DORPCast 187: Irrglauben über die Branche

Hallo zusammen!

Es gibt allerhand Mythen über die Arbeit in der Rollenspiel-Branche, die Michael und Thomas immer wieder begegnen. Heute nehmen sie sich einige davon mal zur Brust und räumen mit ihnen auf. Vielleicht ist etwas dabei, was ihr bisher auch anders gesehen habt – und wenn nicht, dann glaubt uns, das geht nicht jedem so.



Darüber hinaus gibt es ein paar kurze Worte zum Ausfall der letzten Folge, eine fokussierte Medienschau, und natürlich wie immer Timecodes, sowie weiterführende Links und Timecodes unten in den Shownotes.

Viele Grüße,
eure DORP

Episode 187: Irrglauben in der Branche
00:00:29 Intro
00:01:47 (Keine) Feedback-Schleife
00:01:57 Ein paar Worte zur Flutkatastrophe
00:03:55 Medienschau: War of the Planet of the Apes
00:06:43 Medienschau: Fear Street
00:12:01 Medienschau: Blood Red Sky
00:15:42 Medienschau: Jim Butcher – Windjäger
00:21:40 Zum Thema!
00:22:23 Der Unterschied von Markt und Community
00:24:01 Anekdotische Evidenz und Marktforschung
00:25:00 Im Unterschied dazu: Wie die DORP es machen kann
00:26:03 Feedback aus der Community
00:27:03 Rollenspiel ist so beliebt wie nie
00:30:03 Umsatz ist nicht Gewinn
00:31:55 Umsatz, Gewinn, Crowdfunding
00:33:29 Direktverkauf vs. Einzelhandel
00:35:04 Ein Traumberuf, in dem dauernd gezockt wird und so?
00:39:32 Vom Tellerwäscher zum Rollenspielautor?
00:41:30 Die zocken den ganzen Tag
00:42:04 Vorsicht, wenn man sein Hobby zum Beruf macht
00:44:00 Bearbeitungszeiten und ROI
00:46:38 Sunken Cost Fallacy
00:47:34 Qualität ist dennoch wichtig – aber nicht bis ins Unendliche
00:49:14 Crowdfundings ist gebundenes Kapital
00:49:49 Wieso druckt ihr nicht nach?
00:52:20 Alternativen zum Offset-Druck
00:53:48 Wie die DORP es handhabt
00:57:04 „Habt ihr davon nicht doch noch eins rumliegen?“
00:58:00 Es IST cool, in der Branche zu arbeiten
00:59:07 Sermon … mehr oder weniger
00:59:51 Adieu

Aus der Medienschau
Blood Red Sky (Trailer | auf Netflix ansehen)
Butcher, Jim: Windjäger
Fear Street (Trailer zur gesamten Trilogie | Trailer zu Fear Street Part 1: 1994 | auf Netflix ansehen (Link auf Teil 1, den Rest findet ihr dann schon)
Planet der Affen: Survival (War of the Planet of the Apes)

//Hinweis: Alle Amazon-Links auf dieser Seite sind Teil des Affiliate-Programms und ein Anteil des Verkaufspreises kommt der DORP zugute.

Klarstellung:
Wenn Thomas grob in der Mitte der Folge über die Margen bei DORP-Produkten spricht, dann beziehen sich die konkret genannten Zahlen auf Käufe im Einzelhandel.
Die Margen bei Direktverkäufen lieger über dem, was genannt wird.

Thomas' Gedanken zur Flutkatastrophe auch in seinem Heimatort …
gibt es hier

//Mäzenatenschau-Musik: Dan Lebowitz – Tiptoe out the Back
//Der DORPCast gibt die Privatmeinung von Michael und Thomas wieder.

Kommentare (31)

Rated 4.5 out of 5 based on 1 voters
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Juhu, der *DORPCast* ist wieder da!!! ???

Jetzt aber schnell zuhören!

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Super Folge.
Ein sehr interessanter Einblick in die Branche.

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Volle Zustimmung!

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Endlich wieder Dorp :-)
Bester Sermon bisher ;-)

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Danke. Schöne, informative Episode. Daraus könnte man glatt ein FAQ für die ganze Thematik erstellen, auf das man Fans mit der ewigen "warum macht ihr XY nicht?"-Frage verweisen könnte.

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Sehr schön! Dankeschön Und schön zu hören, dass ihr wieder am Start seid! Und ja, sehr sympathischer Sermon!

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Peter Thorwath hat Blood REd Sky und Bang Boom Bang gemacht.
Die letzte Folge Sträter, Bender, Streberg ist mit Thorwarth. Gute Einblicke!

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Die kann ich auch empfehlen!

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Kann es sein, dass das "Geld" beim Rollenspiel nicht in den originären Rollenspielprodukten, sondern woanders liegt?

Klar haben wir einen Rollenspielboom, aber auch die Zahlen beim Marktführer WotC/Hasbro sind trotz dem Wachstums verglichen mit anderen Unterhaltungsmedien/-branchen doch nicht allzu groß.

