DORPCast 175: Fanwerk und Community-Programme

Hallo zusammen!

Wo früher zwischen Machern und Fans eine Top-Down-Beziehung herrschte, ist inzwischen eine ganz neue Ebene entstanden: In Community-Programmen wie dem Scriptorium Aventuris oder der Dungeon Masters Guild können sich nun in abgespeckten Rahmen auf die Fans austoben: Mit offiziellem Segen, der Chance dies zu monetarisieren und oftmals sogar Zugriff auf verschiedene Hilfsmittel. Ihr wolltet, dass dies einmal Thema ist – ein Ruf, dem Michael und Thomas gerne nachgekommen sind!



Darüber hinaus sprechen wir über das Ende der FeenCon, den 22. Geburtstag der DORP, unsere Neuauflage der Totenmaske, und bieten natürlich Timecodes, weiterführende Links und Informationen unten in den Shownotes!

Viele Grüße,
eure DORP


Episode 175: Fanwerk und Community-Programme
0:00:43 Intro
0:01:40 Feedback-Schleife
0:04:31 Die DORP ist 22!
0:07:48 Die Totenmaske – jetzt für DSA 5
0:08:32 Crowdfundings und Müdigkeit
0:08:55 Crowdfunding: Fasar – Brüchiger Frieden
0:09:16 Crowdfunding: TORG – Orrorsh
0:09:51 Crowdfunding: Monsterjagd!
0:10:28 Crowdfunding: Fragments Pulverdampf
0:11:04 Crowdfunding: Tiny Dungeons ist durch
0:11:14 Crowdfunding: Panik auf dem Purpurplaneten ist auch durch
0:11:38 Die FeenCon ist tot?!
0:13:36 Medienschau: ReCore
0:16:43 Medienschau: Speaking from among the bones (Flavia de Luce 5)
0:19:52 Medienschau: Vollgas / Full Throttle
0:24:14 Medienschau: Bad Times at the El Royale
0:27:39 Die Neuauflage vom DORP-Download „Motel“ sowie Lese- und Schau-Empfehlungen in Rollenspielen
0:28:22 Zum Thema
0:30:00 Zum Thema, zweiter Anlauf
0:30:39 Abgrenzung zu „normalen“ Fanwerk
0:34:39 Rechtliche Absicherung
0:35:54 Begibt man sich in eine Abhängigkeit?
0:37:04 Das Geld darf fließen
0:39:38 Gemeinsame Plattformen helfen, gefunden zu werden
0:41:11 Eine Chance für sehr nischige Themen
0:41:57 Es kann auch den Machern Aufmerksamkeit bringen
0:42:36 Ein Übungsplatz für angehende Macher
0:44:16 Eine Demokratisierung des Schaffensprozesses
0:45:46 Achtet auf die Rechteabtretung
0:47:09 Michaels eigene Erfahrungen mit Community-Material
0:49:34 Kein Print on Demand bei Community Content
0:50:10 Thomas private Erfahrungen mit Community-Material
0:51:11 Erweiterungen zu bestehendem, offiziellen Material
0:51:38 Kleiner Exkurs: OGL, GSL und co.
0:55:29 Wir alternde weiße Männer stehen auf Reglements, oder so?
0:55:52 Sermon 3.5
0:56:33 Adieu!

Aus der Medienschau
Bad Times at the El Royale
Bradley, Alan: Speaking From Among the Bones (Flavia de Luce 5)
Full Throttle / Vollgas
ReCore

//Hinweis: Amazon-Links sind Teil des Affiliate-Programms und ein Anteil des Verkaufspreises kommt der DORP zugute.

Korrektur
Michael sprach von fünfstelligen Umsätzen, die Leute im Scriptorium bereits nach Hause getragen hätten. Das ist falsch, der meinte vierstellig. Michael kann mit so großen Beträgen nicht umgehen. 

