BattleTech - Ein guter Tag zum Sterben

Die Gray Death Legion steht vor ihrer schwersten Stunde.
- vom Backcover von Ein guter Tag zum sterben

Ein guter Tag zum Sterben. Abgedroschener Titel, aber er passt "irgendwie". Der Originaltitel "Dying time" ist aber viel treffender, denn was in diesem Roman so vor sich geht, lässt sicher kein Auge eines BattleTech Veteranen trocken.

Roman #57 der BattleTech Reihe dreht sich mal wieder um die Gray Death Legion. Wir erinnern uns. Diese Legion ist essentieller Teil des BattleTech Universums. Um sie geht es in den drei ersten BattleTech Romanen überhaupt. Und die Legion hat in einem dieser Romane doch glatt mal einen Datenspeicher aus der guten, alten Zeit des ersten Sternenbunds gefunden und somit eine Renaissance in der Inneren Sphäre ausgelöst. Das war damals, als noch nicht mal die Clans da waren ;-).
Und Roman #57 ist nun der siebte Auftritt dieser legendären Söldnereinheit. Bisher liefen die Romane ja eigentlich immer eine Handlung. William H. Keith jr., der Autor von fünf der sieben bisherigen Romane (einen hat noch J. Andrew Keith geschrieben, augenscheinlich dessen Bruder). Der Ablauf eines BattleTech Romans war eigentlich immer klar. Die Legion wird für einen Auftrag angeheuert, ihr Auftraggeber hat sie beschissen und kämpft entweder gegen sie oder hat mit der Stärke der feindlichen Streitkräfte untertrieben. Die Gray Death Legion schafft es aber immer den stärkeren und überlegenen Feind durch Guerilliataktiken zu besiegen. Dabei wird die Legion fast immer stark dezimiert, nur um im nächsten Roman wieder mit gestärkten und vergrößerten Truppen wieder aufzustehen. Nun, diesmal nicht...

Die Grundstimmung des Buches wird direkt im ersten Kapitel klar gemacht. Oberst Grayson "Death" Carlyle stirbt. Allerdings nicht im Cockpit eines Mechs sondern in einem Krankenzimmer. Die zahlreichen Verwundungen und die Strahlung haben ihn dann nach vielen Jahren doch erwischt. Sofort wird einem eines klar. Hier wird nicht mehr herumgealbert. Die BattleTech Reihe nähert sich dem Ende zu und frisst nun noch schnell ihre Helden! Grayson Carlyle hat in seinem ereignisreichem Leben so ziemlich alles überlebt, ihn nun im Bett sterben zu lassen wirkt da beinahe... unfair.
Die Legion hat allerdings nicht gerade viel Zeit zu trauern, denn sie wird zu einem Garnisonsauftrag nach Hesperus II berufen. Auf diesem Planeten steht die letzte große Mechfabrik des lyrianischen Commonwealth (sprich des Hauses Steiner) und entsprechen will die Herrscherin den Planeten auch beschützt wissen. Da gäbe es nur das Problem das die Gray Death Legion schon einmal vor 10 Jahren auf dem Planeten war... allerdings um ihn zu erobern.
Dementsprechend gibt es dann auch erstmal Zank mit den örtlichen Einheiten, die teilweise noch immer nicht ihre Verluste von vor zehn Jahren haben ausgleichen können.
Kaum ist die Legion angekommen, werden schon die ersten feindlichen Schiffe im System gemeldet und die Invasion beginnt. Allerdings nicht durch Truppen eines anderen Hauses oder durch die Clans, sondern durch Rebellen aus der Isle of Sky. Das hat man jetzt vom Bürgerkrieg...

Thomas Gressman räumt ordentlich mit der Legion auf. Die ganzen Klischees, die in den Vorgängerbänden um die Legion aufgebaut wurden, werden hier von deren Feinden angewandt und die Legion ist schlicht überfordert. Für mich war es fast schockierend mal zu lesen das auch andere Einheiten Mechabwehr-Infantrie benutzen und das diese sogar erfolgreich sein kann, das es Hinterhalte gibt, auf die Gegner mal nicht reinfallen, etc. Schockierend, aber keinesfalls schlecht! Hätte nicht gedacht das die BattleTech Reihe mal so weit gehen würde.

Doch, ein gutes Buch, das wohl jedem BattleTech Fan der ersten Stunde irgendwo wehtun wird. Das Buch sollte zuerst ja gar nicht bei Heyne, sondern bei Phoenix erscheinen. Ich bin ganz froh das die Kontinuität nicht durchbrochen wurde und wir diesen wichtigen Band in der auslaufenden Reihe haben. Fans: zugreifen!

Achja, Heyne hat sich ab diesem Band entschlossen noch mal das Layout zu ändern. Auf dem Buchrücken sieht man nun nicht mehr eine Miniaturansicht des Covermotivs. Vielmehr wurde der freiwerdende Platz genutzt um den Titel des Romans und den Namen des Autors mehr Platz beizumessen. Das kleinere Motiv ist dafür nun auf dem Backcover zu finden. Es sieht besser aus, aber ob es für die letzten fünf Bände der Reihe noch Sinn macht?


Name: Ein guter Tag zum sterben 
OT: Dying time 
Verlag: Heyne 
Sprache: deutsch
Autor: Thomas Gressman {jcomments on}
ISBN: 3453863232
Empf. VK.: 7,95 Euro 
Seiten: 380

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