DORPCast 186: Kampagnen-Enden ohne Ende

Hallo zusammen!

Wenn nicht gerade eine Serie abgesetzt wird oder eine Romanreihe unvollendet bleibt, sind wir es ja gewöhnt, dass Geschichten irgendwann ein Ende finden. Im Rollenspiel aber, wo gemeinsames interaktives Erzählen und oftmals unkontrollierbare Einflüsse aus dem realen Leben zusammentreffen, ist das keine solche Selbstverständlichkeit. Michael und Thomas gehen diesem Thema heute einmal nach – was macht ein gutes Ende aus, wie kann man es erreichen … und was sind mögliche Fallstricke?



Themen vor dem Thema gibt es diesmal kaum, aber wie immer hat die Folge natürlich die übliche Medienschau zu bieten und wie stets gibt es weiterführende Infos, Links und Timecodes zur Folge unten in den Shownotes.

Viele Grüße,
eure DORP

Episode 186: Kampagnen-Enden ohne Ende
00:00:30 Intro
00:01:13 Feedback-Schleife
00:03:12 Motel bald im Druck!
00:03:58 Medienschau: Tribes of Europa
00:09:55 Medienschau: Mythic Quest Season 2 (und Everlight)
00:15:33 Medienschau: Warhammer Age of Sigmar – Sakrosankt
00:18:52 Medienschau: Alex Kidd in Miracle World DX
00:24:06 Zum Thema!
00:25:10 Was macht denn ein Ende gut?
00:26:49 Muss es wirklich ein Endkampf sein?
00:28:19 Ist der Endkampf-Gedanke eher eine Fantasy-Sache?
00:29:39 Finale als Konfrontationen
00:30:22 Plotgetriebene Konflikte vs. charaktergetriebene Konflikte
00:32:58 Für Scorp muss am Ende was in den Ventillator fliegen
00:34:07 Ein Epilog für die Charaktere?
00:36:11 Wann sollte man zum Ende kommen?
00:38:02 Der Vorteil eines vordefinierten Endes
00:39:24 Kampagnen-Enden sind keine Selbstverständlichkeit
00:41:40 Ein Beispiel, wo es nicht funktioniert hat
00:43:37 Charaktere und Geschichten können auserzählt sein
00:45:57 Haben wir mehr Kampagnen mit befriedigendem Ende oder ohne?
00:47:55 Game of Thrones und das Franchise-Killer-Ende
00:50:52 Die Folge-Wirkung guter Rollenspiel-Enden
00:52:09 In Sande verlaufen oder ein schlechtes Ende?
00:53:07 Braucht man ein Ende?
00:55:17 Sermon 3.6
00:56:01 Adieu
00:56:43 Der Nach-Teil

Aus der Medienschau
Alex Kidd in Miracle Worlds DX
Mythic Quest Staffel 2 (Trailer | Apple TV+)
Tribes of Europa (Trailer | Netflix)
Werner, C.L.: Warhammer Age of Sigmar – Sakrosankt und andere Geschichten

//Hinweis: Alle Amazon-Links auf dieser Seite sind Teil des Affiliate-Programms und ein Anteil des Verkaufspreises kommt der DORP zugute.

Außerdem in dieser Folge erwähnt …
… über Tolkiens früh abgebrochene Fortsetzung zum Herrn der Ringe
… das Video, wie Matthew Mercer die zweite Critical-Role-Kampagne begonnen und wie er sie beendet hat

//Mäzenatenschau-Musik: Dan Lebowitz – Tiptoe out the Back
//Der DORPCast gibt die Privatmeinung von Michael und Thomas wieder.

Kommentare (11)

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Ein gutes Ende für die Kampagne zu finden ist in der Tat schwer. Entweder man hat eine Idee wo das Ganze evtll. hinführen könnte und dann scheitert die Fortsetzung der Runde an OT-Dingen... oder man spielt einfach wild drauflos und stellt dann irgendwann fest, dass alle zwar gerne zusammenspielen, aber die 1000 wirren, angefangenen Sachen in der Kampagne einfach keinen Sinn ergeben.

