Discworld - The Wee Free Men

So kehren wir also noch einmal zurück zur Scheibenwelt, mein persönlicher All-Time-Favorite in Sachen humorvoller Fantasy.

Mit „The Wee Free Men“, im deutschen hoffentlich nicht, wie zuletzt gelesen mit „Kleine freie Männer übersetzt, legte er den zweiten Scheibenweltroman vor, der eigentlich für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde.

Dies äußert sich, wie auch schon bei „The amazing Maurice and his educated Rodents“ in der doch deutlich kürzeren Seitenanzahl. Aber egal, solange die Geschichte gut ist und das ist sie auch.
Zwar merkt man ihr an das sie für ein eigentlich deutlich jüngeres Publikum geschrieben wurde, aber was soll’s…unsereins bildet ja auch den Hauptanteil de Zuschauerzahlen der Sendung mit der Maus.

Also worum geht es denn nun…
Tiffany Aching lebt, wie auch schon ihre Familie und deren Familien vor ihr, auf der Aching Farm draußen im Chalk. Dort lebt man vorwiegend von der Schafzucht und all den Produkten die damit zusammenhängen. Eigentlich könnte auch alles seinen gewohnten Gang gehen, würde ihr kleiner Bruder nicht von der Königin in ihr Feenreich entführt. Obwohl sie ihn eigentlich nie so richtig leiden konnte, fühlt sie sich doch für ihn verantwortlich und als angehende Hexe, denn das ist ihre Berufung und da ist sie sich ziemlich sicher, macht sie sich zusammen mit dem Clan der Nac Mac Feegle, einer Bande von immer streitlustigen, stehlenden, trinkenden aber dennoch liebenswerten Gnomen auf ihren Bruder wieder zu befreien.

Wie auch schon bei „The amazing Maurice and his educated Rodents“ ist das einzige Manko der Geschichte daß sie eigentlich zu kurz ist und man viel zu schnell durch ist (ich zumindest).
Denn von der Story her hat sich Terry Pratchett auch hier mal wieder kräftig ins Zeug gelegt und seine satirischen Hiebe vor allem auf die Feenwelt Englands, Schottlands und Irlands ausgeteilt - besonders die Nac Mac Feegle tragen deutliche Anzeichen (obwohl ihre kleine blaue Gestalt eher auf andere koboldartige Gesellen hindeutet, aber im Gegensatz dazu steht ihr doch eher aufbrausendes Temperament) und haben wohl den gräßlichsten Schottisch-Irischen Akzent denn ich jemals in einer schriftlichen Version gelesen habe. Da muss man schon mal zweimal über Sätze lesen um zu verstehen was da genau gemeint ist, aber gerade das trägt auch wieder zu ihrem Gesamtbild bei.

Aber auch die restlichen Feen oder Elfen tragen deutlich kühlere und bösartigere Züge als man es sonst gewohnt ist und sind wohl am nächsten an die Elfen aus dem Scheibenweltroman „Lords and Ladies“ angelehnt.

Das Traumreich der Königin beherbergt all die Träume und Gestalten aus Erzählungen mit denen Eltern ihren Kindern Angst einzujagen versuchen, wenn diese etwas Falsches getan haben. So trifft man hier nicht nur auf den kopflosen Reiter oder Grimhounds, sondern auch auf vollkommen reale Alpträume und wenn man nicht aufpasst, kann es auch schon einmal vorkommen, das man in seinen eigenen Traum oder Alptraum hinein gerät.

Dabei demontiert Pratchett das ganze Genre nicht aber nur einfach, sondern gibt ihm vielmehr eine andere Sichtweise und gerade dieses scheibenweltmässige verleiht dem ganzen wieder seine einzigartige Komik.

Wer also „Nightmares & Fairy Tales“ dieser Sorte mag, die einen doch etwas düsteren oder besser nüchternen Blick auf die Feenwelt werfen, der sollte sich dieses Buch sicherlich nicht entgehen lassen. Auch aufgrund seiner Kürze doch sehr unterhaltsam und lesenwert, aber auch Neueinsteiger sind damit sicherlich sehr gut bedient, da man kein großes Vorwissen braucht, auch wenn Nanny Weatherwax am Ende eine kurzen Auftritt hat, so kommt man dann doch dank der vollkommen neutralen Sichtweise der Hauptperson (die auch keine größeren Kenntnisse hat) ohne jegliches Hintergrundwissen aus.
Fans und Kennern der Scheibenwelt sage ich sicherlich nichts neues, also bleibt mir jetzt nicht mehr viel zu tun - außer mich dem nächsten Buch zuzuwenden.


Terry Pratchett
The Wee Free Men{jcomments on}
Softcover 320 Seiten, Corgi Books
ISBN: 0552549053

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