DORPCast 169: Von Spielern und Sammlern

Hallo zusammen!

Arten, dem Hobby Rollenspiel nachzugehen, gibt es ja unzählig viele. Eine Unterscheidung, die aber gerade auch im Hinblick auf Rollenspiel-Käufer immer wieder mal auffällt, ist die zwischen denen, die vor allem spielen wollen und jenen, deren Sammlung ihre größte Freude ist. Michael und Thomas gehen dem in dieser Folge einmal nach – welchen Einfluss haben die Sammler auf das Hobby und wo genau würden die beiden sich in der Frage einordnen?



Dazu gibt es wie immer Themen vor dem Thema, die Feedback-Schleife, natürlich die Medienschau, und unten weiterführende Links, Infos und die Timecodes in den Shownotes.

Viele Grüße,
eure DORP


Episode 169: Von Spielern und Sammlern

0:00:29 Intro
0:01:03 Feedback-Schleife
0:02:27 Crowdfundings: Ganz viele sind durch
0:02:58 Crowdfunding: Mietling auf Abwegen
0:03:17 Crowdfunding: Die Frostweiten
0:03:42 Thomas' Eigenwerbung: Easy Props
0:04:22 Die DORP macht mal wieder was Wohltätiges
0:05:51 Medienschau: Mittelerde – Schatten des Krieges
0:13:52 Medienschau: Lindsay Ellis – Axiom's End
0:19:03 Medienschau: The Boys, Staffel 2
0:24:06 Medienschau-Bonus: Zwei YouTube-Tipps
0:24:25 Medienschau: The Babysitter
0:28:26 Zum Thema
0:29:27 Thomas erster bewusster Kontakt mit dem Thema
0:30:50 Warum sammeln Leute?
0:32:40 Sammeln und Limitierung bedingen sich nicht zwingend, findet Thomas
0:34:56 Michaels Sammel-Erfahrungen
0:36:06 Die meiste Belletristik hat keinen Wiederverkaufswert
0:37:04 Sind Sammler und Spieler wirklich ein Gegensatzpaar?
0:38:25 Intention macht den Sammler
0:39:34 Wenn's keiner liest, ist dann der Inhalt egal?
0:41:24 Zur Querfinanzierung
0:42:51 Ist die Gesamtsituation ein Problemfeld?
0:43:23 Verändert es Produkte?
0:44:47 Würden mehr Sammler das Hobby verändern?
0:50:06 Sammlungen verankern Anekdoten
0:52:03 Wertigkeit auch durch den Akt des Sammlens
0:53:24 Jeder kann sich auf die Teile des Hobbys fokussieren, die ihm Freude bereiten
0:54:42 Sermon 3.5
0:55:24 Epilog

Aus der Medienschau
Ellis, Lindsay: Axioms End
Mittelerde: Schatten des Krieges
The Babysitter (Netflix | Trailer)
The Babysitter: Killer Queen (Netflix | Trailer)
The Boys Staffel 2 (Amazon Prime | Trailer)

//Hinweis: Amazon-Links sind Teil des Affiliate-Programms und ein Anteil des Verkaufspreises kommt der DORP zugute.

Der Getshirts-Shop der DORP …
inklusive des karitativen Corona-Motivs findet sich hier
(Hinweis – als ich die Folge hier gerade einrichte, 00:49 in der Nacht, sind unsere neuen Motive noch nicht vom Shopsystem freigeschaltet worden. Sollte das im Vormittag auch noch so sein – die kommen auf jeden Fall dann zeitnah.

Thomas' Requisiten-Bastel-Projekt
Easy Props, Staffel 3, Folge 1: Papier altern
Oder ihr schnappt euch gleich die komplette Easy-Props-Playlist

Thomas' Blogartikel zum Stapel ungelesener Bücher …
findet sich hier

Erwähnte YouTube-Kanäle
Lindsay Ellis (und spezifisch die Geschichte, wie Axiom's End zur Veröffentlichung kam, gibt es hier)
Folding Ideas
LGR
SuperBunnyhop
Techmoan

Crowdfundings
Mietling auf Abwegen (via System Matters)
Die Frostweiten (via Uhrwerk)

Kommentare (6)

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Wisst ihr, was an jedem zweiten Wochenende so doof ist? - Kein DorpCast!

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Hi,

erstmal den DORPlern vielen Dank für die Folge.
Ich fand es sehr lustig, als es hieß, einige Sammler würden auf die anderen herabschauen. Das mag es geben aber für mich sind einige Sammler einfach gaga und wenn dann so ein Sammler auf mich herabblicken würde... vermutlich würde ich laut loslachen wenn ich es merke.
Ich muss hier aber differenzieren.
Ich verstehe sammeln auf Vollständigkeit nicht. Ein Bekannter und früherer Gruppenkumpel sammelt DSA-Zeug. Kauft einfach blind alles was rauskommt. Wenn es mehrere Versionen eines Buches gibt, also Hardcover, Softcover, Taschenbuch, kauft er alle. Das hat für mich 2 Probleme.
Erstens hat es keinen Qualitätsanspruch. Der Inhalt kann Schrott sein, wenn DSA draufsteht wird es gekauft.
Zweitens, es gibt kein Ende. Wenn er aufhören würde zu sammeln, würde es seine bisherigen Bemühungen entwerten weil der Wert der Sammlung ausschließlich auf Vollständigkeit zielt und die dann nicht mehr gegeben wäre. Hat er übrigens versucht und dann alles nachgekauft.
Ein weiterer Denkfehler ist, dass sowas gerne als Investition verkauft wird. Das ist es nicht und das wird klar, sobald man Zahlen drauf wirft.
Das betrifft nicht nur Rollenspielzeug, die Denkweise und Argumentation gibt es in allen möglichen Bereichen.

