DSA #093 - Hjaldinger-Saga 1 - Glut

Daniela Knor ist dem aufmerksamen Rezipienten von DSA-Romanen ja sicherlich keine Unbekannte mehr. Mit Dunkle Tiefen und Roter Fluss hat sie einige der besten Romane für die DSA-Reihe geschrieben. Dementsprechend war die Erwartungshaltung recht hoch, an die Qualität ihrer bisherigen Werke anknüpfen. Mit der Hjaldinger-Saga hat sie sich wieder einem historischen Thema der DSA-Spielwelt Aventurien gewidmet. Diese Trilogie berichtet von dem Exodus der Hjaldinger vom Kontinent Myranor nach Aventurien, wo sie sich später zu der Kultur der Thorwaler entwickelen werden. Doch wie kam es dazu? Die Gründe für den beginnenden Exodus werden in Glut beschrieben, dem ersten Teil der Trilogie.

Vier Handlungsstränge laufen hier nebeneinander und verknüpfen sich nur zum Teil während des Romans. Die Haupthandlung dreht sich um den jungen Hjaldinger Valdur, auf dem angeblich ein Fluch liegt. Er hat nicht nur seine leiblichen Eltern verloren, sondern auch später seine Plegeeltern. Er trifft während seiner ersten Seereise auf Jurga, eine von ihrer Sippe Verstoßene, die Kennern der aventurischen Geschichte sicherlich bereits bekannt vorkommen wird. Die anderen Nebenplots drehen sich um einen hjaldingischen Sklavenhändler, der mit dem dekadenten Imperium des Südens handelt. Ansonten geht es um eine Geheimagentin einer Adelsfamilie aus dem Imperium und einem Straßenjungen hjaldingischer Herkunft. Während die Bedeutung der Agentin für die Geschichte im Roman nicht klar wird, so betonen die anderen Handlungsstränge geschickt bestimmte Aspekte des Hauptplots.

Manch einer mag bereits am Anfang des Buches abgeschreckt sein, wenn ganze 43 Charaktere in der Übersicht genannt werden. Trotz dieser beeindruckenden Menge an handelnden Personen, bleibt der Roman immer übersichtlich. Knor gelingt es, jedem Charakter Leben einzuhauchen und ihn für den Leser vielschichtig darzustellen. Selbst Nebenfiguren wachsen dem Leser durch die sehr atmosphärische und gekonnte Darstellung der Personen ans Herz. Die Atmosphäre ist, neben den Charakteren, eh der beeindruckendste Aspekt des Romans. Die Kultur der Hjaldinger wird bezaubernd beschrieben und entführt den Leser in diese fremde Kultur, die einige Ähnlichkeiten mit den Wikingern unserer Welt aufweist. Ein Problem ist allerdings das bekannte Namenswirrwarr Myranors. Neben den sehr fantastisch anmutenden Namen des Imperiums setzt die Autorin dem Leser eine breite Palette an Fremdworten der Hjaldinger entgegen. Diese sind in einem 20seitigen Glossar am Ende zwar alle erklärt, doch alleine dieser Umfang zeigt bereits, dass man des öfteren stirnrunzelnd das Ende des Buches aufschlagen muss. Aus keinem ersichtlichen Grund befinden sich im Buch auch mehr als ein Dutzend Fußnoten, die ebenso wie der Glossar über Fremdworte aufklären. Hier wäre eine durchgängige Handhabung wünschenswert gewesen. Zum Ende des Romans gibt es, neben einem Cliffhanger zum nächsten Teil, auch eine große Endschlacht. Diese verliert aber leider viel von ihrer Dynamik, da sie sehr in die Länge gezogen wurde.

Die Kritikpunkte vergehen aber alle vor der liebevollen Charakterisierung der Figuren, der spannenden Handlung und der grandiosen Atmosphäre. DSA-Fans sollten diesen Roman unbedingt lesen, aber auch diejenigen, die mit Aventurien sonst nichts anzufangen wissen, sollten unbedingt einen Blick riskieren.


Name: Glut - Hjaldinger-Saga I 
Verlag: Fanpro 
Sprache: deutsch
Autorin: Daniela Knor 
Empf. VK.: 9 Euro {jcomments on}
Seiten: 360
ISBN: 9783890644721

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