Crowdfundings
Die Schwarze Katze: Fasar – Brüchiger Frieden (via Ulisses Spiele)
Torg – Orrorsh (via Ulisses Spiele)
Monsterjagd! (via Uhrwerk)
Fragments: Pulverdampf (via JP stories)
Tiny Dungeons (abgeschlossen; via Obscurati Publishing)
Panik auf dem Purpurplaneten (abgeschlosse; via System Matters)

Eine Auswahl an Community-Programmen ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Reihenfolge
Scriptorium Aventuris
HeXXen 1733 Scriptorium
Torg Infiniverse Exchange
Savage World's Adventurer's Guild
D&D Dungeon Masters Guild
Storyteller's Vault (Welt der Dunkelheit (ohne V5), Chronicles of Darkness und Exalted)
Dark Pack (auch Welt der Dunkelheit, aber explizit keine Bücher, dafür inkl. V5 und z.B. Fanfilme)
Free League Workshop (für Mutant: Year Zero, Forbidden Lands, Coriolis und Symbaroum)
Call of Cthulhu Miskatonic Repository

Explizit erwähnte Community-Inhalte
Mage Made Easy: Advice from That Damn Mage Guy
Hamund's Harvesting Handbook: A Complete Guide to Harvesting and Crafting in D&D 5e
Und die von Thomas erwähnten, aus Spoilergründen nicht benannten Zusätze zu Waterdeep: Dragon Heist sind dieser, dieser und dieser.

Kommentare (18)

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Also die neue Musik zur Patreon-Parade hat mich echt überzeugt ?

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Deklarativsätze, die in einem Fragezeichen münden, sind immer so schwer zu deuten?

Viele Grüße,
Thomas

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Dekla-Was? Ich glaube, das Fragezeichen war mal ein Emoji, aber frag mich nicht, welches das war. Jedenfalls ein bestätigendes. Kannst es als "mildes Ausrufezeichen" interpretieren =)

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Aber was mir gerade unabhängig davon einfällt: Was wäre, wenn ihr für euer 25stes eure allerersten Download-Sachen (Soweit sie unverfänglich von der Rechtslage her wären) nochmal rauskramt und aufmotzt?
Also sozusagen eine Überarbeitete Dorp-Apocryphen-Sammlung mit verlohrenen Texten. XD

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Moin Orakel zum ersten,

das ist keine ganz uninteressante Idee. Womöglich ist da sogar was bei, was sich ähnlich „generalisieren“ lässt wie Motel, was ja als Angel-Fan-Download begann und kommenden Monat als generisches Fanwerk auf FATE-Basis hier erscheinen wird.
Ich … werde das mal notieren und beizeiten mal in das Gebälk alter … Archiv-CDs und -Disketten herabsteigen.


Viele Grüße,
Thomas

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FeenCon: Jirks. Das heißt dann wohl, dass meine Tasse von 2019 sowas wie ein heiliges Artefakt jetzt ist. (Und überhaupt die erste Flatrate-Tasse die ich bis jetzt irgendwie erworben habe.)

FullThrotle: Irgendwie teile ich da Thomas positive Erinnerung an das Spiel. Ich habe zwar mittlerweile über irgendein Humbe Bundle mittlerweile die Steam-Version erworben. (Ähnlich wie bei anderen Lukas Arts Atventures) aber was da bisher gefehlt hatte ist die vermaledeite Zeit zum spielen. (Das könnte also noch interessant werden befürchte ich gerade.)

Creative Commons: Dungeon Slayers dürfte tatsächlich im deutschen Raum das einzige Spiel mit diesem Hintergrund sein. Und so wirklich groß boomte dieser Ansatz auch im Internationalen Sektor mWn nicht wirklich. (Das einzige Spiel, was mir ansonsten noch eingefallen ist, ist die Original-Ausgabe von "The Shadow of Yesterday" von Clinton R Nixon.)
Jetzt musste ich gerade wirklich nochmal meinRollenspielbücherregal nachsehen gehen:
Zum einen erinnere ich mich noch daran, dass vor Jahren mal jemand aus dem Tanelorn eine Übertragung der Regeln in die deutsche Sprache gewuppt hatte, das Projekt dann aber nach erfolgreicher Durchführung entschlief. (Zum einen weil der gute Mann wohl sämtliche Layout-Ansätze mit OpenSource stemmen wollte. Zum anderen aber wohl auch, weil sich Nixon aus der Szene zurückzog und dafür ein Finne eine eigene, überarbeitete Interpretation der Regeln herausbrachte, die ebenfalls noch in die übersetzte Fassung wieder mit einfließen sollte. Ich denke mal das hier dann am Ende der Faktor Zeit sämtliche Vorsätze gekillt hat. Leider scheint die deutsche Übersetzung auch Online nicht mehr zu existieren, falls das Ergebnis meiner Google-Suche mich jetzt nicht gerade getäuscht hat.)