Investition ist aber ein gutes Stichwort. Wenn man ein blaues DSA-Buch auf der RPC ergattern konnte oder etwas hat, was zensiert wurde oder sonstwie einen "speziellen" Wert erhält, verstehe ich die Begierde durchaus. Ob und wann ich es verkaufen würde steht auf einem anderen Blatt, es geht in erster Linie um das Produkt, das sich vom Durchschnitt abhebt.

Mein persönliches Ding ist eher die Wertschätzung. Ich kaufe wenig Rollenspielbücher und nur Dinge, die ich auch wirklich nutze oder nutzen möchte. Aktuell spiele ich z.B. DSA 5. Da besitze ich die Bücher, die mich betreffen. Regelwerk, Götterbuch, Magiebuch. Und ich besitzte z.B. das Havena-Buch weil ich dort Abenteuer angesiedelt habe und es inhaltlich toll finde. Alle Abenteuer, die ich leite, habe ich gekauft. Wertschätzung. Ich besitze auch das Almanach aber das ist für mich ein Fehlkauf. Solche Fehler passieren wenn man Qualität reindenkt ohne sie wirklich bewerten zu können.
Aktuell suche ich eine D&D5 Runde und besitze das Regelwerk. Das hat noch keinen direkten Nutzen aber auch das kaufe ich, weil ich es mag und wertschätze.
Bei den DSA-Abenteuern gibt es ein kleines Problem. Ich kaufe sie als PDF weil ich die dann auf dem Tablet habe und wild drin rummarkiere. Das würde ich in einem Buch niemals machen. Andererseits hätte ich sowas gerne in Papierform. Fürs Regal halt. Scheint, als wäre ich da auch ein bisschen gaga. Das war in den Anfängen von DSA5 toll, als man das Regelwerk kauft und das PDF obendrauf bekam. 2x gebe ich natürlich kein Geld aus, daher gibts Abenteuer nur noch als PDF.

Das betrifft nicht nur Rollenspielzeug, auch Filme, Spiele usw. Es ist für mich auch eine Sache der Fairness. Darum kaufe ich auch Dinge, die ich aus "anderen Quellen" bereits besitze wenn sie mir gefallen und es mein Geld wert ist.
Grad bei Spielen habe ich das Gefühl, dass mein Wertgefühl bei den Boxen auch höher ist. Wenn ich ein Spiel zum Release in der Box kaufe statt nur digital oder später im Steam-Deal, spiele ich es auch eher durch. Vermutlich war die Entscheidung einfach bewusster - und teurer.

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Hallo zusammen,
da bricht der Dorpcast mit der Tradition Crowdfundings zu spät zu erwähnen und ist dies mal zu früh. Wie konnte das nur passieren. ?
https://www.gameontabletop.com/cf368/die-frostweiten-eine-erweiterung-fur-die-verbotenen-lande.html soll laut Plan ab dem 21.10.20 verfügbar sein.
lg
Clagor

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Es ist wichtig Traditionen zu hinterfragen und ggf. zu ändern. Auch wenn man sich einfach mal wieder vercheckt hat ...

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Na, wenn ich schon namentlich genannt werde, dann melde ich mich doch umgehend. War auf jeden Fall eine tolle Folge. Willkommen zurück!

Ich weiß nicht, ob diese Dichotomie zwischen Sammlern und Spielern nicht noch ein drittes Glied braucht, dass ihr auch kurz anspracht: die Leser. Die reinen Leser sind auch schon seit den 80ern als treibende Kraft bekannt und sind in vielen Systemen ausschlaggebend. Vor allem Kaufabenteuer verkaufen sich zu manchen Spielen unplausibel gut, wenn man annimmt, die würden nur von Leuten gekauft, die sie auch leiten.

Meine antikapitalistische Haltung sollte übrigens nicht zu hoch eingeschätzt werden. Da ist auch satirische Übertreibung mit dabei.
Allerdings komme ich nicht darum, festzustellen, dass ihr beide keine Notwendigkeiten zum Konsum nennen konntet. Michael lehnte ihn bzgl. D&D sogar persönlich ab.
Ich darf da auch nicht zu laut schreien, denn meine Rollenspielsammlung umfasst aktuell 578 Druckprodukte. Die ist aber nicht aus Sammelleidenschaft entstanden, sondern aus ehrlichem Interesse. Das wird alles gelesen und nach Ideen ausgeschlachtet.
Na ja, das meiste zumindest. Ein paar Sachen sind aus anderen Zwecken dazugekommen. Bspw. aus historischem Interesse (wie bei der Kaiser-Retro-Box oder jetzt dem alten Traveller) oder weil ich den Verlag unterstützen wollte. Letzteres finde ich durchaus einen legitimen Grund. Unter anderem durch eure Aufklärung halte ich Rollenspielprodukte für viel zu günstig. Wenn es die Möglichkeit gäbe, Standardausgaben für den Preis der limitierten zu kaufen, wäre ich sofort dabei.

