BattleTech - Classic 02 - Clangründer 1 - Abkehr

Andrej Kerensky steht auf der Brücke der McKennas Stolz, neben ihm der Große General, der Held, der Visionär: sein Vater. Der Sternenbund ist zusammengebrochen und Kerenskys gigantische Flotte verlässt die Innere Sphäre. Er hat eine Vision: den Sternenbund im Exil neu erstehen zu lassen. Doch Korruption und Neid, die den Sternenbund zerstört haben, kann man nicht so einfach ausmerzen. Unlösbare Konflikte enstehen zwischen General Kerensky, Andrej und seinem älteren Bruder Nicolas. Als ein neuer Krieg droht, hat Nicolas eine Vision, um diejenigen zu retten, die loyal zum Traum seines Vaters stehen.
Eine Vision, die sich ohne Andrej nicht verwirklichen lässt.
vom Backcover von Clangründer: Abkehr

Ich kann nicht bestreiten, dass ich mir schon oft Romane aus der Geschichte des BattleTech-Universums gewünscht habe. Fanpro liefert mit der Classic BattleTech-Reihe eigentlich genau das. Der Band Clandgründer: Abkehr ist aber gleich in mehrerlei Hinsicht interessant. Zum einen handelt es sich hierbei um eine deutsche Erstausgabe, von einem amerikanischen Autor. Randall Bills, der bereits die Battletech-Romane Drohendes Verhängnis und Der Weg des Ruhms schrieb, ist nicht nur Autor der Clansgründer-Trilogie, von der Abkehr der erste Band ist, sondern auch gleichzeitig der Line Devoloper der Reihe! Zum anderen dreht sich die Trilogie um die Gründung der Clans, die jedem Battletech-Enthusiasten sicherlich geläufig sein sollten. Denn ihre Handlungen bestimmten einen Großteil der Romane der Reihe. Und da die Geschichte der Clans mit dem Ende des ersten Sternenbundes und dem Sturz des Stefan Amaris beginnt, setzt dort auch der Roman ein, nämlich im Jahr 2784.

Nach dem Ende dem Ende des riesigen Sternenreiches mobilisiert General Aleksandr Kerensky den Großteil der verbliebenden Streitmacht sowie Zivilisten, welche den Glauben an die Ideale des Bundes aufrechterhalten. Mit diesen zig Millionen Menschen, tausenden Landungsschiffen sowie Hunderten Sprung- und Kriegsschiffen verlässt er den bekannten und von Menschen besiedelten Raum. Diese Aktion ging als der große Exodus in die Geschichte von Battletech ein und ich denke der Name beschreibt es auch ganz gut. Der Hauptprotagonist und somit die eigentliche Identifikationsfigur für den Leser ist aber nicht der General selbst, sondern der jüngere seiner Söhne, Andrej. Und dieser Typ nervt. Er wird während des gesamten Buches derart von anderen Menschen benutzt, dass dies nicht mehr feierlich ist. Dadurch lernt er allerdings nichts, sondern versinkt nur wieder in Selbstzweifeln. Und das passiert oft. Verdammt oft. Eigentlich begleitet der Leser diese Trantüte nur gezwungenermaßen durch die Handlung, um zu erfahren was überhaupt passiert. Er ist der Katalysator zu einer Meuterei ohne es zu wollen, er entfremdet sich von seinem Vater, er lässt sich von seinem älteren Bruder einschüchtern, etc. pp.
Dazu kommt leider noch die Tatsache, dass der Autor immer wieder um Monate oder gar Jahre in der Handlung springt. War man eben noch auf einem der Schiffe in Richtung des unbekannten Weltraums, so findet man sich im neuen Kapitel plötzlich während der Kolonisierungsphase eines Planeten wieder. Dadurch leidet der Spannungsbogen, den Bills leider eh nicht so recht zu spannen wusste. Zu dem ständigen Gejammer Abdrejs gesellen sich auch immer wieder Zitate des russischen Nationaldichters Alexander Sergejewitsch Puschkin. Es fehlte dem Autor anscheinend ebenfalls an Formulierungen, denn „des Teufels Advokat“ habe ich sicherlich an die vier bis fünf Mal während der etwa 300 Romanseiten gelesen. Und das ist nun wirklich nicht eine nicht gerade häufige Formulierung. Die Handlung dümpelt durch die einseitige Sichtweise Andrejs und der häufigen Sprünge leider nur vor sich hin. Im Vordergrund stehen klar die persönlichen Probleme des Protagonisten und nicht das, was passiert.
Des weiteren kann ich auch damit leben, dass die Helden und Gründer der Clans, nämlich Aleksandr und Nicolas Kerensky als emotionslose und rationale Wesen beschrieben werden und nicht als strahlende Helden. Aber ihnen fehlt es klar an Vielschichtigkeit. Anstatt ein ambivalentes Bild mit Schattenseiten zu entwerfen, wirken der Bruder und der Vater von Andrej als böse Gestalten, die immer das tun, was sie tun müssen.

Action gibt es allerdings kaum, die Mechgefechte und sonstigen Kämpfe lassen sich auf ein paar Seiten zusammenfassen. Hier stehen klar die Charaktere im Vordergrund, was ich dem Autor aber keinesfalls vorwerfen möchte. Trotz der misslungen Darstellungsform, finden Battletech-Enthusiasten viele Anspielungen, die einfach Freude machen. Die Gründer von Blutslinien wie Khatib, Kufahl oder Wimmer werden erwähnt, man erfährt woher die Clans ihren bejahenden Ausdruck „pos“ haben, etc. Das Cover ist zudem auch okay, zeigt es doch Alekandr Kerensky neben seinem grünen Orion in den Himmel starren, zu einer großen Zahl von startenden Landungsschiffen.
Leider haben sich auch wieder massig Tipp- und Rechtschreibfehler eingeschlichen, wie bei Fanpro-Romanen üblich.

Wer sich davon nicht stören lässt und ein wahrlich harter BattleTech-Fan ist, der kann hier zugreifen. Allen anderen sei aber abgeraten, denn hier finden wahrlich nur Hardcore-Fans etwas, worüber sie sich freuen können.


Name: Clangründer: Abkehr 
OT: Foundation of the Clans - Fall from Glory 
Verlag: Fanpro 
Sprache: deutsch
Autor: Randall Bills 
Empf. VK.: 9 Euro 
Seiten: 336 {jcomments on}
ISBN: 3890645968

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