Akte X - Staffel 3

Scully: You can't even see what they're operating on!
Mulder: But it, it does look authentic. I mean, the setting and the procedures. I mean, it does look as if an actual autopsy is being performed, doesn't it?
Scully: Well, technically, I don't know why they would be wearing gas masks.
Mulder: Well, maybe it's this green substance they seem to be extracting from the subject. Can you identify that?
Scully: Olive oil? Snake oil? I suppose you think it's alien blood.
Mulder: It's widely held that aliens don't have blood, Scully.
Scully: I guess that begs the question, if this is an alien autopsy...
Mulder: Where's the alien.
- aus X-Files, Season 3, Episode 9: Die Autopsie (OT: Nisei)

Einleitung
Langsam aber sicher nahmen die X-Akten wirklich fahrt auf. Nach er unerwartet erfolgreichen ersten und einer soliden, wenn auch weniger innovativen zweiten Staffel gingen die X-Akten 1995 bereits in ihr drittes Jahr ... und das, obwohl noch immer keine Antwort auf nur eine einzige der Fragen, die der Serie zugrunde liegen, gegeben wurde.
Doch die ersten Nebenprodukte, tauchten auf, vor allem auf dem Buchsektor, wo Romane zu einzelnen Episoden es erlaubten, die Abenteuer der Agenten erneut zu verfolgen und Hintergrundbände die Antworten versprachen, die man in der Serie nur zu erahnen können glaubte.

Das dritte Jahr erwies sich dabei als noch größerer Erfolg als die vorherigen. Anders als die zweite Staffel kamen hier weitere neue Zutaten in den Topf, nicht zuletzt eine große Priese Humor. Auch kann man getrost sagen, dass fast jede Episode der Staffel, ob nun Monster of the Week oder für den Hintergrundplot relevant, überzeugen konnte und Ausrutscher wie die vergangene Staffel leider doch recht viele hatte zur absoluten Seltenheit gehörten.
Bis zum Ende galt die dritte Staffel eigentlich immer als die beste, dennoch wollen wir aber gewohnt unsere Runde drehen und mal im einzelnen betrachten, was wir hier so haben...

Disc für Disc
Wie schon bei den letzten beiden Staffeln haben wir es hier mit sieben Discs zu tun, wobei die letzte wie schon bei der ersten Box alleine das Bonusmaterial beherbergt...
Disc eins geht direkt dramatisch los, denn "Das Ritual" (OT: The Blessing Way) und "Verschwörung des Schweigens" (OT: Paper Clip) beenden zusammen den Dreiteiler, der mit "Anasazi" - dem Cliffhanger der letzten Staffel – eröffnet und damals auch als Kaufvideo unter dem Titel "Die ungeöffnete Akte" verkauft wurde. Nach Mulders scheinbarem Tod am Ende der zweiten Staffel werden nun dessen wahre Umstände geklärt, die Navajo dürfen weiter im Spotlight stehen die Mythologie der Serie schreitet weiter fort – ein hervorragender Mehrteiler, sicher einer der besten überhaupt.
Ebenso gut sind aber die beiden Monster of the Week-Episoden auf der Disc. "Blitzschlag" (OT: DPO) dreht sich um mysteriöse, tja, Blitzschläge, die in Oklahoma zu äußerst dubiosen Mordfällen führen. "Der Hellseher" (OT: Clyde Bruckman's Final Repose) ist eine der eher augenzwinkernden Episoden und schickt die Agenten mit Hilfe des Hellsehers Clyde Bruckman auf die Spur eines Mörders.
Nur sehr gute Episoden, samt und sonders.

Die zweite Disc eröffnet mit "Die Liste" (OT: The List), einer spannenden Episode um die Todesliste eines hingerichteten Insassen, die sich geisterhaft zu erfüllen scheint. "Fett" (2Shy) ist eine trashige, aber dennoch unterhaltsame Episode, die die Agenten auf die Spur einer Art 'Fettvampir' schickt, nicht überragend, aber gut. "Der zweite Körper" (OT: The Walk) ist dagegen wieder einfach spitze und dreht sich um scheinbare Attentate mittels astraler Projektion, während "Parallele" (OT: Oubliette) eine Entführung mit ganz besonderem mystischem Hintergrund darstellt ... und damit die dritte exzellente Episode dieser Disc darstellt.