Aber: Dieser "Regelhack" von Eero Tuovinen existiert bis Heute noch (respektive: Ich habe meine Kopie des Solar Systems erst vor zwei Jahren erworben, nachdem mich ein guter Freund auf einer Spiel auf ein paar Titel aufmerksam gemacht hatte, die schon etwas länger auf meiner "Want to have"-Liste standen.) Diese "2008 Edition", die ich hier habe hat immer noch den Hinweiß auf die CC-Lizenz. (Anders als Tsoy ist die nachfolgende Edition auf zwei Bände getrennt worden: Einer enthält die Regeln, der andere eine Settings-Beschreibung.)

Wie gesagt: Nur ein paar Cent für eine eindeutig eher ungewöhnliche Verbreitung einer bestimmten Lizenz-Herangehensweise.

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Moin Orakel zum zweiten,

einmal wegen Full Throttle: Ich denke persönlich, da stecken in Michaels Kritik zwei „Offenbarungen“ drin, die wichtig sind: Zum einen ist ihm das Genre generell ja eher weniger gelegen, wie er selbst sagt. Ich bin halt totales Point'n'Click-Adventure-Kind – wobei ich die „Ernsten“ wie Indy 4, Gabriel Knight oder Baphomets Fluch (LIEBE!) immer lieber mochte als die generell glaube ich populäreren „Lustigen“ –, das ist schon ein großer Unterschied.
Und es ist halt schwierig, die Spieldauer eines auf Rätseln basierenden Spiels zu kritisieren, wenn man es mit der Komplettlösung auf dem Schoß spielt
Wobei ich annehme, dass die Wahrheit in der Mitte liegt – Vollgas war ja immer eher eines der Stiefkinder der Firma und galt auch damals schon als kurz. (Und leicht, gerade verglichen mit sowas wie The Dig.)

Creative Commons: FATE! Das hatte ich völlig verdrängt und erst diese Woche wieder bei der Arbeit an Motel sozusagen wiederentdeckt, aber FATE Core hat zwei nutzbare Lizenzen – die OGL oder alternativ eine CC-by.

Viele Grüße,
Thomas

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Also diese Folge habe ich einiges gelernt. Danke dafür.

Zunächst einmal bin ich verwirrt, warum Thomas meine Vorschläge für Philosophie-Folgen ablehnte. Grundkenntnisse der Ontologie hätte ich beim durchschnittlichen DorpCast-Hörer schon vorausgesetzt.

Ihr spracht viel über die wirtschaftliche Seite solcher Plattformen, deren große Bedeutung (z. B. Umsätze im Scriptorium) mir gar nicht bewusst war. Da lernte ich noch einiges.
Ein Punkt, den ich zwar erwähntet, den ich aber noch stärker herausbearbeitet hätte, wäre die diplomatische Bedeutung solcher Programme. Da geht es ja nicht nur um Rechtssicherheit. Regeln sind nicht urheberrechtlich schützbar. Es geht daher eigentlich stets um Markenrechte (vor allem Wortmarken und Logos).
Trotzdem entstanden die d20-Lizenz und die OGL ja zu einer Zeit, in der sich WotC noch sehr mit dem Erbe von TSR rumschlug. Und TSR verklagte freudig Leute ohne jede Rechtsgrundlage. In seinen späteren Jahren, als es mit der Pleite kämpfte, war es ja sogar dafür bekannt, juristisch gegen Fanwerk zu Spielen vorzugehen, die ihm gar nicht gehörten. Man konnte Abmahnungen von TSR für GURPS-Fanwerk bekommen. Das ist leider kein Scherz und waren auch keine Einzelfälle.
Insofern waren die d20-Lizenz und die OGL ja auch eine Geste in Richtung Kleinverlage und Fans (der Unterschied ist in der Szene eh marginal), dass man das nicht nur darf, sondern dass WotC auch nicht gegen einen vorgehen würde. In Amerika muss man ja nicht im Recht sein, um Konkurrenz aus der Welt zu klagen, wenn man nur selbst genug Budget hat.
Und in diesem Bereich sehe ich all diese Offensiven weiterhin sehr stark. Sie sind eine diplomatische Möglichkeit, auf die Fans zuzugehen und sanfte Macht auszuüben. Der Verzicht auf die harte Hand ist hier zum Vorteil aller, auch zum wirtschaftlichen Vorteil des Verlags.
Diplomatischer wirtschaftlicher Vorteil ist für Verlage in der RSP-Szene sehr wichtig, weil es absurderweise Verlagen angelastet wird, wenn sie offen ökonomisch agieren. (#MarxismusderUnterhaltung #PhilosophiehatdasRollenspielnurinterpretiertsollteesaberverbessern #OntologieindieDorp)
Oder sehe ich das ganz falsch?

