DSA - Kristall von Al'Zul 5 - Aufs Schafott

Bevor man zu der Geschichte an sich kommt, sollte man etwas über die Reihe erfahren. Bei Aufs Schafott von Florian Don-Schauen, dem DSA-Chefredakteur, handelt es sich um den fünften und abschließenden Band der Kristall von Al’Zul-Reihe. Diese verlässt die gewohnte Veröffentlichungspolitik der DSA-Geschichten in Romanen, bzw. Anthologien. Jeder Band der fünfteiligen Reihe wird von einem anderen Autor verfasst, der die bisherige Geschichte und die Charaktere fortführt. Das Ganze als Novellen zu bezeichnen, wie es die Bände selber tun, ist aber nicht korrekt, da Novellen in sich abgeschlossene, kurze Erzählungen sind, die Reihe aber eher ein Fortsetzungsroman verschiedener Autoren ist. Das Format der Bücher ist etwas größer als ein normaler Roman und jeder der Bände hat 64 Seiten.

Die Serie dreht sich um einen magischen Kristall, der von einer Magierin und einer von ihr angeworbenen Söldnertruppe gesucht wird. Konnte die Diebin zunächst gefangen genommen werden, führt die Gruppe seitdem entweder die Suche nach dem Kristall fort oder ist mit der Flucht vor weiteren Interessenten am Kristall beschäftigt.

Nachdem in den ersten Bänden verschiedene Charaktere als Ich-Erzähler auftraten, wird die Geschichte im finalen Band aus Sicht eines allwissenden Erzählers weitergeführt. Nachdem die Gruppe den magischen Kristall seinem rechtmäßigen Besitzer zurückbringen möchte, wird sie von einem Ritter mehrerer Verbrechen bezichtigt und muss sich vor Gericht verantworten, bevor die wahren Hintermänner der ganzen Geschichte zur Rechenschaft gezogen werden können.
Nicht ohne Befriedigung konnte ich lesen, dass die Gruppe unter anderem für ihr Blutbad an Dorfbewohnern aus dem ersten Roman angeklagt wird, woraus sie sich aber unter fadenscheinigen Wortverdrehungen herausreden können. Das unter der gleichen Gerichtsbarkeit später dann ein verdienter und angesehener Ritter zum Tode verurteilt wird, weil er Missetaten einer Verwandten gedeckt hat, wirkt dann nur umso abstruser. Einige der beteiligten Schurken laufen dabei geradezu zu comichafter Oberschurkigkeit auf, indem sie furchtbar böse Dinge tun, ohne dafür wirklich eine Motivation zu haben. Das Ganze gipfelt dann in einem bemerkenswert undramatischen Finale, das durch den Epilog geradezu schmerzhaft naiv und positiv wird. Der im letzten Band eingeführte neue Charakter ist zudem ein Plotlöser, da er durch diverse Fähigkeiten, die er der Gruppe nur zu gerne zur Verfügung stellt, einen Großteil aller Konflikte und Probleme im Alleingang löst.

Zudem gilt es auch wieder, die Veröffentlichungs- und Preispolitik zu kritisieren. Auch wenn fünf Euro pro Band nicht als viel erscheinen mögen, so hätte man doch alle fünf Bände ohne weiteres als einen Roman normaler Länge publizieren können. So bezahlt man für die ganze Geschichte satte 25 Euro anstatt zehn. Zum Ende der Serie gilt es nun auch zu fragen, wieso die Reihe in diesem Format veröffentlicht wurde. Neue Leser sind dadurch wohl nicht zu erreichen, da die Hefte erstens zu teuer, zweitens nur im Fachhandel zu beziehen und drittens nicht für sich alleine stehen, sondern aufeinander aufbauen.

Das Finale der Reihe ist leider ziemlich enttäuschend, da die Antagonisten über keine ausreichende Motivation für ihre Taten verfügen, der Plot weitestgehend durch nicht überzeugenden Gerichtstricks und einen überraschend aufgetauchten, übermächtigen Charakter auf Seiten der Helden gelöst wird. Neben der schwachen Erzählung ist auch das Konzept der Veröffentlichung in “Novellen” nicht überzeugend und stark überteuert. Deswegen kann ich nur empfehlen, die Finger von den dünnen Heftchen zu lassen.


Verlag: Fantasy Productions GmbH
Autor: Florian Don-Schauen
Sprache: deutsch
Empf. VK.: 5 Euro{jcomments on}
Seiten: 61
ISBN: 978-3890642352

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