Die dritte Scheibe eröffnet mit einem weiteren Metaplot-Mehrteiler. "Die Autopsie" (OT: Nisei) bringt Mulder durch das Video einer angeblich aufgezeichneten Alien-Autopsie auf die Spur einer viel weiter führenden Verschwörung, die in "Der Zug" (OT: 731) nicht nur ein dramatisches Finale bietet, sondern zugleich ein ganz neues Licht auf Scullys Entführung in der zweiten Staffel wirft.
"Offenbarung" (OT: Revelations) ist eine 'nur' gute Episode um Morde rund um das Thema 'Stigmata', macht aber dennoch Laune. "Krieg der Koprophagen" (OT: War of the Coprophages) dreht sich um böse Kakerlaken und ist ebenfalls eine Must-See-Episode dieser Staffel, die durch obskure Charaktere (Dr. Bambi Berenbaum), einen ohnehin recht selbstironisches Drehbuch und eine gute Priese zusätzlichem Humor begeistert.
Selber Schnitt wie zuvor: drei exzellentem, eine gute Episode.

Böse zaubernde Teenagerinnen gibt es dann in "Energie" (OT: Syzygy) zu sehen, der ersten Episode der vierten Disc. Eine gute Episode, anders als die leider etwas abfallende nachfolgende Episode. Denn "Groteske" (OT: Grotesque) ist leider ein durchschnittlicher und zudem handlungs- wie spannungsarmer Gargylen-Plot geworden.
Dafür gibt dann direkt den nächsten Zweiteiler zur Rahmenhandlung: "Der Feind, Teil 1" (OT: Piper Maru) und "Teil 2" (OT: Apocrypha). Diese zwei Episoden bieten alles: neue Charakterentwicklungen auf Seite der Protagonisten, hervorragende Ausstattung, filmisch exzellente Szenen, den ersten Auftritt der mysteriösen, scheinbar intelligenten Substanz, die fortan als 'das schwarze Öl' bekannt werden soll, Lebensgefahr für manch lieb gewonnene Nebenbesetzung und nicht zuletzt die Rückkehr des Alex Krycek! Ein weiteres, absolutes Highlight!

Ebenso wie die Eröffnung der fünften Disc: "Mein Wille sei dein Wille" (OT: Pusher). Robert Patrick Modell, genannt Pusher, kann die Gedanken seiner Mitmenschen durch seine suggestiven Fähigkeiten beeinflussen und stellt damit einen der beliebtesten Schurken der gesamten Serie dar, nicht zuletzt sicher wegen der großartigen Darstellung von Robert Wisden. Es gab wohl auch wenige, die es den Agenten so schwer gemacht haben...
"Der Fluch" (OT: Teso Dos Bichos) ist dann aber die Quittung für den Höhenflug und stellt den totalen Absturz der Box dar. Geschrieben von John Shiban, der zuletzt die hervorragende "Der zweite Körper" abgeliefert hatte, dreht sich die Folge um eine Art böse Katzen-Entität und findet, nach einer großen Fuhre Blödsinn, ihren traurigen Höhepunkt in einem Finale, in dem die beiden Agenten sich eine Horde absolut lieb aussehender Katzen gegenüber sehen. Nee, besser gleich überspringen.
"Höllengeld" (OT: Hell Money) kann man dann zwar vorwerfen, eigentlich kaum ein übernatürliches Element zu beinhalten, dafür bekommt man aber eine sehr spannende Kriminalgeschichte im Milieu der in Amerika lebenden Chinesen – sehr gut, und eine nette Abwechslung.
Der Höhepunkt ist dann aber "Andere Wahrheiten" (OT: Jose Chung's 'From Outer Space) in der der (fiktive) Autor Jose Chung einmal seine Interpretation eines Falls unserer beiden Agenten schildern darf ... angereichert mit den kultigsten Man in Black, die ich je gesehen habe, sehr bizarren Außerirdischen und der Möglichkeit der Hauptdarsteller, mal etwas aus ihren Rollen auszubrechen wird diese Episode zu einem weiteren staffelübergreifenden Highlight.

