumal sich die Seele bereits ihres Big Lebowski angenommen hat), so schaffen sie es immer wieder mit doch recht außergewöhnlichen Filmen in gewissen Abständen auf der großen Leinwand zu erscheinen.
Sei es nun mit Krimis wie etwa Fargo, genialen Satiren wie etwa Hudsucker oder Barton Fink oder einer der schrägsten Adaptionen von Homers Odyssee, sprich O Brother, Where Art Thou?
Auch mit The Man who wasn't there liefern die beiden Brüder wieder einmal einen netten Film ab, diesmal im ganz im Stile eines Film Noir angelegt im Amerika Ende der 40-er Jahre.
Aber wie immer an dieser Stelle, erst einmal ein paar Worte zum Inhalt.

Zum Inhalt:
Ed Crane ist Barbier im Geschäft seines Schwagers, still und in sich zurückgezogen lebt er tagtäglich sein Leben und seinen Job. Seine Frau arbeitet recht erfolgreich im florierenden Geschäft von Big Dave, einem guten Bekannten von Ed.
Doch mit der zunehmenden Routine seines Lebens unzufrieden sieht Ed neue Möglichkeiten als ihm ein Fremder die Gelegenheit bietet mit 10.000 $ Geschäftspartner an einer Trockenreinigungsfirma zu werden.
Um nun an das nötige Kleingeld zu kommen erpreßt Ed nun Big Dave der ein Verhältnis mit Eds Ehefrau hat.
Doch Big Dave kommt Ed auf die Schliche und als er ihn zur Rede stellen will kommt es zur Auseinandersetzung bei welcher Ed Big Dave tödlich verletzt.
Und damit fangen seine Probleme erst so richtig an.

Zur Umsetzung:
Die Story, immer aus der Sicht von Ed Crane erzählt ist eine wirklich böse Farce, seit dem Moment als Ed sich darauf einläßt mit dem Geld in eine Trockenreinigungsfirma zu investieren gerät sein Leben kontinuierlich und Stück für Stück aus den Fugen.
Gerade immer dann wenn es so aussieht als ob doch noch alles wieder ins rechte Lot gerät oder zumindest das noch zu retten währe was ihm geblieben ist offenbart sich ein weiteres Stück im Puzzle des Lebens oder das Schicksal schlägt mal wieder mit aller unerbittlichen Härte zu.
Dabei bleiben den anderen Personen die wahren Hintergründe verborgen und die meisten Sachen passieren weil es nun gerade an der Zeit dafür ist. Allein Ed Crane kennt die wahre Geschichte, aber die will ihm zu diesem Zeitpunkt niemand glauben.

Als Ed Crane spielt hier der Schauspieler Billy Bob Thornton (U-Turn, A Simple Plan, Armageddon, Bandits, Alamo).
Ed Crane ist hier anfangs ein genügsamer Mensch, er redet nicht viel aber macht seine Job, auch seine Ehe verläuft ohne große Probleme aber auch ohne große Freuden.
Er ist zwar kein Verliere aber eben auch nicht der Gewinnertyp, der typische unauffällige Durchschnittsamerikaner. Erst als er versucht das Geld zu besorgen zeigt sich daß das Schicksal scheinbar nur auf eine solchen Fehltritt gewartet hat, jegliche Versuche auch nur noch irgendwie zu retten was von seinem Leben zu retten ist enden zumeist in einer noch größeren Katastrophe.
Ihm zur Seite steht dabei Frances McDormand (Fargo, Primal Fear)als seine Ehefrau. Sie ist das genaue Gegenteil von Ed, ambitioniert und gesprächig versucht sie immer wieder ihre Stellung zu verbessern. Sowie Michael Badalucco (Léon, O Brother, Where Art Thou?) als dessen ebenso redseliger Bruder.

Daneben machen aber auch noch einige mehr oder weniger bekannte Darsteller das ganze sehenswert. Jon Polito als Creighton Tolliver, James Gandolfini als David 'Big Dave' Brewster und Tony Shalhoub (Spy Kids, Men in Black, Monk) las wirklich genialer Anwalt Freddy Riedenschneider.

Die Schauspieler sind allesamt wirklich gut in ihren Rollen, vor allem Billy Bob Thorton der als Protagonist wohl mit am wenigsten Text hat und auch der Film an sich fügt sich zu einem guten Großen Ganzen zusammen. Musik, Einstellungen hier paßt alles zusammen und vermittelt perfekt das Flair jener Filme aus den Vierziegern oder der berühmten Schwarzen Serie. Und vor allem merkt man ihm die Handschrift der Coen Brüder an. Nicht nur an den schrägen Charakteren auch die Inszenierung ist deutlich von ihren vorigen Filmen beeinflußt, Rückblenden und seltsame Traumsequenzen (jedoch bei weitem nicht so seltsam wie in The Big Lebowski) lockern das ganze an einigen Stellen sowohl auf, wie sie andererseits manchen Zuschauer verdutzen lassen was da nun gerade wieder passiert ist.

Auch auf der technischen Seite hat man sich wahrlich nicht lumpen lassen. So kommt der Film in Deutsch und Englisch DD 5.1 daher (als einzigen Wehrmutstropfen gibt es leider keine englischen Untertitel, aber zumindest auch keine deutsche Zwangsuntertitelung).
Das Bild ist gut der Ton ist sauber und auch am Bonusmaterial hat man nicht gespart.
So gibt es ein Making Of, ein Interview mit Roger Deakin (Kamera), Audiokommentare von Billy Bob Thorton und Joel und Ethan Coen, Deleted Scenes, Filmografiene, Kinotrailer und TV-Spots. Damit ist unser kleiner Silbernen Freund besser ausgestattet als mancher Blockbuster.

Fazit:
Als Freund von Filmen der Coen Brüder hat mir auch dieser richtig gut gefallen, zwar ist er nicht so komisch wie mach anderes ihrer Werke aber dafür nicht minder spannend.
Besonders Kenner und Freunde vom Film Noir sollten sicherlich einmal eine Blick riskieren nur für Leute die lieber ein *Spoiler* Happy End *Spoiler* mögen ist dieser Film sicherlich nichts, aber es muß ja nicht jeder Film gut ausgehen.

Tja, damit bleibt einem im Endeffekt die Entscheidung mal wieder selber überlassen, mehr als empfehlen kann ich nicht.


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