BattleTech - Classic 16 - Duo Infernale

Das titelgebende Duo Infernale sind die beiden weiblichen Hauptcharaktere des Romans, welche man mehr oder weniger gut auch auf dem Cover finden kann. Namentlich handelt es sich um Mad Dog Maloy, die Mechpilotin des Mad Cat “Bugs” und die Elementarin Shin, die beiden letzten Überlebenden einer Söldnereinheit. Die beiden kommen einer Intrige auf die Spur, wegen der ihre Einheit massakriert wurde und die die Lyrianische Allianz in ihrer Gesamtheit bedroht: eine unbekannte Gruppe hat eine uralte und geächtete Waffe gestohlen. Im folgenden Wettlauf gegen die Zeit bereisen die beiden den Söldnerstern Galatea sowie die Hauptstadt des riesigen Sternenreiches von Steiner: Tharkad-City. Die beiden ungleichen Frauen streiten sich zwar fast die ganze Zeit, sammeln aber während ihrer Reise neue Gefährten ein und enthüllen Elemente aus ihrer Vergangenheit. Und das ist eigentlich schon ein Knackpunkt, denn jeder der Charaktere trägt ein Geheimnis mit sich herum. Das wäre ja an sich begrüßenswert, wenn diese Geheimnisse nicht alle ohne Andeutungen spontan auftauchen würden und recht klischeehaft ausfielen. Und sie sind nicht einmal immer plotrelevant. So ist das Geheimnis der Elementarin Shin nicht nur unspektakulär, sondern wird über den ganzen Roman bis zum Epilog geschleppt, ohne dass es für den Roman etwas beiträgt. Die Handlung ist leider oftmals auch an den Haaren herbeigezogen. So schaltet Maloy auf dem Abflug von dem Planeten, wo ihre Einheit niedergemacht worden ist, zufällig das Trideo ein, um einen Mechkampf auf Galetea zu erwischen. Dabei tritt ein Söldner an, der die gleichen Einheitsabzeichen wie die Angreifer trägt, wobei Shin erst da einfällt, dass die Angreifer ein solches Symbol trugen. Es ist eh faszinierend, dass die Angreifer mit skrupelloser Effizienz jeden Lagerarbeiter exekutieren, aber Maloys in ihrem unschätzbar wertvollen und effektiv unbeschädigten Clanmech bewusstlos liegen lassen.

Ein paar kleinere Fehler sind im Roman zu finden. So wird etwa Galatea als Galathea bezeichnet und der Mechtyp Hauptmann zum 100 Tonner erklärt, obwohl er 95 Tonnen wiegt. Kleinigkeiten also. Störender sind die zahlreichen Anglizismen des Romans, wobei dies sogar so weit geht, dass der Sinnspruch “Besser in der Hölle herrschen, als im Himmel zu dienen” sich komplett auf englisch findet, zwischen zwei deutschen Sätzen und auch noch ausgeprochen von einem Lyrianer, dessen Amtssprache Deutsch ist. Auch wenn im deutschen passende Begriffe vorliegen, so wird oftmals das englische Wort verwendet, ohne dass der Anglizismus einen Grund hätte, wie etwa bei “Equipment”. Das ist einerseits irritierend, da es sich bei der Autorin um eine deutsche Muttersprachlerin handelt, andererseits lässt ihr in der Autorenbeschreibung erwähntes Anglistikstudium auf den Grund für die Verwendung der englischen Begriffe schließen.

Der Roman startet insgesamt eher schwach, steigert sich aber zum Ende hin immer mehr. Das Buch nimmt regelrecht Fahrt auf, während man die Charaktere bei ihrer temporeichen Suche begleitet. Mechkämpfe sind eher selten in dem Roman zu finden, dafür aber umso mehr Situationskomik, gerade durch die dezent verrückte Pilotin Mad Dog Malloy. Trotz der Mängel in Erzähl- und Personenstruktur ist der Roman nicht wirklich schlecht, da einfach zu viele kleine Liebenswürdigkeiten in ihm stecken. Fans von Battletech können einen Blick riskieren, doch insgesamt ist der Roman nicht empfehlenswert.


Verlag: Fantasy Productions GmbH
Autor: Carolina Möbis{jcomments on}
Sprache: deutsch
Empf. VK.: 9,00 Euro
Seiten: 272
ISBN: 9783890644981

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