BattleTech - Dark Age 03 - Ruinen der Macht

Nachdem das interstellare Kommunikationsnetz zerschlagen und die besiedelten Systeme von ihren Nachbarn abgeschnitten wurden, hat in der Republik der Sphäre eine archaische Zeit begonnen, in der die BattleMechs, einst die Könige des Schlachtfelds, den langsamen Wiederaufbau steuern. Doch der Zusammenhalt der Republik ist durch den Streit der zahlreichen Fraktionen gefährdet - und auf dem Planeten Mirach droht dieser Konflikt zu einem blutigen Bürgerkrieg zu eskalieren, ein Bürgerkrieg, der schwerwiegende Folgen weit über Mirach hinaus haben würde...
vom Backcover von Ruinen der Macht

So, um mal wieder Platz im Regal zu schaffen wurde nun auch Mechwarrior-Roman drei gelesen und steht nun vor meinem kritischen Blick zur Rezension stramm.

Der Name des Autors, Robert E. Vardeman, sagte mir zunächst einmal nichts. Zumindest in der BattleTech-Reihe war er bisher auch noch nicht tätig. Aber wie mich dessen gleichermassen hässliche wie unübersichtliche Homepage aufklärte, hat er unter anderem an "Der große Heliumkrieg" für Crimson Skies mitgeschrieben. Dazu kommen dann noch weitere Romane für Magic: The Gathering und Star Trek, sowie einiger Kram der mir unbekannt ist. Okay, hätten wir das schon einmal geklärt. Was zeigt uns das Cover denn sonst noch? Das Coverbild ist mal wieder ein Franz Vohwinkel und zeigt einen Bergbaumech, der durch eine Gruppe von Demonstranten marschiert. Die zeichnerische Qualität ist leider für einen Vohwinkel unterdurchschnittlich und das gewählte Motiv kann auch nicht überzeugen. Ist der Bergbaumech an sich schon keine sonderlich attraktive Konstruktion, wirkt er in Aktion eher lächerlich. Der Mech wird zudem von unten dargestellt, während man schräg von oben auf die fliehenden Demonstranten blickt. Perspektivisch eher fragwürdig. Naja...

