BattleTech – Finale

Jahrelanger Bürgerkrieg hat das Vereinigte Commonwealth in Trümmer gelegt. Nichts ist vom großen Werk Hanse Davions geblieben: Lyrianische Allianz und Vereinigte Sonnen stehen sich so unerbittlich wie nie zuvor gegenüber.
- vom Backcover von Finale

Finale. Endgame. Der Schluß. Mit BattleTech-Roman 61, diesem BattleTech-Roman, wird die offizielle Reihe zum Abschluss gebracht.
Das Ende durfte dann natürlich Loren Coleman übernehmen, der letzte Hauptautor der Reihe. Das Cover ist von Franz Vohwinkel, den ich hier auch einfach mal für seine genialen Arbeiten, vor allem im Bereich BattleTech erwähnen muss.

Ich möchte diese Gelegenheit auch mal nutzen und ein wenig nostalgisch werden. BattleTech war damals mein erster Kontakt mit dem Genre TableTop, nur kurz nach meinen ersten Abenteuern auf dem sagenhaften Kontinent Aventurien. Und weil man nicht nur bei den hässlichen Plastikfiguren und dicken Hardware-Handbüchern bleiben will, fing ich vor mehr als zehn Jahren auch damit an die BattleTech-Reihe zu lesen. Mehr als zehn Jahre und einen großen Schrank voller BattleTech-Druckerzeugnisse später muss ich sagen, das ich es nicht bereue. BattleTech gehörte und gehört für mich zu meinem Leben wie Star Wars oder Star Trek für andere. Ich bin damit aufgewachsen und Charaktere wie Grayson "Death" Carlyle sowie die verschiedenen Mitglieder der Familien Steiner, Davion, Kurita, Marik und Liao sind für mich gute Bekannte geworden. Ich will den ganzen Autoren, die dieses Universum über die Jahre errichtet, gepflegt und eingerissen haben meinen Dank aussprechen. Aber auch dem Übersetzer der Romane, Reinhold A. Mai, sowie FanPro und allen BattleTech-Fans da draussen. Ich weiß zu schätzen was mit diesem Universum erschaffen wurde. Danke für BattleTech.

Achja, die folgende Zusammenfassung richtet sich an Leute, die a) gespoilert werden wollen und b) relativ Sattelfest sind, was BattleTech angeht...

Der Bürgerkrieg tritt, wenig überraschend, in die heißeste Phase. Victor hat sich von dem Verlust seiner Geliebten Omi dankt der Freundschaft von Kai Allard-Liao und sogar Issis Mariks erholen können. Nondi Steiner, oberste Kommandeurin der Streitkräfte Katherinas (oder Katrinas, je nachdem welcher Fraktion man angehört) und die Tante von Katrina und Victor ist auf Tharkad, der Heimatwelt der Lyrianischen Allianz stationiert. Katrina selber ist auf New Avalon, der Heimatwelt der Vereinigten Sonnen. Victor und seine Truppen irgendwo dazwischen. Okay, so viel zur Lage.
Victor sieht allerdings ein, das er nicht nur seine Schwester stürzen muss, sondern auch einen anderen Herrscher als sich selbst einsetzen muss, weil er sonst als Eroberer gelten würde, statt als Befreier. Also wird sein jüngerer Bruder, Peter Steiner-Davion, aus dem Kloster geholt und bekommt den Auftrag Tharkad zu erobern und die Herrschaft über die Lyrianische Allianz zu sichern. Er ziemt sich zwar anfangs was, aber irgendwo kann man einen alter Klosterbruder doch überzeugen in den Krieg zu ziehen, oder? Naja ...
Derweil versucht Katrina alle Kräfte zusammenzuziehen die ihr verbliebene sind. Das schließt unter anderem ihren Geliebten, Vlad Ward, den Khan vom Clan der Kreuzritterwölfe ein. Der merkt allerdings, was für eine falsche Schlange Katrina ist und verweigert einfach mal die Hilfe.
Peter gewinnt die Schlacht auf Tharkad und befreit schon einmal die Hälfte des Vereinigten Commonwealth. Victor darf dann auch heldenhaft in einem monatelangen Feldzug die katrinatreuen Truppen dezimieren und schließlich als Sieger seinen Rücktritt aus der Politik verkünden. Das Vereinigte Commonwealth ist zerstört, sein Bruder Peter wird über den Lyrianischen Teil herrschen, seine Schwester Yvonne über die Vereinigten Sonnen. Vlad Ward darf im Epilog dann noch theatralisch Katrinas Herausgabe fordern und kassiert sie auch ein. Victor erfährt dann noch kurz darauf, dass Omi vor ihrer Ermordung ein Kind von ihm bekommen hat und er somit einen Erben hat. Irgendwo...

Tja, BattleTech ist zu Ende. Aber sooo richtig der Knaller war es nicht. Die Story ist leider so vorhersehbar wie der Refrain eines Pop-Songs, die Mech-Gefechte sind eine langweilige Aneinanderreihung von Materialschlachten und es fehlt irgendwie an Heldentum und epischer Breite. Ein paar alte Persönlichkeiten des BattleTech-Universums haben noch einen wirklich unmotivierten und gezwungen wirkenden Auftritt (Quintus Allard und Ardan Sortek) und dürfen sogar mit ihren über 70 Lenzen noch in die Mechs steigen und auch sterben, um Helden zu sein. Allerdings nur im Nebensatz.
Coleman ist leider auch wieder in seine alte Art zurückgefallen, Mech-Gefechte nur als Aneinanderreihung von kritischen Treffern zu beschreiben. Ein Mech trifft, der andere kippt ohne Arm um, seine Munition explodiert und GANZ häufig: sein Cockpit wird zertrümmert. Also wirklich, ein Kopftreffer bei einem Mech sollte eine Glückstreffer sein, oder der entscheidende Treffer in einem heldenhaften Einzelgefecht, aber so oft? Nein!
Das Ende als Ende der Reihe ist eigentlich auch unbefriedigend. Der Bürgerkrieg ist zu Ende, okay. Aber jetzt hätte man noch so viele gute Handlungen gehabt! Die Clans stehen kurz vor dem Ende des Waffenstillstandsvertrages, das größte Reich der Inneren Sphäre ist wirtschaftlich und militärisch völlig am Ende, etc. Das ist für mich kein befriedigender Schlusstrich, dafür ist zu wenig passiert. Es ist zu offen und unbefriedigend.

Insgesamt also ein doch enttäuschender Abschluss der Reihe. Mal sehen was MechWarrior – Dark Age, die Nachfolgereihe die zwei Generationen später spielt, so zu bieten hat.


Name: Finale 
OT: Endgame {jcomments on}
Verlag: Heyne 
Sprache: deutsch
Autor: Loren Coleman 
ISBN: 3453870735
Empf. VK.: 7,95 Euro 
Seiten: 376

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