Ich glaube, dass vermutlich bei einer Marke wie D&D viel mehr Geld mit den Lizenzierungen (Filme, Serien, Computerspiele, Spielzeug etc.) zu machen ist, sofern es gelingt wirklich im Mainstream anzukommen - und dabei meine ich nicht das Spiel selbst, sondern die Welten und Figuren.

Marvel Comics hat das ja bereits vorgemacht. In den 90ern fast pleite, dank der Kinofilme wahnsinnig profitabel und die eigentlichen Comics machen heute wohl nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus.

Deshalb bin ich auch auf den erneuten Versuch gespannt, einen Film im D&D Universum zu machen.

Für das Hobby wäre das aber auch nicht schlecht. Wenn Lizenzierungen genug Geld abwerfen, könnte man ohne allzu großen wirtschaftlichen Druck gute und schöne Rollenspielprodukte machen, die praktisch die Edel-DNA der Franchise darstellen.

Und man sollte nicht vergessen, dass durch beliebte Filme etc. auch mehr Leute zum "echten" Rollenspiel kommen könnten. Die Goldbox-Spiele haben damals nach meiner Wahrnehmung mehr Leute zum PnP gebracht als die meisten Einsteigerboxen...

Leider ist das aber auch der Grund, warum vermutlich die meisten Rollenspiele nicht so stark wachsen können. Denn dem Verlag muss die Hintergrundwelt selbst gehören und er muss finanziell sowie organisatorisch groß genug aufgestellt sein, um diese in andere Medienbereiche zu pushen.

Zum Thema Hobby zum Beruf machen:
Ich habe eine Zeit lang dienstlich Studienberatung machen müssen.

Und ich rate noch heute:
1. Macht etwas, mit dem Ihr genug Geld verdient und Zeit habt, Euren Hobbies oder Lebenswünschen nachzugehen.
2. Dabei muss der Beruf nicht zwingend Spaß machen, aber er sollte auch auf keinem Fall dazu führen, dass Ihr mit Bauchschmerzen auf die Arbeit geht.

Die Wahrheit ist nämlich, mit zunehmender Zeit wird jede Tätigkeit, bei der man erfolgreich ist und zumindest dadurch Sinnhaftigkeit herstellen kann, angenehm. Zumal irgendwann ja sowieso andere Themen Familie, Kinder, aber auch die altersbedingten zunehmenden Wehwehchen etc. den größeren Teil Eurer Aufmerksamkeit einnehmen.

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Muss freilich *Treppenlift* heißen. Ich werde halt schon alt ...

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Ich bleibe hier bei meiner "Marxismus der Unterhaltung"-These. Bei der D&D-Tischrunde kontrolliert die Runde die Produktionsmittel. Beim Videospiel das Studio. Was wird da wohl mehr Gewinn abwerfen?

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Am Ende geht es halt um transmediale Nutzbarkeit von IPs, oder mit weniger techno babble: Die Nutzbarkeit von Rollenspielen und ihren Welten in anderen Medien, als Verfilmung, Animated Series, Videospiel usw. Gerade wenn man größer denkt, sollte man auf dieses Thema sein Augenmerk legen. Mit den richtigen "Auskopplungen" kann man eine IP stärken und ordentlich Geld verdienen. Man kann die IP aber natürlich auch beschädigen, wenn am Ende bloß Shovelware rauskommt und die Fans so das Vertrauen in die Qualität der IP verlieren.
Rollenspiele sind für transmediale Umsetzungen eigentlich ideal, da ihre Hintergrundbeschreibungen per se bereits dafür konzeptioniert sind, viele verschiedene Konflikte und Handlungen tragen zu können.

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Eine sehr wertvolle Folge, die ich mir schon lange gewünscht hatte. Womöglich auch explizit. Könnte sein, dass ich das bei der Umfrage anregte.

Es mag an meiner Filterblase liegen, aber ich vermute zumindest, dass die Fehlannahmen langsam zurückgedrängt werden. Auf dem NordcOnline 2021 hielt ich einen Vortrag „Fünf gewagte Thesen zum Rollenspiel“. Und die These, zu der ich am meisten Widerspruch erwartet hatte, aber keinen bekam: „Rollenspielprodukte sollten bei gleichem Inhalt und gleicher Qualität doppelt so teuer sein.“ Das wurde einfach so hingenommen.
Das mag auch daran liegen, dass ich als Kompromiss vorschlug, man könnte indirekt die Preise erhöhen, indem man die Menge des Inhalts halbiert und dafür auf handliches A5 geht. Dafür könnten sich die Werke einfach mal kurzfassen.
Aber das ist vermutlich Wunschdenken. Irgendwie wurde es ja in den letzten Jahren zu einem Qualitätsurteil von Rollenspielprodukten, viele Seiten zu haben. Keine Ahnung, warum, denn der Inhalt sollte ja erstmal wenig damit zu tun haben. Aber merklich ist es in letzter Zeit schon, dass bspw. Magus M20 damit wirbt, dass es einem den Fuß bricht, wenn man es fallen lässt, und praktisch nicht gelesen werden kann, weil es zu riesig ist.
Ich habe die Crowdfundings im Verdacht, bei denen man ja noch nichts Genaues zum Inhalt wissen kann, denn den gibt es ja meistens noch gar nicht. Trotzdem gibt es eine Seitenangabe als Ersatz, als ob die Menge viel zur Qualität aussagen könnte. Und wenn diese Menge dann auf Krampf erfüllt werden muss, merkt man das.
Daher mein unrealistischer Vorschlag: Halbe Menge, gleicher Preis, A5. Aber mir ist völlig bewusst, dass das sobald nicht passieren wird.

