Diablo - Vermächtnis des Blutes

Seit Anbeginn der Zeit führten die geflügelten Streiter der himmlichen Sphären und die Dämonenhorden der Brennenden Höllen einen erbitterten Kampf um das Schicksal der Schöpfung. Dieser infernale Konflikt hat sich nun auf die Ebene der Sterblichen verlagert und weder Mensch noch Dämon noch Engel werden sich dieser Schlacht entziehen können...
- vom Backcover von Vermächtnis des Blutes

Diablos Rückkehr?

Nein, einer der Lieblingsfeinde der PC-Welt kehrt in diesem Buch nicht zurück. Höchstens mal indirekt, den der Roman spielt zur Zeit des zweiten Teils, bzw. des zweiten Aktes des zweiten Teils.

Nach dem Warcraft Roman gibt es nun auch Lesekost für die Diablo Welt. Da "der Tag des Drachen" ja eine ziemliche Gurke war und "das Vermächtnis des Blutes" vom gleichen Autor stammt, war ich ja schon sehr skeptisch. Aber schon mal vorweg, diesmal kommt nur zweimal im ganzen Buch das Wort Drache vor...

Der Söldner Norrec Vizharan findet mit zwei Gefährten in einem Verlies die Rüstung des Kriegsherrn Bartuc, des Kriegsherrn des Blutes. Die Rüstung übernimmt die Kontrolle über Norrec und tötet seine Gefährten. Die Rüstung benutzt Norrec als Wirt und lässt ihn durch das Land reisen, auf der Suche nach ihrem Helm. Durch die Vereinigung der Rüstung kann der Geist Barducs die Rüstung wieder vollständig beherrschen und erneut ein blutiges Imperium errichten. Dabei richten die magischen Kräfte der Rüstung sowie die beschworenen Dämonen des öfteren Blutbäder unter den örtlichen Populationen an. Norrec wird durch die Taten der Rüstung, an denen er nur passiv teilnehmen kann, in einen Gewissenskonflikt gebracht, welchen er nicht zu lösen vermag. Derweil entdeckt eine Totembeschwörerin das die Rüstung von ihrem Platz entfernt wurde und begibt sich auf die Suche nach ihr. Dabei erweckt sie aus Versehen die beiden Begleiter Norrecs, die sie nun als Untote verfolgen. Sie folgt Norrec, selbst wiederum verfolgt von den beiden Untoten über das Land.
Zu gleichen Zeit verfolgt General Augustus Malevolyn eigene Ziele. Er ist im Besitz des Helms von Barucs Rüstung. Der Helm flüstert ihm beständig Visionen von Eroberung und Schlachten zu und Augustus will den Rest der Rüstung finden um die Welt zu erobern. Seine Wahrsagerin Geleona verfolgt andere Ziele. Sie ist eine Allianz mit einem Dämon eingegangen, der aber wieder eigene Ziele verfolgt…

Eine deutlich komplexere Geschichte als bei "der Tag des Drachen". Knaak gelingt es diesmal eine Geschichte zu erzählen und den Figuren zumindest etwas Tiefe zu geben. Zwar fällt er hie und da immer wieder in die Form des "Superlativators" zurück, aber nicht so oft oder in dem Maße wie in dem Warcraft Roman. Ein Essen z.B. ist in dem Roman nie durchschnittlich. Es ist entweder wie von Engeln zubereitet oder ungenießbar wie Dämonenkacke. Ähnlich die Menschen: böse Charaktere sind hässlich und sehen gemein aus, gute sind nett anzusehen und erfolgreich. Wie praktisch… Was Knaak im Warcraft-Roman mit den Orks gemacht hat (der erste Ork ist riesig, der zweite Ork 1 ½ mal so breit wie der erste, der dritte ist noch breiter, etc.) geschieht hier mit den Frauen. Wie Knaak alleine die beiden weiblichen Hauptcharaktere beschreibt, müssten sie herabgestiegenen Göttinnen gleichen.
Der innere Konflikt, der in Norrec wegen der Taten (und vor allem wegen der Morde) der Rüstung tobt, ist durchaus besser geschildert als ich zunächst erwartet hatte.
Vor allem für die Fans der Spiele interessant sind die Beschreibungen der Orte wie Lut Golein oder der Geheime Zuflucht, die ja auch im Spiel vorkommen. Was ich wieder vermisse ist eine Karte, auf der ich die Reisen der Figuren verfolgen kann.

Trotz aller Kritikpunkte ist "das Vermächtnis des Blutes" um einiges besser als "der Tag des Drachen". Solides Werk für lange Bahnfahrten und Fans, aber ohne wirklichen Anspruch.


Name: Das Vermächtnis des Blutes
OT: Legacy of Blood
Verlag: Dino
Sprache: deutsch
Autor: Richard A. Knaak
ISBN: 3897487039
Empf. VK.: 9,95 Euro
Seiten: 414{jcomments on}

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