DSA #110 - Der erste Kaiser

Mit Der erste Kaiser führt Daniel Jödemann die Geschehnisse aus Die letzte Kaiserin fort und erzählt vom Fall des Bosporanischen Reiches, das sich bis circa 1000 Jahre vor der aktuellen Zeitlinie Aventuriens hielt.

Im ersten Roman wurden uns die Figuren wie der abenteuerlustige Raul und Salim, der grimmige Leibwächter der Kaiserin vorgestellt. Obwohl beide Tulamiden sind, könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Während Raul sich mit viel Phexvertrauen von einem Abenteuer in das nächste stürzt, seine Freiheit genießt und allgemein viel Gutes tut, steht Salim im Dienst der grausamen und wahnsinnigen Hela-Horas, die als Göttin verehrt wird und in deren Namen er schreckliche Verbrechen begeht. Derartig vorgezeichnet werden die beiden ungleichen Landsleute in Ereignisse verstrickt, die nicht nur wichtige Entscheidungen von ihnen verlangen, sondern auch die Geschichte des ganzen Kontinents für die nächsten 1000 Jahre beeinflussen werden.

Wie der Titel und das Cover bereits verraten, wird Raul zum ersten Kaiser des neu gegründeten Mittelreiches, als er sich und seine Truppen in der zweiten Dämonenschlacht bewährt, die von der Kaiserin des Bosporanischen Reiches entfesselt wird, um die abtrünnigen Nordprovinzen zu bestrafen. Dabei wird aber leider nur am Rande auf das Eingreifen der Götter und die Wichtigkeit der Dämonen in dieser Schlacht eingegangen und auch der Sieg der unterlegenen Truppen des Mittelreiches wirkt etwas bemüht, da die endgültige Entscheidung erst durch plötzlich auftauchende Truppen erreicht wird, mit denen keiner gerechnet hatte. Insgesamt ist es auch etwas verwunderlich, dass fast alle Figuren irgendwelche Herrscher, Adlige oder zumindest Würdenträger sind und auf die „kleinen Leute“ kaum eingegangen wird. Es gibt zwar ein paar bürgerliche oder „einfachere Menschen“, aber nicht wenige von denen schließen das Buch auch mit Würden ab, wodurch der Eindruck entstehen kann, dass man nur mit entsprechendem Titel etwas bewirken könnte.

Die Charaktere und die Probleme sowie Entscheidungen vor die sie gestellt werden und die sie sich gegenseitig einbrocken, sind insgesamt wieder ganz gut herausgearbeitet. Nur ab und zu wirkt der Konflikt etwas aufgesetzt und unglaubwürdig, wie zwischen Raul und seiner ehemaligen Schülerin.
Der Roman liest sich flott, wobei gerade zum Ende das Tempo ordentlich zulegt. Geradezu versöhnlich und friedvoll ist nach der großen Schlacht dann der Epilog, der einen guten Ausklang bildet. Schön ist auch das Nachwort, in dem auf das Leben der einzelnen Figuren nach den Ereignissen des Romans eingegangen wird. Ein umfangreicher Glossar erleichtert auch DSA-Unkundigen das Verständnis der vielen speziellen Begriffe aus Aventurien.

Daniel Jödemann kann mit Der erste Kaiser die gute Arbeit aus Die letzte Kaiserin fortsetzen. Es gibt viele liebenswerte und interessante Charaktere, die sich in inneren wie äußeren Konflikten untereinander beweisen müssen. Trotz des bekannten Ausgangs der Geschehnisse bleibt die Handlung dennoch spannend und es gibt mehr als eine faszinierende Interpretation der Geschichte. Insgesamt also ein mehr als solider Roman und eine gelungene Fortsetzung.


Name: Der erste Kaiser 
Verlag: Fanpro 
Sprache: deutsch{jcomments on}
Autor: Daniel Jödemann
Empf. VK.: 9 Euro 
Seiten: 352 
ISBN: 9783890642475

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