BattleTech - Mein ist die Rache

Das Draconis-Kombinat und der Clan Geisterbär, erbitterte Feinde während der Clan-Invasion, haben zehn Jahre friedlich als interstellare Nachbarn verbracht. Doch dieser Friede findet ein jähes Ende, als Renegaten im draconischen Militär die Geisterbären-Zentralwelt Alshain überfallen. Die Ehre der Clanner verlangt Vergeltung - und damit stürzen beide Seiten in einen furchtbaren Krieg...
- vom Backcover von Mein ist die Rache

BattleTech Roman 55 gelesen und nun eine Rezi. Band 55? Ich hänge hinterher, ist die Zeitlinie doch mit „Finale“ bereits abgeschlossen und mit „Geisterkrieg“ auch schon in einer neuen Zeitlinie gestartet. Aber arbeiten wir die Reihe mal von hinten auf…

„Mein ist die Rache“ ist der erste Roman von Bryan Nystul und handelt von dem Rachefeldzug des Geisterbären-Clans in das Draconis-Kombinat von Kurita. Von eben jenem Kombinat aus, hatten sich nämlich einige Hardliner zur Zentralwelt der Geisterbären Alshain durchgeschlagen und einen Überfall ausgeführt. Diese Separatisten schürten natürlich einen Konflikt zwischen dem Kombinat und dem Dominion der Geisterbären. Deren Clan-Seele dürstete nach Rache und die Invasion mehrerer Welten des Kombinats nimmt ihren Anfang.
Mit dabei ist der bemerkenswert erfolgreiche Elementar (genetisch optimierter Krieger in einem Panzeranzug) Jake Kabrinski. Seine rasende Karriere lässt ihn als „Kometen“ erscheinen, einem Krieger mit beeindruckendem Lebenslauf in kurzer Zeit. Hier mag sich der Leser im ersten Teil des Buches noch denken: „Aha, jetzt bekomme ich den Siegeszug eines unsterblichen Superkriegers zu lesen…“, aber der Autor spielt bis hierher nur mit dem Leser. Denn der Begriff „Komet“ heißt auch, das der Ruhm des Kriegers schnell verlöschen kann.
Jake Kabrinski scheitert und scheitert noch einmal und dann wieder. Der strahlende Held wird regelrecht demontiert, versinkt in Selbstzweifeln und leidet darunter nicht mehr der beste zu sein. Dies steigert sich bis zur Versetzung seiner Einheit zum Garnisonsdienst und Erholungsurlaub, eine Schmach für jeden Clan-Krieger. Aber es wäre ja nicht ein BattleTech Roman, wenn er nun schon zu Ende wäre. Natürlich kommt eine überlegene Macht auf den Planeten und Jake erhält eine Chance, sich wieder zu beweisen.

Ich habe diesmal die Zusammenfassung bewusst kurz gehalten und bin nicht auf die ganzen kleineren Handlungsfäden des Romans eingegangen und verrate diesmal ausnahmsweise mal nicht wie der Roman endet ;-).
Der Roman ist gut geschrieben und weist eigentlich auch einen soliden Plot auf. Okay, dieser Plot ist alles andere als neu, aber die Umsetzung ist gut. Die Demontierung des Helden ist glaubhaft und seine charakterliche Entwicklung durchaus plausibel.
Einige Unstimmigkeiten ergeben sich aber im „Battletechianismus“. Damit meine ich, das der Autor z.B. beschreibt das ein Elementar einen anderen mit einem einzigen Schuss seines Lasers auseinander säbelt, später aber ein Elementar von einem schweren Mechlaser getroffen wird wieder aufsteht. Liest sich seltsam, ist auch nicht regelkonform, wenn ich mal diesen Terminus gebrauchen darf. Auch seltsam ist es, das sich Jake unauffällig in der Innenstadt zwischen den anderen Menschen bewegen kann. Ein mehr als zwei Meter zehn großer Mensch, der mehr als 300 kg stemmen kann, sollte überall auffallen.

Trotzdem ist der Roman durchaus zu empfehlen. Für Battletech Fans und Liebhaber von militärischer Science-Fiction sowieso. Das Ende der Reihe naht, nur noch wenige Bände. Ich bleibe dran :-).


Name: Mein ist die Rache 
OT: Test of Vengeance 
Verlag: Heyne 
Sprache: deutsch{jcomments on}
Autor: Bryan Nystul 
ISBN: 3453213211
Empf. VK.: 7,95 Euro 
Seiten: 366

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