Der Endspurt beginnt auf der sechsten Disc dann mit "Heimsuchung" (OT: Avatar), einer durchschnittlichen, dafür aber mal auf A.D. Skinner zentrierten Episode, die vor allem unter ihrem recht abgenutzten Plot leider.
"Der See" (OT: Quagmire) ist dagegen einer meiner persönlichen Favoriten. In einer atmosphärisch leichten Episode sind Mulder und Scully auf der Spur von 'Big Blue', einer Art Nessie-Seeungeheuer. Es sind hier vor allem die lockere Stimmung, die pointierten Dialoge und die wunderschöne Szene der beiden Agenten Nachts am See die den "See" von vorne bis hinten sehenswert machen.
"Ferngesteuert" (OT: Wetwired) ist ebenfalls ein Monster der Woche, allerdings indirekt, denn irgendetwas treibt hier scheinbar unabhängige Menschen in einer kleinen Stadt zu brutalen Gewaltausbrüchen – erneut sind es nicht zuletzt hervorragende Dialoge, die diese Episode sehenswert machen.
"Der Tag steht schon fest" (OT: Talitha Cumi) ist dann noch das abschließende, mitreißende Staffelfinale, das einmal mehr alle wichtigen Komponenten beinhaltet: Spuren zu Mulders Schwester, Klone, den außerirdischen Kopfgeldjäger, den Krebskandidaten und eine gute Portion mysteriöses Gerede fesseln auch hier an den Bildschirm, bis zum eiskalt eingeblendeten 'To be continued...'

Der Bonus-Silberling bietet die gewohnte Mischung. Man nehme eine Featurette zu den Hintergründen, 12 Interviews zu ebenso vielen Episoden der Staffel, allerlei zu den Spezialeffekten, fünf deleted scenes, 17 Spots vom Sender F/X und 46 TV-Werbe-Spots und fertig ist die Bonusdisc. Wirklich meckern kann man da kaum, dennoch eben auch keine Überraschung.

Verarbeitung und Technik
Wer eine der beiden bisherigen Staffeln hat oder eine meiner bisherigen Rezensionen gelesen hat, der weiß auch, was ihn bei der dritten Staffel erwartet. In einem schier unverwüstlichen Pappschuber kommen die sieben Scheiben, zusammen mit einem Booklet, daher, gut verpackt für die Ewigkeit.
Von der technischen Seite her hingegen ist von einer deutlichen Verbesserung zu sprechen, zumindest beim Ton, denn der nach wie vor in Deutsch, Englisch und Spanisch vorliegende Ton hat es endlich geschafft und liegt nun in Dolby Surround vor! Der hintere Kanal hält sich dabei zwar recht bedeckt, doch insgesamt gewinnt der Ton dennoch deutlich an Raumklang dazu.
Das Bild ist weiterhin 4:3, weiterhin mit (gewollt) matten Farben und hervorragendem Kontrast, wobei vor allem bei den dunklen Szenen noch eine Verbesserung festzustellen ist – so wie wohl auch einfach die Ausrüstung der Show besser wurde.
Hier gibt es eigentlich nichts zu meckern, vor allem für die Staffel einer TV-Serie von 1995...

Fazit
Machen wir es mathematisch: 20 exzellente Episoden, drei gute und ein Ausrutscher ergeben zusammen einen Schnitt, dem man sich weder verwehren kann – noch will.
Die dritte Staffel gilt zu Recht als der absolute Höhepunkt der Serie und wer bisher interessiert war, sollte hier auf keinen Fall mit dem Kaufen aufhören!
Beide Daumen hoch!


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