Discworld - The Fifth Elephant

Jetzt haben wir schon über 270 Rezensionen aber noch keine einzige zur Scheibenwelt, höchste Zeit für mich daran etwas zu ändern, habe ja nicht umsonst alle Romane gelesen.

Erst einmal eine kleine Einführung für diejenigen die nicht so sehr mit der Welt vertraut sind.
Die Scheibenwelt ist wie der Name schon sagt flach, sie ruht auf dem Rücken von vier Elefanten die wiederum auf einer großen Schildkröte stehen auf der sie durch das All reisen.
Es handelt sich hierbei um eine Fantasywelt im klassischen Sinne, es gibt Helden, Barbaren, Zauberer, Zwerge, Trolle und Monster. Im Gegensatz zu seinen Kollegen schuf Terry Pratchett hier eines der besten Stücke satirischer Fantasy auf dem großen Feld der Phantastik.
Sein Scheibenwelt Zyklus umfasst dabei mehrere verschiedene Hauptthemen, so gibt es die Bücher um Rincewind - den schlechtesten Zaubberer der Welt, den Hexenzirkeln von Lancre, Tod (genau der, groß, knochig, SPRICHT ETWA SO) und seine Verwandtschaft, die Stadtwache von Ankh-Morpork oder einzelne Bücher die unterschiedliche Protagonisten haben.

Vom Patrizier als Botschafter nach Überwald gesandt muss sich Sir Samuel Mumm, Kommandant der Stadtwache von Ankh-Morpork und Polizist mit Leib und Seele, in einem fremden Land weit ab der Zivilisation von Ankh-Morpork nun zwischen mehreren Interessengruppen behaupten und wen es sich wie in Überwald hauptsächlich um Vampire, Werwölfe, Trolle und Tiefenzwerge handelt die in mehreren kleineren Fürstentümern über die Region herrschen macht das die ganze Sache nicht so einfach.
Als dann auch noch die Steinsemmel, ein wichtiges Artefakt der Zwerge, kurz vor der Krönung des neuen Tiefenkönigs gestohlen werden sind Komplikationen kaum noch auszuschließen und schon bald sieht sich Mumm, von Werwölfen gehetzt alleine durch die feindliche Landschaft Überwalds laufen und alles was im noch bleibt ist sein gesunder Menschenverstand und die dunkle Hose von Onkel Wanja.

Wie bereits in seinen vorangegangenen Romanen schafft es Terry Pratchett auf wunderbare Weise eine spannende Geschichte zu erzählen und dabei die Entwicklung seiner Charaktere nicht aus den Augen zu verlieren.
Wer die anderen Romane kennt in denen sich die Stadtwache von einem unbeliebten Haufen von Versagern und gescheiterten Individuen zu der effektivsten Polizeitruppe von Ankh-Morpork entwickelt hat, der wird überrascht sein das der Autor es schafft seine Charaktere nicht einfach nur auf diesem Level zu halten sonder sie immer noch etwas dazu lernen zu lassen und sie so an ihren Aufgaben wachsen zu lassen.
So muss sich Mumm diesmal nicht in der ihm vertrauten Umgebung seiner Stadt behaupten sondern in einem vollkommen unbekannten Land dessen Bevölkerung ihm im besten Falle ablehnend gegenübersteht.
Überwald ist dabei eine Überzeichnung der osteuropäischen Staaten mit ihren dunklen Wäldern, zerklüfteten Bergen, abgelegenen Dörfern und einsamen Schlössern, ein Transylvanien par excelance. Hier leben und herrschen Werwölfe und Vampire schon seit mehreren Generationen und haben das Land ebenso geprägt wie die tief in den Bergen wohnenden konservativen Tiefenzwerge.
Auch die Werwölfin und Feldwebel der Stadtwache Angua muss sich hier nicht nur mit ihrem wölfischen Erbe auseinandersetzten sondern auch mit ihrer Familie die schon seit langer Zeit eine Grafschaft in Überwald besitzt und es nur sehr missbilligend sah das ihre Tochter ausgewandert ist um in einer Stadt Karriere zu machen.
Ebenso Korporal Karotte, zwar ein Mensch aber von Zwergen aufgezogen, wird in die Ereignissen mit hineingezogen als er versucht Feldwebel Angua zur Hilfe zu eilen.
So finden sich alle drei Hauptcharaktere bald auf fast verlorenem Posten wieder, wobei sie herausfinden müssen was es mit Traditionen und Legenden wirklich auf sich hat.

Das schöne an Pratchetts Geschichten ist das es nicht einfach nur Spaß macht sie zu lesen und sich danach dem nächsten Buch zu widmen, mit seinem Schreibstil schafft er es die Story sowohl unterhaltsam als auch spannend zu gestalten und sie oftmals in einem solchen Tempo voranzutreiben das man sie in einem durchlesen möchte.
Dabei bleiben seine sowohl seine Charaktere, seien es nun Protagonisten, Antagonisten oder einfach nur Nebencharakter, nie farblos oder eindimensional.
Hier verbirgt sich oftmals etwas weitaus größeres hinter dem ganzen als man eingangs erwartet hat und das Ende ist oftmals erfrischend überraschend, vor allem wenn man bedenkt das dies bereits sein vierundzwanzigster Scheibenweltroman ist, so kann man nur noch auf weitere hoffen und nach der beendeten Lektüre auf das nächste Buch warten.

Auf dem Gebiet der englischsprachigen satirischen Fantasy schon lange ein echter, wenn auch nicht mehr so geheimer, Tipp. Und für mich ein Grund dem Buch alle Empfehlungen auszusprechen, zumal ich von einem Scheibenweltroman bis jetzt auch noch nie enttäuscht worden bin.


Terry Pratchett
The Fifth Elephant
Engl., 459 Seiten Softcover{jcomments on}
Corgi Adult
ISBN: 0-552-14616-1

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