Persönlich bin ich gerade in der Situation, dass ich eine Kampagne "geerbt" habe: unsere SL für 7te See hat uns eröffnet, dass sie keine Ideen mehr hätte, wie es in der Kampagne weitergehen könnte und dass aus ihrer Sicht alles ausgereizt sei. Darüber waren alle sehr enttäuscht, da die Spieler und Charaktere sich sehr gut aufeinander eingegrooved haben - was mich dann bewogen hat anzubieten, die SL-Rolle zu übernehmen.

Das führte dazu, dass ich einen Haufen Plotlines übernahm, die ich nicht angefangen hatte - etwa so wie bei einem neuen Showrunner einer länger laufenden Serie. Hatte die Notizen der vorherigen SL bekommen, aber dann halt ein paar Sachen uminterpretiert (nicht dass die schlecht waren, aber teilweise waren da halt Sachen drin, die wir als Spieler sowieso nicht mitgekriegt haben und die in ihrer ursprünglichen Form versandet wären) und den Kampagnenfokus erstmal auf was neues gelegt (aber immer wieder Elemente aus der vorherigen Iteration wiederkehren lassen).

Hatte so eine Art zu Spielen bisher noch nie gemacht, aber es macht Spaß (was wohl auch an den Spielern liegt).

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Klingt doch cool! Planst du denn die Kampagne zu einem Ende zu führen oder soll es weiter eine laufende Kampagne ohne dedizierten Endpunkt bleiben?

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Ich habe eine vage Idee für einen Abschluss, allerdings noch nicht wirklich einen Plan, wie die Spielenden dahin kommen (ist wahrscheinlich auch besser so).

Wenn man den Anfang einer Kampagne nicht plant, dann ist es auch schwieriger ein Ende zu finden.

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Hallo DORP,

zunächst einmal vielen Dank für die letzte Folge. Ich hätte aber noch ein anderes Anliegen: Ich habe aus den Nachrichten erfahren,
dass u.a. in NRW "Land unter" ist. Ich hoffe, dass es euch, euren Freunden und eurer Familie gut geht und dass keiner zu Schaden gekommen ist.

Liebe Grüße,

Alexander

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Heyho Alexander,

weil mich die Frage derzeit überall erreicht … und unter dem klaren Vorbehalt, dass wir noch nicht „durch“ sind, aber ja, nach meinem jetzigen Wissensstand sind alle wohlauf. Schleiden (=Eifelstädtchen wo ich wohne) hat es echt hart erwischt, aber ich bin selbst ziemlich unbeschadet durchgekommen. (Günstige Lage hoch droben auf'm Hang, und so.)

Wir hatten teils lange keinen Strom und das Mobilnetz ist glaube ich noch immer teils in den Binsen, aber das ist ja alles am Ende lapidar.

Viele Grüße,
Thomas

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Gut, dass die Frage gestellt und beantwortet wurde...war nämlich gerade auch mein Gedanke, als es Eifel hieß.

Ich wünsche allen Betroffenen alles Gute.

Gruß Dzaarion

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Danke für die Folge, sie hat mit den Krankenhausaufenthalt mit Tochter verkürzt

zu Deutschen Netflix-Produktionen: Danke Thomas, dass du noch den Michael korrigiert hast. Gerade How to sell drugs online (fast) ist wirklich sehenswert.
Die Serie ist leichtherzig, lustig und absurd ohne lächerlich zu sein. Sehr deutsch in den Lebenswirklichkeiten die sie abbildet und in der der inszenierung überhaupt nicht deutsch - inklusvie surrealer Exposition oder 4th-Wall-Breaks. Ich warte so gespannt auf STaffel 3, Staffel 2 hat Staffel 1 noch getoppt, weil sie genau das zeigte, was Staffel 1 in der Teenager-Lebenswirklichekit noch ausließ.
Die Serie lässt mich mich echt alt fühlen.