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^Also prinzipiell gebe ich dir Recht bzgl. WoD und dem Unterschied zwischen nomineller Eignung des Systems und dem eigentlichen Spiel. Die WoD ist da sogar mein Standardbeispiel, auch dafür, dass die Vermittlung, Verpackung und Aufmachung der Regeln oft wichtiger sind als die Regeln selbst. (Ich bezeichne das auch als Potjomkin’sche Dörfer.)
Ich denke aber nicht, dass damit die Sache durch ist. Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was ein System fördert, was es zulässt, und was es „verhindert“. (Ich weiß, dass ein System praktisch nichts wirklich verhindert, aber für jeden, der sich nicht blöd stellt, ist auch klar, dass es manche Sachen massiv erschweren kann.)
Charakterspiel lassen praktisch alle Systeme zu und das kann man dem System nur anrechnen, wenn es das auch fördert. Man kann auch Monopoly rollenspielen, aber das macht Monopoly nicht zu einem guten RSP-System. („Guten Tag, werter Herr. Was für eine schöne Straße Sie da haben. Wollt Ihr sie mich nicht verkaufen, damit ich dort ein schönes Hotel im Jugendstil errichten kann?“)
Aber während die WoD das düstere Charakterspiel zulässt, „verhindert“ es D&D praktisch, einen kampfunfähigen Normalo zu spielen. Und wenn man die Charakterentwicklung nicht hart unterbindet, dann „verhindert“ D&D auch ziemlich effektiv niedrigskalige Abenteuer. Das sieht das System einfach nicht vor. Ist ja auch in Ordnung, aber damit ist natürlich eine riesige ökologische Nische in der Fantasy frei, auf der sich andere Systeme eigentlich austoben sollten, die das können.

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Ich glaube die D&Disierung von DSA können wir einfach mal als Fakt festhalten. Und ohne über die Gründe spekulieren zu wollen oder jemanden zur Preisgabe von Interna animieren zu wollen, lässt sich glaube ich sagen, dass man hier vom Erfolg von D&D profitieren möchte. In meiner Wahrnehmung basiert der jüngste Erfolg von D&D allerdings nicht auf seinen Regeln. Ich halte die Strategie auch für unglücklich und würde mir als Konsument etwas völlig anderes wünschen. Aber ich bin nicht das, was die Entscheider für den Markt halten. Und selbst wenn man vielleicht andere Produkte produzieren könnte die (Achtung gefährliches Wort) "objektiv besser" wären. Dann bedeutete das eben nicht, dass diese sich besser verkaufen.
Deine Position zum Erfolg von Stadtabenteuern in allen Ehren. Ich behaupte einfach mal Ulisses produziert das, was nach ihren Vertriebszahlen die besten Gewinne verspricht. Das klingt sehr vernünftig, kann aber auch problematisch werden, wenn man dem Fokus zu sehr verengt. Wenn ich mich recht erinnere ist TSR mit einer ähnlichen Strategie vor die Hunde gegangen. Ich hoffe mal, dass ich mich irre und die Leute weiterhin wie irre das Zeug kaufen.

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"Ich glaube die D&Disierung von DSA können wir einfach mal als Fakt festhalten."

Können wir schon machen. Wir können es aber alternativ auch als rein subjektive Einschätzung deinerseits festhalten und damit der Sache deutlich näher kommen.

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Zu Blood Red Sky möchte ich die aktuelle Ausgabe vom SBS Podcast empfehlen ( Sträter Bender Streberg): https://youtu.be/HyUwtfG1410

Da ist nämlich der Regisseur und Drehbuchautor Peter Thorwarth zu Besuch.

Der Podcast lohnt aber auch unabhängig von diesem Besucher.

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Vor dem Abschluss dachte ich schon, die Folge wäre eine Reaktion auf meine lästigen Anfrage an Thomas *g*
Lustiger Zufall.

Sehr interessante Folge auf jeden Fall (wiedermal), danke dafür!

Ein paar Themen die mich noch dazu interessieren würden:

Unterschied pdf/Druck. Wie ist die Nachfrage heutzutage und wie verhält es sich mit dem Gewinn für die Verlage?
Einfluss der sozialen Netze (inkl. Video wie YouTube und Twitch)
Wie weit spürt man am deutschen Rollenspielmarkt den Konkurrenzdruck durch andere deutsche und internationale Anbieter?

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