Batman - The Long Halloween

"I belive in Gotham City."

Seit über sechzig Jahren im Dienst, absolvierte er unzählbare Auftritte in Comics, mehreren Real-und Trickserien und bringt es auf fünf Kinofilme (der neuste ist gerade in Produktion).
Und dabei ist er noch nicht einmal der strahlendste Held des DC Universums.
Doch gerade das macht auch die Faszination bei Batman aus, er ist ein Held mit Vergangenheit und Problemen, dessen Gegner genau wie er oftmals auch keine Superkräfte besitzen und sich teilweise auch nicht immer so sehr von ihm unterscheiden.
Aber gerade dieses Düstere und Geheimnisvolle macht sicherlich auch ein Großteil der anhaltenden Fangemeinschaft des dunklen Ritters aus.

Bei solch einer langlebigen Figur ist es dann natürlich nicht immer leicht aus der Fülle der Comics die guten herauszupicken, denn auch hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Da gibt es die Guten, den großen Durchschnitt, schlechte und natürlich auch wirklich geniale Werke.
"The Long Halloween" von Jeph Loeb und Tim Sale ist eines dieser wirklich, wirklich Guten.

 

Doch worum geht es denn nun genau, zuviel will ich hier gar nicht verraten um eventuellen Lesern nicht die Spannung zu verderben, aber ein paar kleine Worte zum Inhalt sind schon angebracht.

Staatsanwalt Harvey Dent ist schon seit längere Zeit hinter dem Verbrecherkönig Carmine "The Roman" Falcone her, doch bis jetzt gab es für ihn nie die Möglichkeit ihm etwas anzuhängen. Deshalb schließen er, Polizeichef Gordon und Batman einen Pakt den Roman zu Fall zu bringen.
Die ganze Sache wird durch das Auftauchen eines Killers kompliziert der anscheinend systematisch Mitglieder und Verwandte des Roman umbringt, da seine Taten immer auf Feiertage fallen spricht man von ihm bald nur noch als Holiday. Das ganze scheint sich immer mehr zu einem Bandenkrieg auszuweiten in dem beiden Parteien nur jedes Mitte recht ist.
Und so bleiben auf der Jagd nach Holiday auch der ein oder andere Gerechte auf der Strecke.

Was den beiden Eisner Award-Gewinnern Jeph Loeb und Tim Sale hier gelungen ist darf man sicherlich zu Recht als eine der besten Batman Geschichten im Comicbereich betrachten.
Die Story ist dabei vor allem nicht nur eine 08/15 Batman-jagt-irren-Schurcken Geschichte sondern pendelt irgendwo zwischen dem Paten und dem düsteren Batman Universum.
So steht auch keiner der üblichen Verdächtigen als Schurke wirklich im Mittelpunkt. Zwar haben das ein oder andere bekannte Gesicht einen Auftritt und spielen mal mehr oder weniger wichtige Rollen (angefangen bei Catwoman, dem Joker, Riddler, Scarecrow, Mad Hatter und Poisen Ivy und wer sich ein wenig mit Batman auskennt wird auch wissen unter welcher Identität Harvey Dent später berühmt wird) doch ein Hauptaugenmerk bleibt immer wieder auf der Killer-Gangster Geschichte und einmal mehr wird deutlich das es keine größenwahnsinnigen Schurken mit Weltherschaftsplänen braucht um eine Superhelden auf den Plan zu rufen und warum Batman eben auch mehr ist als der generische Good Boy des Golden Age und seinen Titel als Detektiv verdient hat.
Das Schöne dabei ist auch das der Leser ebenso miträtseln kann und nie wirklich mehr Informationen besitzt als der Protagonist, vielmehr werden ihm sogar noch mehr falsche Spuren gelegt und wenn man dann am Ende denkt "Hui, das war’s" und "Da hatte ich doch gar nicht so unrecht mit meine Vermutungen", wird dem ganzen noch einmal eins drauf gesetzt und die Geschichte erhält noch mal eine überraschende Wendung.

Was der Geschichte natürlich auch zu gute kommt ist die kontinuierliche Charakterentwicklung, vor allem die Hauptpersonen erhalten sowohl Motivationen als auch einen nachvollziehbaren Hintergrund und das macht das Ganze noch einmal um so lesenswerter.

Auch der Zeichenstil ist wirklich gelungen und paßt sowohl zu Batman als auch zu der Gangstergeschichte, Rückblenden werden in Schwarz-Weiß und nur mit einzelnen Farbeinbrüchen (z.B. rotes Blut oder einzelne Objekt) erzählt, wie ihm Film gibt es auch hier einzelne Panels die sich der Großaufnahme bedienen - actionreichere Sequenzen erhalten dahingegen schon mal eine rasantere Bildfolge in der auch oftmals nur Detailaufnahmen zu sehen sind. Die Farben sind dabei nicht so kräftig wie man es vielleicht gewohnt ist sondern wirken in allem eher blaß und trostlos, was sogar noch mehr zur Stimmung der Geschichte beiträgt.

Den beiden Erschaffern ist hier wirklich etwas Grandioses gelungen, zumal beide schon auf eine recht lange Arbeit im Comicbereich zurückblicken können (sei es nun für Marvel oder DC) und so ist es auch nicht verwunderlich das dies nicht ihre einzige Zusammenarbeit war. Für DC produzierten sie einige kleinere Batmangeschichten (unter anderem Choices, Ghost und Madness) und auch die ambitionierte Superman Neuerzählung "Superman: For all Seasons" Also auch gerade für Comickenner keine Newbies mehr und mittlerweile ein Garant für gute Unterhaltung.

Tja, nach all den Lobeshymnen bleibt mir eigentlich nur noch eine Kaufempfehlung auszusprechen, zumindest wenn man sich für Batman oder Comichelden im allgemeine begeistern kann sollte man auf jeden Fall einen Blick in "The Long Halloween" werfen.
Und ich bin sicher, dass auch Leute die sich ansonsten eher weniger für Superhelden interessieren Freude an dieser spannenden Story haben werden, für mich waren es auf jeden Fall 370 unterhaltsame und spannende Seiten.


Jeph Loeb / Tim Sale{jcomments on}
Softcover 370 Seiten, DC Comics
ISBN: 1-56389-469-6

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