Zum Kampagnen-Ende: danke für die Anregungen. Die Ewigkeitskampagne spiele ich nun schon 20 Jahre nicht mehr, dafür haben wir nur wenige Kampagnen abgeschlossen. Ich plane zu groß und sollte euren kompakteren Ansatz mehr berücksichtigen.
Nur/ausgerechnet die G7 brachten wir zu einem runden Abschluss - erst 2001-2006, noch mit DSA3, mit reduzierter Besetzung und vor allem um sie vor Studienende fertig zu haben. Aber es war schön.
Alle anderen Ansätze starben schon relativ früh - aber DSA Königmacher(+evt Arenstein = Aufstieg und Fall des Amenischen Horasreichs) bzw. Orkland+Phileanson (die größten Entdecker des frühen Aventuriens....) würde ich schon mal gerne als Spielleiter machen.

Eigene Kampagnen liegen mir gar nicht so sehr, obwohl meine letzen Spieler meine Adhoc-Kampagne mochten.
Auch unsre letzte D&D5 Kampagne (lange her) starb den Tod durch Vernachlässigung/Zeitmangel

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Hi. Es gibt anscheinend ein Problem mit dem RSS Stream (bei mir über Google abonniert), die letzte Folge wird da nicht angezeigt

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N'Abend
Ja, ist mir gestern Abend auch aufgefallen, sollte aber mittlerweile behoben sein.

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Das Problem einer episch aufgebauten Kampagne ein angemessenes Finale zu geben kenne ich auch.

Die erste Kampagne die ich geleitet habe war eine offizielle Cthulhu-Kampagne die mit Hilfe eines Rituals beendet werden konnte. Die Spieler fanden dies jedoch langweilig und haben spontan einen Kampf provoziert, in dem die ganze Gruppe ihr zeitliches Ende fand, weil sie sich nicht vor dem überlegenen Gegner zurück ziehen wollten. Bemerkenswert war, dass sie sich vorher zusammen gesetzt hatten, um zu entschlüsseln wie die verworrenen Mysterien der Kampagne zusammen hängen, und tatsächlich komplett alles durchschaut hatten.

Die zwei Magus-Kampagnen die ich leiten durfte hatten beide ein Ende ohne Kampf.
Das Ende der Mage the Ascension Kampagne war eine mystische Reise in das Unterbewusstsein ihres lange verschollenen, im Koma liegenden Mentors. An diesem letzten Abend haben wir ohne Würfel und statt dessen mit Tarotkarten gespielt. Ein moralisches Dilemma gab es hier nicht. Insgesamt bin ich mit diesem Finale sehr zufrieden. Später gab es noch ein typisches Revival.
Dem Finale der Mage the Awakening Runde ging eine Kampagne voraus die sehr episondenhaft, aus einzelnen, lose miteinander verbundenen Abenteuern bestand. Diese waren OneShots ähnlich aufgebaut und fühlten sich damit intensiv an, machten viel Spaß. Das Ende war dann ebenso etwas losgelöst. Das lag auch daran, dass mir der Mage the Awakening-Hintergrund immer etwas fremd geblieben ist.

Eine nWoD-Mortals Kampagne (Polizisten im San Francisco der 60er) hatte nach zwei Dritteln der Spielzeit so etwas wie ein Zwischenfinale, in dem ein Charakter zum Vampir wurde. Dieses stellte den eigentlichen Endkampf etwas in den Schatten. Ich bin trotzdem froh diese Runde noch rechtzeitig abgeschlossen zu haben, sonst wäre der Bogen überspannt worden.

Mir fällt auf, dass es oft so etwas wie Intrigen im Hintergrund gab. Das hat es nicht immer leichter gemacht. Zum Teil wussten die Spieler erst spät von manchen Zusammenhängen oder darüber wer ein Verräter war, was die emotionale Bindung mit den Erzschurken schwer machte.

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Wiedermal eine sehr schöne und interessante Folge.
Was mir noch gefehlt hat war ein Problem, das ich schon hatte: Dass man eine Kampagne so episch aufgebaut und ständig gesteigert hat, das es schwierig wird, ein Ende zu finden, das der Kampagne gerecht wird. Was wohl dem GoT-Problem entspricht.

Ich glaube auch bis heute, dass die letzte GoT-Staffel Folge für Folge betrachtet nicht so schlecht ist wie ihr Ruf. Es hätte nur mehr Zeit (sprich Folgen) gebraucht dieses Finale zu erzählen (Selbes mit Star Wars 9, sehr viel verschenktes Potential durch zu schnelles Durchschleifen der epischen Story).

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