Apropos, ich habe das Gefühl, dass die Akzeptanz der Fans gegenüber rechtlichen Mitteln größer ist, wenn das Fanwerk die Mediengrenze überschreitet. Wenn jemand zu Mass Effect ein Tischrollenspiel schreibt, dann wundert es keinen, wenn er Ärger kriegt, weil das ein ganz anderes Medium ist.
Wenn jemand ein Star-Trek-Videospiel macht, dann werden Klagen viel weniger kritisiert, als bei einem Fanfilm.
Wenn jemand Ärger für Rollenspielfanwerk zu einem Rollenspiel bekommt, dann hagelt es Kritik.
Ich vermute, das liegt auch daran, dass es dann so wirkt, als wenn der ursprüngliche Rechteinhaber die Konkurrenz fürchtet, weil diese etwas Besseres abliefert als er. (Ob das nun stimmen mag oder nicht. Ich bleibe zumindest dabei, dass Giana Sisters besser war als Mario Bros.)
Vielleicht gibt es deshalb solche Programme bisher auch nur für Rollenspiele. Wäre aber schon geil, wenn Besitzer Nichtrollenspiel-IPs fürs RSP freigäben. Und sei es für den Anfang nur mit solchen, mit denen eh keine Lizenzgebühr mehr zu gewinnen ist. Wenn der Besitzer von Raumpatrouille Orion ein paar Grafiken rausbrächte und die Welt fürs Rollenspiel freigäbe, wäre das nicht sowohl großartig als auch potentielle Werbung für etwas, was aktuell sonst vermutlich nicht viel abwirft?

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Hmm... ich halte deine Ausführungen (gerade da du Mass Effect erwähnst) für schwierig: Es ga da ja tatsächlich ein Produkt auf Fatebasis, dass Mass Effect umsetzen wollte. Der Punkt bei der ganzen Sache war nur, dass die entsprechenden Macher ohne irgendwelche Lizenzen Original-Grafiken verwendet hatten. Ich denke bei einem Dokument, dass eine reine Bleiwüste gewesen währe, währe das Verständnis der Mehrheit in der Szene gegenüber Bioware deutlich begrenzter gewesen, als in diesem spezifischen Fall. Von daher sehe ich da keine direkte allgemeingültigen Möglichkeiten die man in solchen Fällen vorraussetzen könnte. (Die Fanfiktion-Szene würde da vermutlich ähnlich protestierend aufbegehren, wenn man ihre kleineren Texte anginge. Und da lautet der Basis-Vorwurf ja auch, dass Fanfiction primär dazu genutzt würde Pornografie zu schreiben. Es giebt zwar andere Texte aber das allgemeine Bild in der Öffentlichkeit ist da doch ein anderes.) Das Verständnis für ein Regides vorgehen Seitens der Lizenzinhaber gegenüber Fanwerk hängt wohl immer von einer sehr spezifischen Perspektive auf die jeweils produzierten Inhalten ab.

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Danke für die fundierte Kritik meiner These. Da ist durchaus was dran.
So richtig überzeugt bin ich allerdings noch nicht. Vor allem, weil ich Fanfiction als monolithisch eigenes Ding ansehe und daher nicht als Gegenbeispiel akzeptiere. Die Fanfiction-Szene wird zwar oft belächelt (ob zu Recht, ist eine andere Frage – die allermeiste FF ist mies, aber es gibt auch verdammt gute), aber mit ihr anlegen möchte sich auch kein Konzern. Die ist echt mächtig.
Wie sehr, sieht man auch am Phänomen des Fanons, wenn also aufgrund von Fanideen (meistens in Form von Fanfiction) sich Vorstellungen in der Szene festsetzen, die im Material gar nicht kanonisch veranlagt sind. Das beste Beispiel, das ich dafür kenne, ist die Idee, Draco Malfoy sei das Patenkind von Severus Snape. Das ergibt keinerlei Sinn, weil die beiden aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten kommen und den Malfoys das sehr wichtig ist; aber viele, viele Fans reagieren verwirrt, wenn man bemerkt, dass das nirgendwo in den Büchern geschrieben steht.
(Nebenkommentar, der ziemlich vom Thema wegführt: Hier spiegelt sich derselbe Prozess wider, mit dem bspw. in der katholischen Theologie Doktrinen entstehen können. Wenn genügend Leute es glauben, auch wenn es nirgendwo im Text steht, wird es Lehrmeinung. Das ist kein neues Phänomen. Die meisten biblischen Historiker halten das Johannes-Evangelium für Jesus-Fanfiction, auch wenn sie meistens zu höflich sind, das so zu formulieren.)