In dem Roman geht es, wie auch in den Vorgängern, um die Auswirkungen des Ausfalls des interstellaren Kommunikationsnetzes. Jetzt würde ich hier gerne sagen das in diesem Roman ganz anders an das Thema herangegangen wird als in den anderen Bänden, aber auch hier geht es wieder mal um den folgenden Bürgerkrieg. Der Unterschied ist nur eine stärkere Gewichtung der Politik als im letzten Band, der mehr auf Action setzte.
Seltsamerweise hat die Protagonistenfamilie den gleichen Namen wie der Held des letzten Romans: Ortega. Allerdings wird an keiner Stelle darauf eingegangen, deshalb tippe ich einfach mal auf einen Zufall oder möglicherweise einen geheimen Masterplan für das Mechwarrior-Universum. Wenn zwei aufeinanderfolgende Romane einen Protagonisten mit dem gleichen Familiennamen haben, die aber in keinem erkennbaren Zusammenhang stehen, dann ist das im besten Fall störend.
Jedenfalls wird der amtierende Regent der rohstoffreichen Welt Mirach, Sergio Ortega vor ein Problem gestellt. Durch den Ausfall des Kommunikationsnetzes fühlen sich die Menschen des Planeten alleine gelassen und fürchten die Isolation. Da Exporte zu anderen Planeten ohne Verständigung auch schwierig sind, wird die Produktion gedrosselt und Arbeitsplätze fallen weg. Die ganze Misere wird durch die Ministerin für Information noch angeheizt. Sie will das einen Aufstand im Volk, da sie sich eine andere Regierung für den Planeten wünscht. Sie versucht den amtierenden Regenten zur Aufgabe zu zwingen und dafür die Stahlwölfe, jene Clannerfraktion die aus den Wölfen entstanden ist auf den Planeten zu locken. Die gute Frau ist nämlich eine Halbclannerin, da ihre Mutter von einem Clankrieger vergewaltigt wurde. Ich an ihrer Stelle würde die Clanner dafür hassen, aber sie sieht mehr ihre Aufgabe darin sich als vollwertige Clannerin zu beweisen.
Dale und Austin Ortega sind die Söhne des gewählten Gouverneurs und beide natürlich Elitekrieger. Da aber Friedenszeiten herrschen natürlich keine BattleTech-Piloten. Oder doch... oder nur im Simulator. Es gibt auf Mirach noch einen BattleMech, den ihres Vaters, doch der steht im Museum. Doch dazu später mehr.
Die gute Frau Informationsministerin findet dann heraus, das Dales Freundin während ihres Jobs als Reporterin etwas über ihr Treiben herausgefunden hat. Also lässt sie sie umbringen. Vielleicht hat Dale ja was mitbekommen? Also geschieht der nächste Unfall. Während Dales Freundin noch von einem Auto in einem Cafe getötet wurde, stirbt Dale während einer Gefechtsübung. Dales Kommandofahrzeug wird von einem Panzer beschossen dessen Übungsmunition gegen scharfe ausgetauscht wurde. Also ich würde nicht in ein militärisches Kommandofahrzeug steigen das nicht mal eine Raketensalve aushält. Im BattleTech-Universum bietet fast jede Kampfrüstung mehr Schutz.
Nach einigen Irrungen und Wirrungen schafft es die Möchtegern-Clannerin den Kommandanten der Streitkräfte auf ihre Seite zu ziehen. Mit dem Militär auf ihrer Seite übt sie nun Druck auf Sergio Ortega und alle anderen aus, die loyal zur Republik stehen. Austin Ortega hat sich aber inzwischen im Museum verschanzt und aktiviert dort den BattleMech seines Vaters, während die loyalen Großkonzerne ihre AgroMechs umbauen um Sergio Ortega beizustehen. Dieser ist aber ein müder Krieger geworden und möchte alles mittels Politik lösen. So begibt er sich freiwillig in den Hausarrest im Palast. Wieso keiner ausser Austin Ortega auf die Idee kommt den alten und einzigen BattleMech des Planeten wieder in Betrieb zu nehmen bleibt dabei rätselhaft. Genauso rätselhaft wie Austin fünf Tage in dem Museum überleben kann, wieso keiner der Soldaten dort nach ihm sucht, wieso zur Hölle das Museum die scharfe Munition für den Mech im Lagerhaus hortet, etc.
Es kommt am Ende alles wie es kommen muss. Die Loyalen gewinnen, die Bösen werden aber nur abgestraft, da Sergio Ortega ja Pazifist ist. Mhm... diese Frau hat den Tod hunderter Menschen verschuldet, eine Stadt verwüstet und Hochverrat begangen. Sollte man da nicht etwas härter vorgehen? Scheinbar nicht, denn sie landet auf einem der Monde des Planeten in der Isolation.

Tja, schade. Kein Wunder das ich für den Roman so lange gebraucht habe. Nach der ersten Seite weiß der BattleTech-Fan das es kein echtes Gefecht ist, sondern nur ein Simulatormatch. Auch wenn man liest das Dale der perfekte, nette, große Bruder ist, sollte recht bald klar sein wer zuerst stirbt. Naja, ich dachte zuerst das die beiden sich möglicherweise entzweien könnten, dann gegeneinander kämpfen, das etwas Dramatik in den Roman kommt, aber nein. Schwarz-Weiß-Zeichung der Charaktere ist nicht so toll wenn man den Roman mehr auf der politischen Schienen fahren will. Schlimm ist auch die Identifikationsfigur des Romans, Austin Ortega. Während des gesamten Romans hatte ich immer den Eindruck einfach nur einen dummen Jungen als Helden zu haben. Das er seinen Vater IMMER mit "Papa" anspricht macht es nicht besser.

Ne, das war nichts. Wenn der nächste Roman nicht mal etwas Neues bietet sehe ich langsam schwarz. Immer nur Bürgerkrieg wegen des zusammengebrochenen Informationsnetzes bringt es nicht auf Dauer. Naja, wir werden sehen ob die Mechwarrior-Reihe mehr zu bieten hat. Ich bleibe dran. Ich gebe zurück zur DORP. Scorpio aus.


Name: Ruinen der Macht 
OT: The Ruins of Power 
Verlag: Heyne 
Sprache: deutsch
Autor: Robert E. Vardeman {jcomments on}
ISBN: 3453879007
Empf. VK.: 7,95 Euro 
Seiten: 352

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