Ich denke auch, dass zu niedrige Preise einer Marke durchaus schaden können. Michael hat mit Shadowrun 6 ein gutes Beispiel angesprochen: Weil die Bücher so einen niedrigen Wert haben, wertschätzt sie auch kaum jemand. Die werden zwar gekauft, aber selten gespielt, was das System auf lange Sicht stagnieren und dann schrumpfen lässt. Wer ein geiles Buch für einen „normalen“ Preis kauft, der ist mehr motiviert es zu spielen als der, der ein Schnäppchen machte.

Ich wäre übrigens weniger salomonisch als Thomas, was das Beurteilen vom Sammeln angeht. Niemand muss sammeln bzw. kaufen, doch wer es nicht tut, darf auch nicht jammern.
Mittlerweile sehe ich das seltener, aber noch vor fünf Jahren musste ich mich gelegentlich über Rollenspieler aufregen, die (a) ausschließlich englische Werke kaufen wollten und sich dann (b) darüber ausweinten, dass kaum Jugendliche sich für Ihr Lieblingssystem interessierten. Weil 15-Jährige ja regelmäßig 400 Seiten im Letter-Format auf Englisch lesen wollen. Deutsche Übersetzungen hatte diese Haltung längst aus dem Markt gedrängt.
International sieht man es auch schön an der nWoD-Dolchstoßlegende. Die Legende unter den oWoD-Spielern ist ja, die nWoD hätte die ach so erfolgreiche oWoD abgelöst und sei gefloppt. Das stimmt nur überhaupt nicht. Die nWoD-Regelwerke verkauften sich schlechter als ihre oWoD-Entsprechungen, aber da lagen auch Jahre des Marktschrumpfens zwischen. Vergleicht man die letzten oWoD-Werke mit den ersten nWoD verkaufte sich die nWoD besser und fiel dann nur in etwa auf das Maß der oWoD zu deren Ende zurück. Die oWoD wurden von White Wolf nicht in einem Kamikaze-Manöver an die Wand gefahren, sondern durch Mangel an Käufern. Denen steht natürlich frei, nichts zu kaufen. Aber dann dürfen sie halt auch nicht jammern.

PS: Das hier hat mit dieser Folge nichts zu tun, aber weil es zu mehreren alten Folgen passt, schreibe ich es unter die aktuelle.
Ich leitete letztens Fate mit RPG Note Cards (http://fate.masac.cz/?lang=DE), welches spezifisch für Fate gedacht ist. Das war zwar eine Corona-Notlösung, aber es zeigte mir einen großen Vorteil des Online-Spiels auf: Weil das Teil eben die ganzen Regelelemente eingebaut hat, bunt markiert und zum Anklicken, funktionierte die Flüsterpost viel besser. Mehrere meiner Spieler können plötzlich die Fate-Regeln (die sie natürlich weiterhin nie gelesen haben und auch nie lesen werden).

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Dank dir für den guten und wie üblich umfangreichen Kommentar.
Das mit dem Leser als dritter Punkt der Reihe ist interessant. Auch wenn das Werk nicht für das Spiel genutzt wird, ist es doch sehr viel mehr als es nur in den Schrank zu stellen. Der Konsum findet statt, aber durch deine passive Teilhabe am Hobby, nicht durch einen aktiven Nutzen.
Bei der antikapitalistischen Haltung bzw. Gründe für Konsum würde ich noch mal zwischen dem Markt und der Community unterscheiden wollen. Die Community braucht keinen Konsum, sondern kann sich über Jahrzehnte im eigenen Saft kochen und bestehen, schrumpft dann aber fast notwendigerweise. Und selbst eine noch aktive Gemeinschaft, bedeutet keinen Gewinn für den Markt, wenn sie nicht konsumiert. Dadurch verknappt sich der Markt und neue Mitglieder finden schwerer oder nicht mehr den Zugang, weil das Produkt nicht mehr präsent ist, bzw. von dem "Oh Shiny und neu!" zu anderen Produkten abgelenkt werden. Siehe BattleTech.
Die Gründe für neue Editionen wie bei der nWoD hatten wir ja auch in einer Episode. Dort finde ich in Sachen Dolchstoß ja gerade Warhammer / Age of Sigmar spannend. Tausende heulten herum, dass GW ein so etabliertes Setting wie die Alte Welt zerstören würde, aber ... effektiv haben es die Kunden durch ausbleibende Käufe getan und GW zum Handeln gezwungen. Über die Form kann man natürlich diskutieren, aber die Gründe waren wirtschaftlicher Natur.

Und Gratulation zu deiner Fate-Runde, den Regeln und dem Gewinn durchs Online-Spiel!

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