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Eine interessante Folge. Vor allem gibt wirft sie mal wieder eine andere Perspektive auf das Thema, was mir imer sehr gefällt bei euch.
Außerdem weckt diese Folge echt die Motivation bei mir, selber mal was zu machen und dann auch im Scriptorium zu veröffentlichen. Mein Problem ist dabei immer, die Zeit dafür zu finden. Da bewundere ich euch ja echt, dass ihr das nebenbei noch schafft. Ich weiß leider, dass ich das Projekt vermutlich voller Enthusiasmus anfangen würde, es dann aber bis zum Ende aller Tage im Projektstatus bleibt, weil andere Dinge halt grad wichtiger / interessanter sind. Habt ihr da vielleicht mal Tipps, wie man sich für solche Dinge, für die man eben keine Deadline und keinen Boss im Nacken hat, ausreichend disziplnieren kann. Wenn man nur 1-2 Stunden Freizeit am Tag hat, dann überlegt man sich halt schon, ob man da noch was "arbeiten" will, oder ob man sich einfach für die Konsole sitzt. Und hinterher bereut man es wieder, die Zeit nicht anders genutzt zu haben.
Schöne Grüße
Daniel

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Moin Daniel,
es freut mich, dass wir dir da noch ein wenig neue Perspektive bieten konnten

Was die Zeit- und wie du schreibst, Disziplinfrage angeht, so gibt es glaube ich nicht die eine pauschale Antwort. Jeder innere Schweinehund schlägt ein wenig anders an, meiner Erfahrung nach.
Dinge, die für mich funktionieren:
- Selbstgesteckte Deadlines
- To-Do-Listen (Früher habe ich die auf Wochenbasis geführt, seit Mitte 2020 bin ich auf eine monatliche Form gewechselt. Ggf. schreibe ich da mal einen Blogartikel zu, das sprengt ansonsten etwas den Rahmen. Kern ist aber: Arbeit sichtbar machen.)
- Erreichbare Milestones („1. Buch schreiben; 2. Buch veröffentlichen“ wird nicht funktionieren. „Jeden [Zeitintervall] 1.000 Zeichen schreiben“ vielleicht schon eher. Dauert, aber irgendwann ist's dennoch fertig. Und die kleineren Milestones schaffen regelmäßige Erfolgserlebnisse, was unfassbar wichtig ist.)
- Routinen ausbilden (Darum das mit dem Zeitintervall. Das kann auch klein anfangen, meinetwegen „Samstagsvormittags nehme ich mir eine Stunde zum Schreiben“ oder so.)
- Done is better then perfect. Die ganze Pareto-Nummer halt – wir alle können unseren Kram bis zum bitteren Ende perfektionieren; irgendwann muss man aber loslassen.
- Sich klar machen, warum man das tut. Ist es einfach aus Spaß am Prozess? Möchte man viele Leute erreichen? Möchte man sich selbst beweisen, dass man es kann? Hat man eine Botschaft? Oder ist es noch was anderes?

Und was auch ganz wichtig ist: Am Ende des Tages ist es alles kein Muss. Es ist Hobby – und ich finde, da darf man auch nicht zu streng mit sich sein. Ein wenig Disziplin, wenn man wirklich ein Projekt angeht, ist nötig, aber wenn man nach einem langen Arbeitstag lieber ans Gamepad statt an die Tastatur will, ist das in meinen Augen völlig okay.

Ich hoffe, das hilft dir ein wenig!

Viele Grüße,
Thomas

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Ich wollte hier eigentlich auch noch antworten, aber Thomas hat mir einfach alle Punkte vorweggenommen.
Einen Punkt habe ich aber vielleicht doch noch: sich nen anderes Werk als Orientierungspunkt suchen hilft mMn ebenfalls ungemein. Nicht, um bei dem Werk zu klauen, sondern um einfach nur zu wissen wie man so sein Werk anfangen kann. Ich finde das Schwierigste an allem Kreativen ist immer der erste "richtige" Satz. Irgendwann kann man sich dann sogar selbst mal eine Art eigenes Fanwerk-Template schaffen, wodurch der Anfang immer leichter wird (wo wir dann auch wieder bei der Routine sind).

Gruß Dzaarion

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Moin zusammen!
Ja, guter Punkt!
Damit verbunden nur noch eine Sache, die ich da auch wichtig finde – jedes Buch, das formvollendet irgendwann in euren Händen lag, liegt oder liegen wird, war je nach Alter und Vorliebe mal eine Word-Datei, generell ein Typoskript oder gar wortwörtlich ein Manuskript (also von Hand). Es war nicht von Anfang an das formvollendete Werk.
Das ist eine Falle, in die auch schon öfter Leute zu rennen schienen, die mit mir über sowas gesprochen haben: Es ist so leicht, wenn man auf seine Word-Datei mit den unterkringelten Schreibfehlern guckt und diese mit seinem aktuellen Lieblings-Rollenspiel-Buch vergleicht, entmutigt zu sein von dem Berg, der da scheinbar vor einem aufragt.
Aber das führt zu meinem Punkt mit den bescheiden gewählten Milestones zurück. Das Ziel am Horizont scheint unendlich weit weg – aber die Wegmarke „da drüben“ ist es nicht. Und wenn man sich von Marke zu Marke hangelt, dann kommt man irgendwann auch an dem Ziel an. (Und findet dort, passend zur Metapher, vermutlich auch sogleich neue Ziele am (neuen) Horizont.)

Viele Grüße,
Thomas

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Ich verkneife mir mal das Erster und schwelge weiterhin darin zitiert worden zu sein und zum zweiten mal in Folge einen Themenwunsch ziemlich zeitnahe erfüllt bekommen zu haben
Ihr habt das Thema auf jeden Fall schön aufgearbeitet (wenn auch etwas sehr verlagsseitig ... aus offensichtlichen Gründen).
Ich selbst komme ja genau aus der, von Thomas mit einem kritischen "mhm" bedachten, CC-Lizenz-Ecke, weswegen meine (natürlich sehr überspitzte) Formulierung da nochmal einen etwas anderen Blickpunkt hat, ohne Scriptorium o.ä. also auch ohne kommerzielel Nutzung (wobei auch bei DS unter CC-Linzenz aus Fanwerken "echte" kommerzielle Werke wurden) und fand es mal interessant euch darüber sprechen zu hören.
Mich hatte nämlich extrem überrascht (als ich meinen Fuß mal aus meinem Einsteigerbecken Dungeonslayers rausgehalten habe) kaum bis keine Fanwerke zu anderen Systemen (DSA & D&D mal ein bisschen außen vor) finden zu können (gearde bei Hexxen habe ich tatsächlich Tage damit verbracht nach Fanwerken zu suchen, weil ich nicht glauben konnte, dass die 4,5 tatsächlich alles dazu sein sollen). Ich war halt DS gewohnt (das mit einem Bruchteil der Communitygröße von DSA auf ebenso viele Fanwerke kommt ... Tendenz besonders in diesem Jahr steigend ;)). Hier liegt glaube ich der Vorteil der CC-Lizenz: jeder kann erstmal machen (auch wenn nicht immer was hübsches dabei herauskommt), man einfach frei(er) ist auch vom vorgegebenen Pfad abzuweichen und sein persönliches Ding zu machen. Vorgaben wie das Scriptorium zu haben können natürlich (wie ihr es sehr gut dargelegt habt) auf ihre Art helfen mit einem Fanwerk zu beginnen, schrecken (meiner Erfahrung nach) aber auch ein wenig ab, da es direkt etwas pseudo-offizielles ist und man da eine größere Hürde zu überwinden hat sich da heranzutrauen. (Ich wollte etwas für Hexxen zu schreiben, nämlich genau ein bisschen was zu meiner Heimatstadt, hab das ganze dann aber schnell fallen gelassen als ich mir angeguckt habe was ich alles runterladen und beachten muss, wo das hin muss und wie ich das machen muss etc.)

Bevor mein Text aber wieder zu lang wird, belasse ich es erstmal hierbei und danke euch nochmal für (mal wieder) eine tolle DORPCast und dass ihr das Thema so gut umgesetzt habt.

@Michael: weißt du vielleicht noch den Namen des "Monster-Loot" Werkes oder könntest das vielleicht verlinken (bzw. ist es das hier?)? Das klingt ziemlich interessant.

Gruß Dzaarion

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Hamund's Harvesting Handbook: A Complete Guide to Harvesting and Crafting in D&D 5 https://www.dmsguild.com/product/276213/

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Moin ihr zwei,
ich war mal so frei und habe Links zu diesem Download, Mage Made Easy und den von mir erwähnten/teils genutzten Dragon-Heist-Erweiterungen oben in den Shownotes ergänzt.
Service und so

Viele Grüße,
Thomas

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Coolio Danköö

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